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Bildgebung beim Ovarialkarzinom

Der Nutzen von PET und PET/CT bei Eierstockkrebs ist nicht belegbar.

Mangels Studien gibt es derzeit keine Belege, dass Patientinnen mit Ovarialkarzinom von der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) alleine oder in Kombination mit einer Computertomographie (CT) profitieren. Was die diagnostische Güte betrifft, lassen sich Rezidive in bestimmten Fällen mit PET oder PET/CT früher und genauer erkennen als mit konventionellen Verfahren. Zu diesem Resultat kommt der Abschlussbericht des deutschen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

 

Viele Fachleute hoffen, mit PET oder PET/CT, alleine oder in Kombination mit anderen Methoden, besser zwischen bösartigen und gutartigen Tumoren der Eierstöcke unterscheiden zu können. PET oder PET/CT könnten auch bei der Beurteilung des Tumorstadiums und des Therapieansprechens hilfreich sein, bzw. um früher und mit höherer Gewissheit Rezidive und Metastasen zu entdecken. Diese Informationen sollen letztlich zu besseren Therapieempfehlungen führen.

Nutzen für Patientinnen entscheidend

Das IQWiG hat deshalb weltweit in der Fachliteratur nach Studien gesucht, in denen Auswirkungen der Diagnostik mittels PET oder PET/CT auf gesundheitliche Aspekte untersucht wurden, die für Patientinnen unmittelbar relevant sind, z. B. bessere Überlebenschancen, Vermeidung unnötiger Operationen oder weiterer diagnostischer Eingriffe oder bessere Lebensqualität. Allerdings blieb die Suche nach solchen Studien erfolglos, so dass die Frage nach dem patientenrelevanten Nutzen der PET oder PET/CT unbeantwortet bleiben musste.

PET kann in bestimmten Fällen Rezidive besser erkennen

Zusätzlich haben die IQWiG-Autoren nach Studien gesucht, in denen diagnostische Genauigkeit und Vorhersagekraft der PET oder PET/CT mit anderen Untersuchungsverfahren verglichen wurden. Dabei geht es um die Frage, wie oft eine PET-Untersuchung ein richtiges Ergebnis liefert.

Hier konnten zwar die Ergebnisse aus 40 Studien ausgewertet werden. Allerdings lassen diese nur in Hinblick auf das Erkennen eines Rezidivs eine belastbare Aussage zu: Demnach scheinen PET und PET/CT zuverlässiger als andere Verfahren einen Rückfall feststellen oder ausschließen zu können. Hier bleibt allerdings unklar, ob dies nur für bereits symptomatische Patientinnen gilt oder auch für jene, die bei der routinemäßigen Nachsorge einen auffälligen Blutbefund haben. Dazu machen nur die wenigsten Studien genaue Angaben.

Patientinnen ausführlich informieren

Da aber auch bei diesen Patientinnen nicht untersucht ist, ob sich die höhere Testgüte der PET oder PET/CT positiv auf Sterblichkeit, Krankheitslast oder Lebensqualität auswirkt, geht das IQWiG davon aus, dass ein patientenrelevanter Nutzen der PET oder PET/CT nicht belegt ist. So ist insbesondere fraglich, ob ein mittels PET oder PET/CT entdecktes Rezidiv tatsächlich besser behandelt werden kann. Ärzte sollten ihre Patientinnen deshalb unbedingt ausführlich nicht nur über den möglichen Nutzen in Form einer früheren Diagnose, sondern auch über den möglichen Schaden informieren. Letzterer kann darin bestehen, dass früher eine mit erheblichen Nebenwirkungen verbundenen Zweitlinien-Therapie begonnen wird, ohne dass diese das Überleben der Patientinnen verlängern kann. Daher wären dringend Studien notwendig, die den patientenrelevanten Nutzen der PET oder der PET/CT bei der Diagnostik von Ovarialkarzinomen im direkten Vergleich mit konventionellen Diagnoseverfahren untersuchen.

 

Nähere Informationen: www.iqwig.de

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