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Eisenstatus: Zeit lassen mit dem Abnabeln

Babys, bei denen nach der Geburt die Nabelschnur erst nach etwa drei Minuten abgeklemmt wird, haben einen besseren Eisenstatus als Kinder, die rasch abgenabelt werden.

Schwedische Forscher untersuchten an 400 Neugeborenen, die nach einer problemlosen Schwangerschaft zum errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen waren, Vor- und Nachteile eines späteren Abnabelns (drei Minuten nach der Geburt) im Vergleich zum sofortigen Abklemmen der Nabelschnur (zehn Sekunden nach der Geburt). Die Kinder wurden unmittelbar nach der Geburt untersucht, dann ein bis sechs Stunden später, zwei bis drei Tage später und schließlich noch einmal nach vier Monaten.

Zwei Tage nach der Geburt litten mehr Babys, die rasch abgenabelt wurden, an einer Anämie als solche, die später vom plazentaren Blutfluss getrennt wurden (1,2 % vs. 6,3 %). Der protektive Effekt hielt auch vier Monate später noch an. Zwar war die Hämoglobinkonzentration in beiden Studiengruppen vergleichbar, jedoch nicht der Eisengehalt. So lag der Ferritin-Gehalt in der Drei-Minuten-Gruppe im Durchschnitt 45 Prozent höher (117 µg/l vs. 81 µg/l), und deutlich weniger Kinder in dieser Gruppe hatten einen Eisenmangel (0,6 Prozent vs. 5,7 Prozent). Durch das Abwarten waren weder respiratorische Symptome noch Polyzythämien oder Hyperbilirubinämien häufiger zu beobachten.

Andersson, O. et al.: British Medical Journal 2011;343:d7157; doi:10.1136/bmj.d7157

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