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Die Beckenendlagengeburt: Ergebnisse eines einzelnen Zentrums nach 12-jähriger Erfahrung

FRAGESTELLUNG: Welchen Einfluss hat die Art der Entbindung bei Beckenendlage auf den postpartalen Zustand des Neugeborenen. METHODIK: 1345 Termingeburten eines 12-jährigen Zeitraumes wurden nach einer Entbindung aus Beckenendlage retrospektiv untersucht. Es konnte die kindliche Morbidität und die perinatale Mortalität in den einzelnen Entbindungsgruppen verglichen werden. ERGEBNISSE: Es wurden 1345 Neugeborene am Termin entbunden. In 1041 (77,4%) Fällen wurde eine vaginale Geburt angestrebt, die bei 808 (60,1%) Frauen durchgeführt werden konnte. 233 (17,3%) Patientinnen mussten durch einen sekundären Kaiserschnitt entbunden werden. Bei 304 (22,6%) Patientinnen wurde eine elektive Sectio durchgeführt. In der Gruppe der vaginalen Geburten zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in der Rate niedriger APGAR Werte in der 5. Lebensminute oder von Nabelschnur pH Werten ≤ 7 verglichen mit einer primären Sectio. Es zeigte sich eine höhere kindliche Transferierungsrate nach einer vaginalen Entbindung als nach einer primären Sectio (55,0% vs. 20,0%). Als geburtshilfliche Traumata konnten 8 schwere Plexusparesen beobachtet werden, die sich ausschließlich nach einer vaginalen Entwicklung zeigten. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant (p = 0.0025). Perinatal verstarben zwei Kinder ohne angeborene Missbildungen nach einem vaginalen Entbindungsversuch. In der Gruppe der geplanten Schnittentbindungen verstarb kein reifes Kind. SCHLUSSFOLGERUNG: Die höhere Transferierungsrate und eine signifikante Häufung geburtsbedingter Traumata in der vaginalen Entbindungsgruppe unterstreichen die Vorteile eines geplanten Kaiserschnittes bei Entbindungen aus einer Beckenendlage.

Mariella Mailàth-Pokorny, Oliver Preyer, Christian Dadak, Andreas Lischka, Martina Mittlböck, Peter Wagenbichler, Thomas Laml, Wiener klinische Wochenschrift 5-6/2009

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