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Die MedUni Graz untersucht beim Projekt Early Nutrition die Rolle des Uterus bei der Entstehung von Übergewicht und Fettleibigkeit schon in utero.
 

EU-Projekt EarlyNutrition

Empfehlungen für eine gesunde frühkindliche Ernährung.

Die Entwicklung von evidenzbasierten Empfehlungen für eine optimale frühkindliche Ernährung ist das Ziel des EU-Projektes EarlyNutrition. Das Forschungsprojekt wird von der Europäischen Kommission durch das 7. Europäische Rahmenprogramm mit rund neun Millionen Euro gefördert. Davon entfallen 384.000 Euro auf die MedUni Graz. Die Laufzeit des Projekts beträgt fünf Jahre. Im Rahmen des Projekts wurde nun auch eine eigene e-Academy gestartet, dadurch sollen Ärzte aktuelle Erkenntnisse undEmpfehlungen rund um das Thema frühkindliche Ernährung erhalten.


Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Übergewicht und Fettleibigkeit die fünfthäufigste Todesursache. 2010 waren rund 43 Millionen Kinder unter fünf Jahrenübergewichtig.

In Österreich leidet ungefähr jedes vierte Kind an Übergewicht, wobei besonders Buben betroffen sind. Die Tendenz ist steigend. Übergewicht bzw. Fettleibigkeit bei Kindern stellt eine ernstzunehmende Erkrankung dar und ist ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung vieler chronischer Erkrankungen, wie beispielsweise Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, einige Krebsarten sowie für den damit verbundenen frühenTod.

Um dies zu verhindern, muss bereits im frühkindlichen Alter mit einer gesunden Ernährung begonnen werden. Daher werden im Rahmen des EU-Projekts EarlyNutrition Empfehlungen für eine optimale Ernährung ausgearbeitet. Man konzentriert sich dabei auf vier Zielgruppen: Frauen vor und während der Schwangerschaft, Säuglinge sowie Kleinkinder.

Empfehlungen für eine optimale Ernährung


Unter Verwendung modernster methodischer Ansätze werden Einflussfaktoren auf die Entwicklung von Fettleibigkeit durch klinische, epidemiologische, experimentelle und molekularbiologische Forschung charakterisiert. Ganz besonders sollen die Elemente der Ernährungsweise vor und nach der Geburt präzise erfasst werden, die einen wirksamen Beitrag zur Vorbeugung späteren Übergewichts leisten können.

Hierdurch können Grundlagen für Empfehlungen einer gesundheitsfördernden Lebensweise gelegt werden. Diese bedingen nicht nur einen großen Nutzen für die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch eine Einsparung vermeidbarer Behandlungskosten. Des Weiteren können Empfehlungen bei der Auswahl von Lebensmitteln helfen und potenziell auch zu verbesserten Produkten führen.

Grazer Expertenteam mit internationalem Renommee in der wissenschaftlichen Erforschung von Schwangerschaftsdiabetes und Übergewicht der Neugeborenen


Die Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der MedUni Graz forscht seit über 30 Jahren an dem komplexen Thema Schwangerschaftsdiabetes. Wegen des Zusammenhangs zwischen mütterlichem Übergewicht und Schwangerschaftsdiabetes sowie dem daraus oftmals resultierenden kindlichen Übergewicht sind Vorgänge während der Schwangerschaft in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Für die Ernährung des heranwachsenden Kindes in der Schwangerschaft ist der Mutterkuchen (die Plazenta) von zentraler Bedeutung.

Die MedUni Graz wird in EarlyNutrition die Rolle des Mutterkuchens bei der Entstehung des Übergewicht und der Fettleibigkeit schon in utero in Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen in Europa und den USA untersuchen.

In einem weiteren, von der MedUni Graz koordinierten Projekt (DALI)wird versucht, das Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes durch Veränderungen des Lebensstils der Schwangeren und durch Gabe von Vitamin D zu verhindern. Aufgrund der jahrelangen, interdisziplinären Zusammenarbeit mit verschiedensten Instituten und Kliniken wurden bereits fünf große von der EU-geförderte Forschungsprojekte durchgeführt. Damit hat sich die MedUni Graz zu einem renommierten Zentrum auf diesem Gebiet entwickelt.

Das EarlyNutrition Team – 30 akademische Partner, sieben Unternehmen aus der ganzen Welt


Internationale Experten aus verschiedenen Bereichen garantieren eine optimale Umsetzung derAufgabenstellungen. So sind unter anderem Universitäten aus Deutschland, England, Norwegen, Spanien, Griechenland, Australien und den USA an diesem EU-Projekt beteiligt. Projektkoordinator ist die Ludwig Maximilian Universität München.

Early Nutrition eAcademy ist online

Im Rahmen des EU-Projektes wurde nun auch eine eigene eAcademy gestartet. In verschiedenen e-Learning-Modulen sollen so Gynäkologen, Kinder- und Jugendärzte sowie andere professionelle Gesundheitsakteure über internationale Studien und aktuelle Empfehlungen rund um das Thema frühkindliche Ernährung auf dem Laufenden gehalten werden.

Facts&Figures

  • Ziel: Entwicklung von evidenzbasierten Empfehlungen für eine optimale frühkindliche Ernährung
  • Zielgruppen: Frauen vor und während der Schwangerschaft, Säuglinge sowie Kleinkinder
  • EU-Förderung: 9 Mio Euro, davon rund 384.000 Euro für die MedUni Graz
  • Projektpartner: 30 Universitäten und 7 Unternehmen
  • Implementierung einer eigenen eAcademy

MedUni Graz/IS, springermedizin.at

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