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Privates Zentrum für die Brust

Das Wiener Goldene Kreuz wurde zum Brustgesundheitszentrum zertifiziert.

Frauen mit der Verdachtsdiagnose Brustkrebs sollen ab 2016 nur noch in zertifizierten Brustgesundheitszentren betreut werden. Diese Zentren zeichnen sich durch die dokumentierte Kooperation verschiedener Fachbereiche sowie durch objektiv überprüfbare Qualitätsstandards aus. Als erste Privatklinik in Österreich wurde das Goldene Kreuz in Wien zum Brustgesundheitszentrum zertifiziert.

 

In den Richtlinien der European Society of Matology fordert die Europäische Union die Implementierung von zertifizierten Brustgesundheitszentren. Spätestens bis 2016 sollen alle Frauen mit der Verdachtsdiagnose Brustkrebs nur noch in solchen Zentren behandelt werden. Diese Vorgabe wurde auch im Österreichischen Strukturplan Gesundheit festgehalten. Eine Besonderheit von Brustgesundheitszentren sind die dokumentierte Vernetzung und Kooperation verschiedener Fachbereiche. Es besteht auch eine Zusammenarbeit mit dem jeweiligen niedergelassenen Arzt.

Die Zentren müssen eine Reihe von Kriterien erfüllen. Dazu gehört, dass die Betreuung durch Spezialisten erfolgt, die eine hohe fachliche Qualifikation und Erfahrung vorweisen können. Mindestens 100 Neuerkrankungen müssen pro Jahr diagnostiziert und therapiert werden. Der betreuende Facharzt muss zumindest 30 neu diagnostizierte Patientinnen pro Jahr behandeln. Die Fachärzte für Pathologie weisen die Fachkenntnis von mindestens 50 Begutachtungen in der Brustpathologie pro Jahr vor. Der betreuende Onkologe ist nachweislich für die medikamentöse Tumortherapie von zumindest 30 Patientinnen pro Jahr verantwortlich. Die Patientinnen werden von mindestens zwei Fachärzten für Radiologie und den ebenfalls spezialisierten Radiotechnologen mit besonderen Kenntnissen und Fertigkeiten in der Brustdiagnostik betreut. Nachzuweisen sind im Minimum 300 Sonografien und 1.000 Mammografien pro Facharzt und pro Jahr. Die eventuell notwendige Strahlentherapie kann über Kooperationspartner mit der bestätigten Patientenfrequenz von 50 Therapieformen pro Jahr und pro Facharzt vereinbart werden.

Das Tumorboard ist eine fächerübergreifende Konferenz, in der wöchentlich alle Fälle besprochen werden. Es wird ein gemeinsames Therapiekonzept festgelegt, das von allen beteiligten Disziplinen getragen wird. Dem Tumorboard gehören im Goldenen Kreuz Fachärzte aus den Disziplinen Gynäkologie und Chirurgie, Radiologie, Strahlentherapie, internistische Onkologie, Pathologie und Physikalische Medizin an. Für die Pflege der Patientinnen wird eine spezialisierte Breast Care Nurse ausgebildet. Das Netzwerk umfasst unter anderem auch die Nuklearmedizin und die Plastische-Rekonstruktive Chirurgie sowie weiterführende Maßnahmen wie Psychoonkologie, Seelsorge, Ernährungsberatung und Sozialarbeit. Neben dem Tumorboard gibt es eine Morbiditätskonferenz zur Besprechung besonders schwerer Krankheitsverläufe. Auch findet regelmäßig ein interdisziplinärer Qualitätszirkel statt. Da der Faktor Zeit gerade bei Krebserkrankung eine entscheidende Rolle spielen kann, dürfen zwischen dem Verdacht und dem Behandlungsbeginn bestimmte Wartezeiten nicht überschritten werden: Bei Verdacht auf ein Mammakarzinom darf die Patientin nicht länger als zwei Wochen auf einen Termin warten. Nach einer ersten histologischen Untersuchung muss das Ergebnis innerhalb von sechs Tagen vorliegen.

Die Einhaltung aller Anforderungen muss regelmäßig nachgewiesen werden, alle drei Jahre ist eine Re-Zertifizierung mit einer neuerlichen Prüfung erforderlich.

 

Liste der österreichischen Brustgesundheitszentren: www.doc-cert.com  

 

Quelle: Goldenes Kreuz Privatklinik

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