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EBCC: Nichtmedikamentöse Strategien gegen Menopause-Beschwerden

Eine künstlich herbeigeführte Menopause - vor allem durch eine Antiöstrogen-Therapie - ist eine belastende Begleiterscheinung der Brustkrebstherapie. Hormonersatz kommt nicht infrage. Niederländische Wissenschafter haben jetzt den Wert von nichtmedikamentösen Strategien gegen Hitzewallungen, Schweißausbrüche bei Tag und bei Nacht, trockene Schleimhäute und Inkontinenz untersucht.


Kognitive Verhaltenstherapie


The Netherlands Cancer Institute erprobte deshalb bei jüngeren Brustkrebspatientinnen, die durch die Chemotherapie oder Hormontherapie in eine künstlich herbeigeführte Menopause geraten waren, eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT) und Bewegung (PE) jeweils allein oder in Kombination im Vergleich zu einer Betreuung ohne diese Maßnahmen. Im Grunde stünden dafür sonst nur manche Blutdruckmedikamente und Antidepressiva zur Verfügung.


Die Wissenschafter Marc van Beurden und die Co-Autoren untersuchten dazu 422 Brustkrebspatientinnen im durchschnittlichen Alter von 48 Jahren, die aus 14 Krankenhäusern der Regionen Amsterdam und Rotterdam in den Niederlanden rekrutiert worden waren. Alle Patientinnen, die eine oder beide genannten Therapien erhielten, zeigten gegenüber der Kontrollgruppe insgesamt einen Rückgang der Menopausesymptome und berichteten über eine Verbesserung ihrer Sexualität und körperlichen Funktionen. Diese positiven Auswirkungen hielten sechs Monate danach immer noch an.


Aufwendiges Trainingsprogramm


"Soweit wir wissen, handelt es sich um die erste Studie, die sich mit der Wirksamkeit dieser beiden Methoden speziell bei Frauen mit einer akuten behandlungsinduzierten Menopause befasst", erklärte van Beurden Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Die Vorteile gibt es allerdings nicht ohne erheblichen Aufwand: Die kognitive Verhaltenstherapie bestand aus vier Gruppensitzungen von Betroffenen zu je eineinhalb Stunden. Entspannungstraining, und ähnliche Techniken sollten dann pro Tag für 15 Minuten praktiziert werden. Das Trainingsprogramm sollte zweieinhalb bis drei Stunden Ausdauersport bzw. Bewegung pro Woche umfassen.


Der Experte: "Das körperliche Trainingsprogramm ist aufwendig. Wir glauben, dass wir aber das Verhaltenstraining auch via Internet etc. propagieren können. Das kann man auch jederzeit und individuell praktizieren. (...) Aber die 'Therapietreue' der Patientinnen ist natürlich ein Problem." Das Verhaltenstraining reduziert auch nicht die Häufigkeit von Symptomen wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, sondern bringt offenbar nur einen besseren psychischen Umgang mit den Problemen.

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