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 Beim British Medical Journal ist ein aktueller Fachartikel zur Prävention postpartaler Depressionen nachzulesen.
 

Das Spekulum im globalen Netz

Gynäkologische Webtipps für Laien und Experten.

Die Ärzte Woche weist den frauenmedizinischen Weg durchs World Wide Web. Wir stöberten spannende Links zu qualitätsgeprüften Seiten für Patienten sowie zu Kongressinfos und Journalen für Fachleute auf.

 

„Was tun beim unterfüllten Kinderwunsch?“ oder: „Raucherentwöhnung: Was hilft während der Schwangerschaft?“ – Qualitätsgeprüfte Antworten auf diese und andere häufigen Fragen zum Thema „Schwangerschaft“ finden sich in dem für verschiedenste Bereiche empfehlenswerten Internetverzeichnis www.patienten-information.de. Es wird gemeinsam von der deutschen Bundesärztekammer und der deutschen Kassenärztlichen Bundesvereinigung betrieben und soll Patienten gute und verlässliche Informationen bieten. Zu den Quellen zählen vor allem die deutschen ärztlichen Körperschaften auf Bundes- und Landesebene, deren Internet-Infoangebote für Laien hier über ein gemeinsames Portal abgefragt werden können.

Was Sie nicht versäumen dürfen

Womit sich Österreichs Experten für Gynäkologie bei ihrer Jahrestagung beschäftigen werden, ist dem über die Seite www.oeggg.at/kongresskalender/2009.html zum Download zur Verfügung stehenden Vorprogramm zu entnehmen. Es wird von der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Bayerischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Frauenheilkunde gemeinsam abgehalten und findet vom 10. bis 13. Juni in Wien statt.

In der Rubrik „Was Sie nicht versäumen dürfen“ ist im Tagungsfolder unter anderem dieser interessante Programmpunkt aufgelistet: „Der Prozess – ein nachgespielter Arzthaftungsprozess mit echten Anwälten und Richtern“. Zu den Hauptthemen werden laut Veranstalter jedoch Schwerpunkte wie „Die kritisch kranke Patientin“, „Prävention in der Geburtshilfe“, „Kontrazeption aktuell“ oder „Uterusmalignome“ zählen. Auch das Mammakarzinom wird im Brennpunkt der Jahrestagung stehen. Unter anderem werden „schonende Konzepte zur Operation“, der „aktuelle Stand bei der adjuvanten Behandlung“ sowie „die Situation im Rezidiv“ präsentiert und diskutiert.

Ein neuer Ansatz bei der Brustkrebs-Therapie wird unter anderem auch in einer aktuellen Ausgabe des österreichischen Journal für Gynäkologische Endokrinologie vorgestellt, das unter www.kup.at/journals/inhalt/1090.html kostenlos abgerufen werden kann.

Bindung, Trennung und Verlust

Ganz anderen Aspekten der Gynäkologie und Geburtshilfe wird sich hingegen die erste Drei-Länder-Tagung der Österreichischen, Deutschen und Schweizer Gesellschaft für psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe widmen, die vom 13. bis 15. März in Salzburg stattfindet. Das übergreifende Thema wird „Bindung – Trennung – Verlust“ lauten. Im Programm schreiben die Veranstalter: „In Frauenheilkunde und Geburtshilfe spiegeln sich mannigfaltige Aspekte von Binden und Lösen sowie Entbinden: in der Entbindung, der Geburt, in der Mutter-Kind-Bindung, in der Arzt-Patienten-Bindung“. „Die zentrale Metapher“ dieses Fachtreffens sei jedoch „die Verbundenheit von Mutter und Kind während der gesamten Schwangerschaft. Die Durchtrennung der Nabelschnur bei der Geburt ist der Schritt in die körperlich organische Selbstständigkeit.“

Weitere Informationen über dieses Symposium sind über den entsprechenden Link auf www.psygyn.at zugänglich, das ist die Homepage der Österreichischen Gesellschaft für Psychosomatik in Gynäkologie und Geburtshilfe. Die Direktadresse lautet: www.psygyn.at/drei_laender/tag.php. Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist im Internet unter www.dgpfg.de zu finden. Über die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für psychosomatische Gynäkologie und Geburtshilfe gibt es unter www.sggg.ch Kontaktinformationen.

