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Intelligentere und schonendere Früherkennungsstrategien sollen das Risiko unnötiger invasiver Eingriffe reduzieren.
 

Neue Strategie in Deutschland

Früherkennung von Zervixkarzinomen: Neue Bewertung des HPV-Tests im Vergleich zum PAP-Test.

In der Modellrechnung erzielte ein HPV-basiertes Screening alle zwei Jahre bei gleicher Teilnahmerate der Frauen praktisch denselben Effekt wie das jährliche zytologische Screening.

 

Im Rahmen eines vom Deutschen Institut für Medizinische Information und Dokumentation in Auftrag gegebenen Health Technology Assessments hat das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment der Health and Life Sciences Universität UMIT unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Siebert eine medizinische Entscheidungsanalyse und Kosten-Nutzen-Bewertung des Einsatzes des HPV-Testverfahrens zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs im Vergleich zum herkömmlich angewandten zytologischen Verfahren nach Papanicolaou für den deutschen Gesundheitskontext durchgeführt. Es wurde ein Computersimulationsmodell für den natürlichen Erkrankungsverlauf und die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs entwickelt und zur Untersuchung und Bewertung unterschiedlicher Vorgehensweisen in der Früherkennung eingesetzt.

„Die Ergebnisse unserer Kosten-Nutzen-Bewertung zeigen, dass die HPV-basierte Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs gemessen an relevanten Langzeitendpunkten wie vermiedenen Krebsfällen und Lebenserwartung der aktuell eingesetzten Zytologie überlegen ist und kosteneffektiv eingesetzt werden kann, wenn sie in mindestens zweijährigen Untersuchungsintervallen durchgeführt wird“, erklärt Dr. Gaby Sroczynski, die die Studie koordinierte. In der Modellrechnung erzielte ein HPV-basiertes Screening alle zwei Jahre bei gleicher Teilnahmerate der Frauen praktisch denselben Effekt wie das jährliche zytologische Screening.

„Das wichtigste Ergebnis unserer Studie ist, dass heute intelligentere und schonendere Früherkennungsstrategien das Risiko unnötiger invasiver Eingriffe reduzieren können, ohne dabei an Wirksamkeit zu verlieren und ohne erhöhte Kosten zu verursachen. Wichtig ist nun, bei den Frauen Verständnis und Akzeptanz für die neue Strategie zu fördern“, so Siebert.

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