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Hormonersatztherapie und Gesundheit der Frau in den Wechseljahren

"Bei der Verordnung einer HRT sind Gynäkologen heute mehr denn je gefordert, auf die individuellen Bedürfnisse beziehungsweise Beschwerden der Frau in der Peri- und Postmenopause einzugehen", ist Prof. Dr. Doris Gruber, Universitätsfrauenklinik Wien, überzeugt.

Beschwerden sehr häufig

Gruber weiter: "Wir haben Frauen in der Menopause nach ihren Symptomen und deren Ausprägung beziehungsweise zur Behandlungsbedürftigkeit mittels HRT befragt. Das Ergebnis war insofern sehr interessant, als 54 Prozent der Befragten über massive Symptome berichteten und auch eine HRT wünschten, 46 Prozent jedoch meinten, ihre Symptome seien für eine systemische HRT nicht schwer genug."

Die Mehrzahl der Frauen hatte also Beschwerden, aber nicht die "klassischen" Symptome wie etwa Hitzewallungen oder Schlafstörungen, sondern Probleme, die von ihnen nicht mit einem Hormonmangel in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören unter anderem die Trockenheit im Mund-Rachenraum oder in der Scheide oder sogar Hörstörungen, die ebenfalls hormonell beeinflusst werden können. Gruber betont, dass Gynäkologen genau auf diese Beschwerden eingehen und eine Therapie anbieten müssten.

Im Allgemeinen besteht eine gute Akzeptanz der HRT: So konnte ein 70-prozentiger Anstieg der Verschreibung von Hormonpräparaten in den letzten Jahren verzeichnet werden. Complianceprobleme sind am ehesten bei Langzeittherapien zu erwarten, und aus diesem Grund ist gerade hier die Aufklärung der Patientin und das Gespräch über die Wirkweise des jeweiligen Hormons unbedingt erforderlich.

"An oberster Stelle der Beschwerdeliste steht die Gewichtszunahme", erklärt Gruber, "die oft fälschlicherweise allein der exogenen Östrogenzufuhr zugeschrieben wird. Im Hintergrund findet sich jedoch oft eine Hypoandrogenämie, die typischerweise zu einer Veränderung der Fettverteilung führt. Erhöhte Infektanfälligkeit, die Symptome des chronic fatigue syndrome sowie Libidoverlust können auch auf die Hypoandrogenämie zurückgeführt werden, die Therapie besteht somit in entsprechender Androgensubstitution."

Symptome des Progesteronmangels

Häufig wird der Gynäkologe auch mit der psychovegetativen Imbalance bis hin zur depressiven Verstimmtheit der Patientin konfrontiert. Hier wird oft ein ähnlicher Symptomenkomplex wie der des Prämenstruellen Syndroms beschrieben. Ursächlich kann hier immer wieder ein Progesteronmangel sein, da Progesteron in der neuronalen Transmission des ZNS sowohl in den GABA-ergen Stoffwechsel eingreift als auch den Serotoninmetabolismus beeinflusst.

"Kommt eine Frau mit menopausalen Beschwerden zum Facharzt", berichtet Gruber, "so sind die von den Patientinnen am häufigsten gestellten Fragen die nach dem Blutungsverhalten, der Gewichtszunahme und dem onkologischen Risiko unter HRT." Vor allem auch in Hinblick auf eine Erhöhung des Brustkrebsrisikos unter Langzeit-HRT durch Übergewicht und Alkohol sollen Frauen dahingehend beraten werden, ihren Alkoholkonsum einzuschränken und auf ihr Gewicht zu achten.

Zur Brustkrebsprävention und einem bewährten konjugierten Östrogen führte Prim. Dr. Hans Concin, Landeskrankenhaus Bregenz, aus: "Premarin hat besondere Affinität zum Östrogenrezeptor Beta. Dieser Rezeptor, der auch im Brustgewebe vorkommt, hemmt die Proliferation von Mammakarzinomzellen. "Damit ergeben sich für ein Präparat, mit dem langjährige Erfahrungen sowohl in Studien als auch in der täglichen Praxis gesammelt wurden, möglicherweise ganz neue gewebsspezifische Aspekte, was die Brust betrifft."

MR

Quelle: Satellitensymposium der Firma Wyeth-Lederle im Rahmen des Menopausenkongresses in Wien

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