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Subkutane Fett Topographie und metabolische Störungen beim Polyzystischen Ovar Syndrom

HINTERGRUND: Das Polyzystische Ovar Syndrom (PCOS) ist die häufigste Endokrinopathie bei fertilen Frauen, wobei die zentrale Form der Adipositas ein bedeutender Faktor in der zugrundeliegenden Pathophysiologie ist. Wenig ist bekannt über die Rolle des subkutanen Fettgewebes ("subcutaneous adipose tissue", SAT). Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen SAT Topographie und Insulinresistenz, Glucosetoleranz und metabolischen Parametern beim PCOS gibt. METHODEN: 36 Frauen mit PCOS (16–41 Jahre) und 87 gesunde Frauen (20–34 Jahre) wurden untersucht. Messungen des SAT mittels Lipometer, metabolische und hormonelle Parameter, orale Glucosetoleranztests und Hirsutismus-Scores wurden analysiert. Die Insulinresistenz wurde mittels HOMA-Index ("homeostasis model assessment") errechnet. ERGEBNISSE: Zentral gelegene SAT Messpunkte korrelierten signifikant positiv mit dem HOMA-Index, periphere Messpunkte waren negativ korreliert. Eine multiple Regressionsanalyse zeigte eine positive Assoziation zwischen HOMA-Index und den Messpunkten "unterer Bauch" und "oberer Rücken". Der Messpunkt "Hüfte" war negativ mit dem HOMA-Index assoziiert. Bei übergewichtig/adipösen PCOS-Patientinnen waren die Messpunkte "unterer Bauch" und "oberer Rücken" signifikant positiv mit der Insulinresistenz korreliert, während bei normalgewichtigen Frauen mit PCOS keine signifikante Korrelation mit der SAT-Topographie gefunden wurde. Weiters hatten PCOS-Frauen mit gestörter Glucosetoleranz signifikant mehr zentrales und weniger peripheres Fettgewebe verglichen mit PCOS-Frauen mit normaler Glukosetoleranz. Dickere zentrale SAT-Schichten waren überdies mit einem ungünstigen Serumlipidprofil assoziiert, während umgekehrt vermehrtes Fettgewebe an den Beinen positiv mit HDL-Cholesterin korrelierte. SCHLUSSFOLGERUNG: Bei Frauen mit PCOS scheinen dickere zentral gelegene subkutane Fettgewebs-Schichten mit Insulinresistenz, gestörter Glukosetoleranz und einem ungünstigen Serumlipidprofil assoziiert zu sein. Vermehrtes Fettgewebe an den Beinen scheint bei Frauen mit PCOS nicht mit metabolischen Veränderungen einherzugehen.

Elisabeth Wehr, Reinhard Möller, Renate Horejsi, Albrecht Giuliani, Daisy Kopera, Natascha Schweighofer, Andrea Groselj-Strele, Thomas R. Pieber, Barbara Obermayer-Pietsch, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2009

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