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Gynäkologie und Geburtshilfe 22. November 2011

Mit "Mafiamethoden" zur Frauenärztin

Patientinnen sollen die Möglichkeit haben bei gynäkologischen Untersuchungen wahlweise von Frauen untersucht zu werden und das auf Kassenkosten. Nicht immer ist das möglich, wie ein Beispiel aus Kärnten zeigt. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch.


"Um zu verhindern, dass Frauen aus Scham vor einem männlichen Arzt keine regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen mehr durchführen lassen, ist ein flächendeckendes Angebot an weiblich besetzten gynäkologischen Kassenstellen schleunigst sicherzustellen", machte die Kärntner Frauenreferentin Beate Prettner den Wunsch nach zwei Gynäkologinnen deutlich. Alleine die Ressourcen fehlten.

Mit Kreativität zum Ziel


Deshalb, so erklärt der Gesundheitsreferent des Landes wurde eine Lösung der anderen Art gefunden: "Unsere durchaus kreative Lösung sieht so aus, dass die Kärntner Gebietskrankenkasse zwei Gynäkologinnen anstellt und diese bei niedergelassenen Vertragsärzten für kärntenweite Vertretungstätigkeiten zumindest für einen Tag pro Woche zur Verfügung stehen. Damit wird die bestehende Infrastruktur genutzt und Frauen haben die Wahlmöglichkeit, ob sie von einer Frauenärztin untersucht bzw. behandelt werden wollen, ohne dass sie wie bei Wahlärztinnen dafür etwas bezahlen müssen."

Das einmalige Finanzierungspaket


Im Vorfeld wurde dieses Projekt mit Vertretern der Ärztekammer sowie niedergelassenen Vertragsgynäkologen abgestimmt. Um die Umsetzung auch finanziell bewerkstelligen zu können, hat die KGKK in Abstimmung mit dem Gesundheitsreferenten einen Antrag an den Kärntner Gesundheitsfonds auf Förderung durch Strukturmittel in der Höhe von rund 100.000 Euro pro Jahr gestellt. Dieser Antrag soll dann in der Sitzung der zuständigen Gesundheitsplattform am 12. Dezember beschlossen werden.

"Mittelfristige Übergangslösung"


Danach werden die beiden Gynäkologinnen bei der KGKK angestellt und sollen im ersten Halbjahr 2012 bei den Vertragsärzten, die bei diesem Modell mitmachen, mit der Vertretungstätigkeit beginnen. "Die Sicherstellung dieser Finanzierung ist äußerst wichtig, um eine mittelfristige Übergangslösung für diese so wichtige Fragestellung anbieten zu können", betonte KGKK-Bereichsdirektorin Helgard Kerschbaumer. So werden den Frauen in Kärnten schon in Kürze Frauenärztinnen auf Kassenkosten zur Verfügung stehen.

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