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Wechselbeschwerden lindern, Krebs vorbeugen

Für immer mehr Frauen stellen klimakterische Beschwerden kein zu erduldendes Schicksal mehr dar. Eine Hormonersatztherapie ist längst die klare Alternative zu lästigen Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Nervosität und Depression. Und neben diesen klar als angenehm empfundenen Wirkungen dürfen jene protektiven Faktoren, die der Entstehung von Osteoporose und Herz-Kreislauferkrankungen entgegenwirken, nicht außer Acht gelassen werden. 

Aber immer mehr Frauen wünschen sich auch eine natürliche Alternative zu den herkömmlichen Hormonersatztherapien, sei es, weil sie sich mit den Nebenwirkungen nicht abfinden wollen oder können, sei es aus Gründen des Tierschutzes. Für all diese Frauen könnten Phytoöstrogene die ersehnte Alternative sein.

Wertvolle Isoflavone

Seit langem ist bekannt, dass bei Frauen in Asien und Lateinamerika physische und psychische Veränderungen im Klimakterium vergleichsweise selten auftreten. Dies dürfte vor allem in der Ernährung begründet sein, die reich an so genannten Isoflavonen ist.

Isoflavone sind Pflanzeninhaltsstoffe, die in den Früchten und Blättern verschiedener Bohnensorten, Soja und Rotklee vorkommen. In der europäischen Ernährung hingegen sind Isoflavone nur in geringen Konzentrationen vorhanden. 

Einem Team unter der Leitung von Prof. DDr. Johannes C. Huber von der Universitätsklinik für Frauenheikunde in Wien ist es gelungen, die natürlichen Wirkstoffe von Rotklee für Frauen im Klimakterium nutzbar zu machen. Huber dazu: "Rotklee weist einen auffallend hohen und vielfältigen Gehalt an Isoflavonen auf. Dank eigens entwickelter Kultivierungs- und Herstellungsverfahren wirkt Rotklee etwa bis zu 50-mal stärker als Soja und ist zudem verträglicher." 

Hormonähnliche Wirkung

Nach derzeitigem Wissen ist Rotklee die einzige in der Medizin genutzte Pflanze, die alle vier bekannten Isoflavone "Genistein, Daidzein, Biochanin A, Formononetin" enthält. Isoflavone sind keine Hormone, zeigen im menschlichen Körper aber hormonähnliche Reaktionen.

Während die Bindung an die Beta-Östrogenrezeptoren die erwünschte Östrogenstimulierung an den "Zielorganen" Herz-Kreislauf und Knochen bewirkt, binden Phytoöstrogene nicht an den Alpha-Östrogenrezeptoren, wodurch es zu keiner Stimulierung von Brust- und Gebärmuttergewebe kommt. 

Huber: "Diese selektive Wirkung des natürlichen Hormonersatzes ist ein entscheidender Vorteil nicht nur in der Therapie, sondern auch in der Akzeptanz einer Behandlung durch die Patientinnen."

Isoflavone stellen aber auch einen zentralen Denkansatz in der Krebsprävention dar: Eine 1997 veröffentlichte Studie weist nach, dass Frauen mit hoher Isoflavonkonzentration im Urin ein um bis zu 60 Prozent geringeres Brustkrebsrisiko aufweisen.

Vor allem das Isoflavon Genistein scheint das Wachstum des Mammakarzinoms zu hemmen. Die im Rotklee enthaltenen Substanzen helfen laut Huber nicht nur, Wechselbeschwerden zu lindern, sondern haben darüber hinaus auch noch zahlreiche andere gesundheitsfördernde Wirkungen. Das Rotklee-Extraktionspräparat ist nach österreichischer Einstufung ein Verzehrprodukt und unter dem Markennamen "Menoflavon" in Apotheken frei erhältlich.

Quelle: Pressekonferenz vom 3.4.2001

Dr. Martina Zach, Ärzte Woche 15/2001

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