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Ein Embryo im Blastozytenstadium nur wenige Tage nach der künstlichen Befruchtung
 

Österreichs erstes Retortenbaby wird 30

Das erste österreichische IVF-Baby - Zlatan Jovanovic - feiert am 5. August seinen 30. Geburtstag.

Vor 30 Jahren war die Geburt eines Retortenbabys eine kleine Sensation - heute ist In-vitro-Fertilisation in der Reproduktionsmedizin nicht mehr wegzudenken. Ehemals waren an der Wiener Universitäts-Frauenklinik im AKH mehrere junge Gynäkologen beteiligt, unter ihnen Wilfried Feichtinger und Peter Kemeter.


Wie alles begann: In den 1970er Jahren Jahren steckte die Reproduktionsmedizin im wahrsten Sinne des Wortes noch in den Kinderschuhen. "Der Traum von der Befruchtung außerhalb des Mutterleibes im Reagenzglas existierte bereits sehr früh. Für die Mediziner war diese neue Form der Befruchtung zudem ein extrem spannendes medizinisches Forschungsgebiet", erklärte Feichtinger am Donnerstag ine einer Aussendung.

Zu Beginn viele Zweifler


Gemeinsam mit einer Gruppe von Ärzten der Universitäts-Frauenklinik Wien befasste sich der Mediziner mit der Erforschung der weiblichen Eizelle. "Die Kollegen bezweifelten allerdings, dass IVF jemals beim Menschen funktionieren würde", sagte der Arzt. "Ich selbst war immer überzeugt, dass es eines Tages klappen wird", fügte er hinzu.

"Ganz zu Anfang war es faszinierend, an einem Forschungsprojekt mitzuarbeiten, in dem es noch so wenig Erfahrung gab. Die Arbeit an der Wurzel des Lebens reizt mich nach wie vor und ich möchte immer weitere und bessere Möglichkeiten finden, um Paaren zu helfen", erklärte Feichtinger, der später mit Kemeter ein eigenes privates IVF-Institut aufbaute. Heute arbeiten die beiden Gynäkologen getrennt.

IVF zur Behandlung der Infertilität


Die Vorarbeiten stammten aus Großbritannien. Bereits in den 1950er Jahren hatte der britische Embryologie Robert G. Edwards - er wurde 2010 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet - die Vision, dass eine In-Vitro-Ferlisierung hilfreich bei der Behandlung der Infertilität sein könnte. Er arbeitete schließlich mit dem Gynäkologen Patrick Stepto zusammen. Am 25. Juli 1978 erblickte in Großbritannien mit Louisa Brown das erste "Retortenbaby" das Licht der Welt. Bis 2010 wurden weltweit schon rund vier Millionen Kinder nach einer solchen Fertilitätsbehandlung geboren.

Am 5. August 1982 war es mit Zlatan Jovanovic in Österreich soweit. Die Alpenrepublik war damit weltweit nach England, Australien und den USA, Frankreich und Deutschland das sechste Land, in dem ein Baby nach einer In-vitro-Fertilisation auf die Welt kam.

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