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Foto: PhotoDisc
Frauen mit Verdacht auf Endometriose, die einen negativen Biopsie-Befund erhalten, kann in Zukunft vielleicht eine Bauchspiegelung erspart bleiben.
 
Gynäkologie und Geburtshilfe 1. September 2009

Einfacher Test für Endometriose in Sicht

Der Nachweis erfolgt durch Nervenfasern in der Gebärmutterschleimhaut.

Noch ist die Laparoskopie die Diagnosemethode der Wahl, wenn es darum geht, den Verdacht auf Endometriose bestätigt zu bekommen. Bald könnte an ihre Stelle eine simple Gewebeprobe aus der Gebärmutterschleimhaut treten.

Gleich zwei Studien untersuchten kürzlich den Zusammenhang zwischen Nervenfasern in der Gebärmutterschleimhaut und dem Vorliegen einer Endometriose.

Die erste Studie1 wertete Biopsie-Befunde von 99 Frauen aus, die sich wegen Bauchschmerzen, Unfruchtbarkeit oder beidem einer Laparoskopie unterzogen. Bei 63 der 64 Frauen, bei denen der Verdacht auf Endometriose bestätigt wurde, waren Nervenfasern im Endometrium nachweisbar. Bei 29 der 35 Frauen, die keinen positiven Befund erhielten, fanden sich hingegen keine Nervenfasern. Die übrigen Frauen hatten – bis auf eine – in ihrer Vorgeschichte bereits Phasen mit starken Menstruationsschmerzen, Beschwerden während des Geschlechtsverkehrs, Unfruchtbarkeit oder eine Endometriose. Eine Patientin wies Adhäsionen auf, die für die Diagnosestellung jedoch noch zu gering waren. Die Spezifizität des Tests betrug 83 Prozent, die Sensitivität 98 Prozent.

Die zweite Studie erbrachte den Nachweis, dass eine vorliegende Endometriose mit einer erhöhten Nervenfaserdichte assoziiert war. Die Dichte war selbst bei einer milden Erkrankung massiv erhöht – im Durchschnitt um das 14-fache. Dieser Test diagnostizierte die Erkrankung mit einer Spezifizität von 100 Prozent und einer Sensitivität von 95 Prozent. Noch in diesem Jahr wollen die Forscher weitere, verblindete, Daten vorlegen, die – so die Hoffnung – den Nutzen dieser Methode bestätigen. In weiterer Folge wird versucht, Biomarker zu identifizieren, die mittels Bluttest erkannt werden können.

In Zukunft könnte demnach Frauen, die einen negativen Erstbefund erhalten, die Bauchspiegelung erspart werden.

 

Quelle: Human Reproduction 2009; 1) Al-Jefout, M.et al. doi:10.1093/humrep/dep275 sowie 2) Bokor, A.doi:10.1093/humrep/dep283

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