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Neuraltherapie gegen vegetatives Syndrom

Nach den kritischen Daten zur Hormonersatzbehandlung verändert sich das Vorgehen dramatisch. Komplementäre Methoden wie die Neuraltherapie sind auf dem Vormarsch.

Bei Risikopatientinnen, die keine HRT im eigentlichen Sinne erhalten sollen, schlagen wir folgendes Vorgehen vor:

1. Behandlung der durch die vegetative Instabilität vermittelten Beschwerden mit Methoden, die über das vegetative Nervensystem einwirken (Traditionelle Chinesische Medizin mit Akupunktur, Neuraltherapie/ TLA, Komplexhomöopathie).
2. Behandlung des postmenopausalen Hormonmangels mit Phytoestrogenen (v.a. aus Soja oder Rotklee).
Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass die klimakterischen Beschwerden, gerade bei Kombination von Neuraltherapie und Phytoestrogenen, bei einem hohen Prozentsatz der Frauen suffizient behandelt werden können.
Die Mehrzahl der perimenopausalen Beschwerden wird durch eine vegetative Instabilität verursacht, so zum Beispiel Hitzewallungen, Schlafstörungen, Nervosität und Reizbarkeit, rasche Erschöpfung, Schwindel, Kribbelgefühle der Hände und Füße, Konzentrationsschwäche, Ängstlichkeit und Paniksyndrom, Herzbeschwerden wie Herzklopfen und Herzrasen.
Die Minderzahl der Beschwerden ist eher durch direkte Hormonmangelwirkungen erklärlich, wie das depressive Syndrom, die Libidominderung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr durch Schleimhautatrophie. Die Pathogenese der vegetativen Irritabilität ist bis heute nicht vollständig geklärt, diskutiert wird zum Beispiel ein Einfluss des schnellen Anstiegs der Gonadotropine perimenopausal.

Neuraltherapie nach Huneke

Für die Behandlung der vegetativen Instabilität in der Perimenopause sind die folgenden Injektionen von Bedeutung:
1. Injektion an die Schilddrüse. Die Schilddrüse wird in ihrer vegetativen Funktion deutlich durch Stress und Ängste beeinträchtigt, ohne dass dies laborchemisch nachweisbar wäre. In der Regulation der hormonellen Achse über das vegetative Nervensystem ist die Schilddrüse von großer Bedeutung.
2. Injektion an die Magengrube (Plexus solaris). Diese Injektion wirkt regulierend auf den Oberbauch und bringt den Menschen wieder „in die Mitte“. Sie hat sich sehr bewährt bei der perimenopausalen Behandlung. Ansonsten ist sie zur Behandlung aller Oberbaucherkrankungen geeignet.
3. Gynäkologischer Raum. Die Injektion an die vegetativen Fasern des Plexus uterovaginalis beeinflussen direkt segmental die Organe des kleinen Beckens, wie Uterus, Ovarien, Blase. Indikationen sind chronische Unterbauchschmerzen, perimenstruelle Schmerzen, das klimakterische Syndrom, Kinderwunsch, Reizblase und Dysurie.
4. Die intravenöse Gabe von Procain erreicht über die Blutbahn den gesamten Körper und das Gehirn, wenn auch durch die schnelle Spaltung des Procains durch Serumesterasen in niedriger Konzentration. Indikationen sind allgemeine vegetative Stabilisierung, ein milder Hypertonus, leichte Polyarthralgien besonders der Finger sowie Durchblutungsstörungen (nur für Procain als Lokalanästhetikum).
Wir möchten daher die Frauenärzte ermutigen, diese Behandlungsmöglichkeit zu erlernen und ihren Patientinnen anzubieten.

Dr. Gerald Müller, Dr. Barbara Dolll
AAC Anti Age Concept GmbH, Hamburg
Quelle: Journal für Menopause 4/2003, Krause&Pachernegg Verlag
Den vollständigen Beitrag finden Sie unter:
www.kup.at/menopause

Dr. Gerald Müller, Dr. Barbara Dolll, Ärzte Woche 28/2001

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