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Fertilitätserhalt und Behandlung der Infertilität bei Brustkrebspatientinnen

Etwa 12 % der Patientinnen mit Brustkrebs treten vor dem 35. Lebensjahr auf. Deshalb stellen der Fertilitätserhalt und/oder das Eintreten einer Schwangerschaft nach Abschluss der zytotoxischen Therapie relevante Themen dar. Neben der mehrmonatigen Exposition gegenüber Zytostatika benötigt eine relevante Anzahl von Patientinnen auch eine sequentielle langjährige antihormonelle Therapie. Deshalb müssen auch besonders junge Patientinnen bei Diagnosestellung ihre Schwangerschaft oft über viele Jahre auf einen Zeitpunkt, zu dem per se die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, schon reduziert ist, verschieben. Junge Patientinnen weisen per se eine schlechtere Prognose als ältere Patientinnen auf. Die Ovarien können viable Tumorzellen beherbergen. Prämenopausale Patientinnen weisen eine höhere Prävalenz für eine BRCA-Genmutation auf als ältere. Wenn die Ovarien belassen werden, kann das Ovarialkarzinomrisiko hoch sein. Ein normaler Menstruationszyklus nach Chemo- und/oder antihormoneller Therapie schließt eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz nicht aus. Nach antineoplastischer Therapie wird das Abwarten von mindestens 2 Monaten empfohlen, bevor die Ovarialfunktion untersucht werden soll. Der zuverlässigste Parameter der Ovarialreserve ist das Anti-Müllersche Hormon bzw. der Anti-Müllersche Faktor (AMH bzw. AMF). 4 randomisierte Studien haben einen protektiven Effekt des GnRH-Analogs Goserelin auf die Ovarialfunktion untersucht. Wegen der inkonsistenten Resultate kann die begleitende Verabreichung von GnRH-Analoga mit zytostatischer Therapie derzeit nur als experimentell angesehen und nicht empfohlen werden. Die sogenannte "Notfalls-in vitro Fertilisierung" kann bei selektierten Patientinnen zwischen der Brustkrebsdiagnose und dem Start einer Chemotherapie erwogen werden. Nach der extrakorporalen Befruchtung kann der Embryo zwecks Fertilitätserhalt tiefgefroren werden.

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