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Foto: Privat
Prof. Dr. Christian Singer Arbeitsgruppe Senologie, MedUni Wien
 

Wissen anwendbar machen

Prof. Dr. Christian Singer, neuer Leiter der Senologie an der Wiener Universitätsklinik für Frauenheilkunde, will den Transfer von der Grundlagenforschung in die Klinik fördern.

Nach der Emeritierung von Prof. Dr. Ernst Kubista übernimmt sein langjähriger Mitarbeiter und Leiter des Forschungslabors für hereditären Eierstock- und Brustkrebs, Prof. Dr. Christian Singer, die Agenden für die Arbeitsgruppe Senologie der Universitätsfrauenklinik am AKH Wien.

 

In den letzten zwölf Jahren, seit seinem Eintritt in die Abteilung für Spezielle Gynäkologie der MedUni Wien, beschäftigte sich Prof. Dr. Christian Singer eingehend mit allen klinischen Aspekten des Mam- makarzinoms. So nahm er an über 35 klinischen Studien teil, die er teils als Principal Investigator, teils als Sub-Investigator betreute. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit im Bereich der gynäkologischen Onkologie liegt seit Jahren in der klinisch-translationellen Forschung. Die Arbeitsgruppe Senologie erforscht etwa gemeinsam mit der Universitätsklinik für Innere Medizin I die Vorhersagbarkeit des klinischen Ansprechens auf Herceptin. Im Rahmen mehrerer Projekte wurde die Bedeutung der HER2-Rezeptoraktivierung sowie die Messung von Serum-ECD-Konzentrationen in Hinblick auf das klinische Ansprechen auf Herzeptin-basierte Therapien untersucht.

Weitere Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der Anwendung von Genexpressionsprofilen und In-vitro-Chemosensitivitätstestungen zur Vorhersage des klinischen Ansprechens auf eine neoadjuvante Chemotherapie sowie mit der Identifikation von potenziellen Angriffspunkten für eine individualisierte zielgerichtete Therapie des Mammakarzinoms.

Ein weiterer Forschungsbereich ist die Bedeutung von stromal-epithelialen Interaktionen bei gynäkologischen Erkrankungen: das IGF/IGF1R-System beim Mammakarzinom und die Regulation der epithelialen MMP-Expression durch stromale Interleukine im gesunden und maligne entarteten Endometrium. Derzeit läuft, wiederum im Rahmen einer Kooperation mit der Universitätsklinik für Innere Medizin I, ein Forschungsprojekt, das sich mit der Identifikation von Sensitivitäts- und Resistenzmechanismen in der Behandlung von Ovarialkarzinomen bei der therapeutischen Blockade des ERB-Rezeptorsystems beschäftigt. Die Fortführung des wissenschaftlichen wie auch klinischen Erfolgweges, der unter Prof. Dr. Ernst Kubista begonnen wurde, ist somit garantiert.

Zusammenarbeit mit nieder-gelassenen Ärzten intensivieren

„Wir sind die einzige Universitätsklinik für Frauenheilkunde, die sich in einer eigenen Arbeitsgruppe klinisch und wissenschaftlich so umfassend mit allen Aspekten des Mammakarzinoms auseinandersetzt“, so Singer. „Unsere Leistungen reichen von der Beratungsstelle für erblichen Brust- und Eierstockkrebs über die Komplementärmedizinische Ambulanz bis hin zu ästhetisch-rekonstruktiven Operationsverfahren.“ Singer will daher die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und Gynäkologen in Zukunft intensivieren: „Wir sind bereits auf einem sehr guten Weg. Gerade im Oktober, dem sogenannten Brustkrebs-Monat, ist es wichtig, Signale zu setzen und darüber aufzuklären, dass es eine solche einzigartige Institution im AKH Wien gibt.“

Es ist Singer außerdem ein großes Anliegen, das Wissen aus der Grundlagenforschung um die Ursachen des Entstehens des Mammakarzinoms, des Fortschreitens und der Metastasierung für Diagnose, Prognose und Therapie klinisch anwendbar zu machen.

Mit 1. Oktober hat Singer die Leitung der Arbeitsgruppe Senologie übernommen.

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