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Den Ursachen für Fehlgeburten auf der Spur

Rund fünf Prozent der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch sind von rezidivierenden Spontanaborten betroffen. Das "Warum" bleibt bei den meisten Betroffenen unklar. Wissenschaftlern vom Hormon- und Kinderwunschzentrum am Klinikum der Universität München ist es jetzt laut einem Artikel im Fachmagazin "Fertility and Sterility" gelungen, eine Ursache für gehäufte Fehlgeburten zu identifizieren.

Die Forscher fanden bei 17 Prozent der Frauen mit zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Fehlgeburten Antikörper gegen Antigene des Trophoblast. Bei Frauen mit drei oder mehr Aborten waren diese Antikörper sogar bei knapp über einem Drittel der Fälle nachweisbar. "Wir glauben, dass durch diese Antikörper das für die Schwangerschaft unerlässliche Mutterkuchen-Gewebe quasi als 'Fremdkörper' abgestoßen wird, wodurch die Schwangerschaft dann keine Chance hat sich weiter zu entwickeln", erklärt Erstautorin Nina Rogenhofer.

Die Forscher glauben, bereits erste therapeutische Ansätze gefunden zu haben. "Nach neuesten Untersuchungen lassen sich die Antikörper durch ein relativ gebräuchliches Medikament unterdrücken. Wir konnten zeigen, dass Infusionen mit gepoolten Antikörpern gesunder Plasmaspender die pathologische Abstoßungsreaktion gegen Mutterkuchenantigene neutralisieren können“, berichtet Rogenhofer von Ergebnissen ihrer aktuellen Forschung. Diese Therapie sei bereits bei anderen immunologischen Erkrankungen erprobt und offenbar sehr nebenwirkungsarm.

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