Kasten:
„Eigentlich sollte ich glücklich sein!“
Postpartale Depressionen (PPD) treten bei durchschnittlich rund 13 Prozent der Mütter auf. Wir beschreiben, wo Laien im Internet Infos dazu finden und was eine kanadische Studie zur Prävention von PPD zeigt.
Die Anforderungen von Schwangerschaft und Mutterschaft bergen „auch ein Risiko, depressiv zu werden, sich mutlos, antriebslos, freudlos und verzweifelt zu erleben. Dies gilt insbesondere für jene Frauen, die nicht das Glück hatten, eine bereichernde Kindheit erfahren zu haben, deren bisheriges Leben von psychischen oder sozialen Erschütterungen geprägt war, die in der Partnerbeziehung wenig Unterstützung erleben oder deren Schwangerschaft bzw. Geburt von Komplikationen geprägt war“. Das schreiben die Herausgeberinnen Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger und Prof. Dr. Anita Riecher-Rössler in ihrem im Springer Verlag erschienenen Buch zum Thema „Postpartale Depression – Von der Forschung zur Praxis“.
Dort heißt es auch, dass als „postpartale Depressionen“ im Allgemeinen alle „schwereren, länger dauernden und behandlungsbedürftigen Erkrankungen bezeichnet werden, die im ersten Jahr nach der Entbindung auftreten oder bestehen“. In einer „sehr sorgfältigen Metaanalyse“ hätten „O’Hara und Swain 1996 auf der Basis von 59 methodisch zuverlässigen Studien eine mittlere Prävalenzrate von 13 Prozent“ gefunden.
Depression nach der Geburt
Laien finden Informationen über PPD im Internet unter anderem auf der Website www.diesie.at des Wiener Programms für Frauengesundheit. Über die Links „Themen von A-Z“ und „Schwangerschaft“ kann die Subseite über „Depression nach der Geburt“ erreicht werden. Hier kann eine Broschüre mit dem Titel „…eigentlich sollte ich glücklich sein…“ heruntergeladen werden, die Müttern und deren Partnern und Angehörigen Rat und Hilfe bieten soll.
Ein sehr umfassendes Info-Angebot zur Prävention und Behandlung der Erkrankung enthält auch www.schatten-und-licht.de, eine Website, die von einer deutschen bundesweiten Selbsthilfe-Organisation betrieben wird. Ein standardisierter Fragebogen zur Selbsteinschätzung, der „Edinburgh Postnatal Depression Scale“, kann hier aufgerufen werden.
www.postnatale-depression.ch ist der Internetauftritt eines Vereins aus der Schweiz. Die Website macht unter anderem Angaben zu den folgenden „häufigen Fragen“: „Schadet die PND meinem Kind?“, „Sind Medikamente wirklich nötig?“ oder „Ist die PND ein kulturelles Phänomen?“. – Die Antwort auf die zuletzt genannte Frage lautet übrigens sowohl „Ja“ als auch „Nein“, denn: „Postnatale Depression gibt es überall. Häufigkeit und Symptome sind aber von Kultur zu Kultur verschieden. Die Häufigkeit scheint in Südamerika am größten zu sein, gefolgt von Europa und Nordamerika; am niedrigsten ist sie in Asien.“
Prävention am Telefon
Dass bereits durch wenig aufwändige Maßnahmen gegen postpartale Depression vorgebeugt werden kann, ist dem British Medical Journal unter www.bmj.com zu entnehmen. Cindy-Lee Dennis von der Universität Toronto führte gemeinsam mit Kollegen eine Studie mit rund 700 Frauen durch, bei denen innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Geburt mit dem „Edinburgh Postnatal Depression Scale“ ein hohes Risiko für die Erkrankung festgestellt worden war. Die Untersuchungsgruppe erhielt dann Hilfe durch „Peers“. Die Testpersonen wurden telefonisch von anderen Frauen beraten, die sich nach einer Schwangerschaft in einer ähnlichen Situation befunden hatten. Diese „Beraterinnen“ waren über Anzeigen und Flugblätter rekrutiert und in einer vierstündigen Ausbildung auf ihre Tätigkeit vorbereitet worden.
Nach zwölf Wochen waren nur 14 Prozent der Mütter, die telefonische Unterstützung erhalten hatten, an einer postnatalen Depression erkrankt – gegenüber 25 Prozent in der Kontrollgruppe (Effect of peer support on prevention of postnatal depression among high risk women: multisite randomised controlled trial BMJ 2009;338:a3064). Die beschriebene Studie kann bei www.bmj.com aufgerufen werden, indem – in Anführungszeichen gesetzt – „prevention of postnatal depression“ ins Suchfenster eingegeben wird. Das Dokument erscheint dann auf einer Liste mit insgesamt neun Treffern.

 Beim British Medical Journal ist ein aktueller Fachartikel zur Prävention postpartaler Depressionen nachzulesen.

 Auf der Site der Selbsthilfe-Organisation „Schatten und Licht“ ist das Thema „postpartale Depression“ für Laien übersichtlich aufbereitet.

 Diese Page befasst sich mit der ersten Dreiländertagung „Psychosomatik in der Gynäkologie“ in Salzburg.

Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe informiert im Internet umfassend über ihre Aktivitäten. 

 Was tun bei unerfülltem Kinderwunsch? – Die deutsche Patienten-Information soll auf diese und andere Fragen qualitätsgeprüfte Antworten geben.

Von Mag. Dietmar Schobel, Ärzte Woche

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