zur Navigation zum Inhalt
Laut einer Studie sollen in der Schwangerschaft substituierte Omega-3-Fettsäuren Kinder nicht vor einer IgE-vermittelten Allergie schützen.
 

Kein Allergieschutz in der Schwangerschaft

Die Einnahme von Fischölkapseln zeigt sich wenig tauglich zur Prävention.

Eine australische Studie ging der Frage nach, ob jene Kinder von Frauen, die sich in der Schwangerschaft langkettige Omega-3-Fettsäuren zuführen, weniger Allergien entwickeln. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die Supplementation von Fischöl die Inzidenz IgE-vermittelter allergischer Erkrankungen bei Kindern nicht reduziert.

Da allergische Erkrankungen immer mehr zunehmen, gewinnt vor allem die Prävention an Bedeutung. Eine australische Studie untersuchte, ob die Einnahme von Fischölkapseln (Eikosapentaensäure und Docosahexaensäure) in der Schwangerschaft auch später die Kinder vor Allergien schützen kann. Frühere Studien ließen vermuten, dass die Zufuhr langkettiger Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft einen günstigen Einfluss auf die Immunantwort der Neugeborenen hat.

An der DOMInO-Studie („Docosahexaenoic Acid to Optimise Mother Infant Outcome“) der University of Adelaide nahmen Schwangere teil, deren Nachwuchs ein erbliches Risiko für eine allergische Erkrankung hatte.

Fischöl und Gemüseöl im Vergleich

Die 368 Frauen der Interventi-onsgruppe erhielten von der 21. Schwangerschaftswoche an bis zur Entbindung täglich Fischölkapseln (900 mg langkettige Omega-3-Fettsäuren, n-3-LCPUFA).

Die 338 schwangeren Frauen der Kontrollgruppe erhielten Gemüseöl-Kapseln ohne n-3-LCPUFA. Bei den Kindern wurde bis zum Ende des ersten Lebensjahres die Entwicklung von IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen wie Ekzemen und Lebensmittelallergien verfolgt.

Sensibilisierungen gegen Kuhmilch, Eier, Weizen, Thunfisch, Erdnüsse, Gräserpollen, Deutsches Weidelgras, Olivenbaumpollen, Schimmelpilz (Alternaria tenuis), Katzenhaare und Hausstaubmilben wurden per Pricktest überprüft.

Gleich oft Lebensmittelallergien

Insgesamt zeigte sich, dass Einjährige, deren Mütter während der gesamten Schwangerschaft Fischölkapseln eingenommen hatten, ebenso häufig von IgE-vermittelten Allergien geplagt waren wie die Kinder der Kontrollgruppe. In der Interventionsgruppe entwickelten neun Prozent der Kinder allergische Erkrankungen, in der Placebogruppe 13 Prozent. Ein geringer, aber nicht signifikanter Vorteil zeigte sich jedoch nach Supplementation beim atopischen Ekzem.

Obwohl in der n-3-LCPUFA-Gruppe mehr Kinder mit einer Sensibilisierung gegenüber Eiern diagnostiziert wurden (9 Prozent der n-3-LCPUFA-Gruppe versus 15 Prozent der Kontrollgruppe), konnte zwischen den beiden Gruppen kein Unterschied hinsichtlich der IgE-vermittelten Lebensmittelallergien festgestellt werden. Die Inzidenz lag jeweils bei drei Prozent. Auch andere Vorteile zeigten sich in der Supplementationsgruppe nicht: Die Anzahl der Arztbesuche, Klinikaufenthalte, Infekte und medikamentösen Behandlungen der betroffenen Kinder war vergleichbar.

Literatur:

Palmer DJ et al.: Effect of n-3 long chain polyunsaturated fatty acid supplementation in pregnancy on infants’ allergies in first year of life: randomised controll- ed trial. British Medical Journal 2012; 344: e184; doi: 10.1136/bmj.e184

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben