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Deodorants, Achselrasur und Brustkrebs

London/Chicago. Regelmäßige Achselrasur und die Verwendung von Deos sollen einer US-Studie zufolge für Brustkrebs verantwortlich sein. , berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Die Forschungsergebnisse des amerikanischen Mediziners Kris Mc Greth werden aber von anderen Experten angezweifelt. Sie kritisieren den Forschungsbericht im renommierten European Journal of Cancer Prevention als nicht stichhaltig. Eine Untersuchung an knapp 1.600 Frauen vor zwei Jahren zeigte nämlich, dass es keinen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen der Rasur der Achselhaare, der Verwendung von Deos und Brustkrebs gibt. Damals wurden von der Forscherin Dana Mirick von der Fred Hutchinson Cancer Research Station 800 Brustkrebspatientinnen 800 Frauen, die derselben Altersgruppe angehörten, einander gegenübergestellt. Mirick hatte keinen Zusammenhang zwischen der Krebserkrankung und dem Entfernen der Achselhaare entdeckt.

Zusatzstoffe in Deos und die Krebsentstehung

Die neueste Studie von Kris McGrath von der Northwestern University beruht auf dem Auffinden von Parabenen (para-hydroxybenzoe-Säuren) in Tumoren. Diese chemischen Substanzen finden sich in zahlreichen Nahrungs- und Genussmitteln, so auch in Deos. Schon vor drei Jahren kamen britische Forscher zum Schluss, dass Parabene und die Krebsentstehung miteinander in ursächlichem Zusammenhang stehen. Denn diese Zusatzstoffe wirken im weiblichen Körper ähnlich wie Östrogene. Die gefundene Anreicherung der Substanzen im Drüsengewebe würde erklären, warum in 18 von 20 untersuchten bösartigen Brusttumoren Parabene gefunden wurden.
Die Kosmetikindustrie gab damals jedoch zu bedenken, dass die Verwendung von Parabenen in Deos bereits seit mehreren Jahren nicht mehr üblich ist. Die meisten Produkte enthalten diese Substanzen heute nicht mehr. Die neueste Studie geht ebenfalls davon aus, dass nicht die Rasur das Problem sei, sondern der nachherige Gebrauch der Deos.

Kritische Stimmen

Kris McGrath hat 437 Frauen mit Brustkrebs untersucht und in verschiedene Gruppen unterteilt: Je nachdem wie häufig sie sich im Achselbereich die Haare entfernten. Der Forscher fand: Je intensiver die „Unterarm-Hygiene“, desto jünger waren die diagnostizierten Krebspatientinnen. Dabei werfen Kritiker bereits hier vor, dass es keine Kontrollgruppe von gesunden Frauen gab. Der Forscher sieht zwar die beschränkte Aussage der Studie ein, argumentiert aber damit, dass die Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Krebs und Deos vorhanden sei. Das sieht auch die britische Molekularbiologin Philippa Dabre so. Sie hatte vor zwei Jahren im Journal of Applied Toxicology eine Studie über Zusatzstoffe in Deos und den Zusammenhang mit Karzinomen berichtet. David Philips vom Institute of Cancer Research in London sieht den Zusammenhang aber nicht. „Die Verwendung von Deos steigt langsamer als die Zahl der Krebsfälle“, so der Forscher. Das sei also kein Beweis.

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