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Sectio und Fistulae im globalen Netz

Im Internet ist fast jede Art von Information zugänglich: Von Videos über gravierende gynäkologische Probleme in Entwicklungsländern über Protokolle für Gespräche mit Patienten bis zum Programm des 12. Menopause-Weltkongresses im Mai 2008 in Madrid.

„Das Recht auf ein gesundes Neugeborenes“, „Moderne Methoden der Fruchtbarkeitsregulierung“ oder „Kaiserschnitt auf Wunsch?“ – diese zentralen Fragen aus dem Fachbereich Gynäkologie und Geburtshilfe versucht der „World Report on Women’s Health“ aus globaler Sicht zu beantworten. Unter www.figo.org kann dieser Bericht im Menübereich Publications der englischsprachigen Website der FIGO (International Federation of Gynecology and Obstetrics) kostenlos heruntergeladen werden.
Ein weiterer interessanter Inhalt auf der Internetplattform der internationalen Fachgesellschaft ist die Rubrik Initiatives & Special Projects. Hier kann das Video „Fistula Pilgrims“ betrachtet werden, das sich mit Geburtsfisteln befasst. Diese treten in Entwicklungsländern häufig auf, können lebensbedrohlich sein und zu schwerster Inkontinenz führen. Laut FIGO leiden weltweit rund zwei Millionen Frauen daran und sind zudem fast immer Opfer sozialer Diskriminierung. Die Spendeninitiative FIGO Fistula Fund soll dazu beitragen, dieses Gesundheitsproblem zu lindern.
www.obgyn.net ist ein kommerzielles Informationsportal für den Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe. Es wird von dem 1995 gegründeten Internetunternehmen medispecialty mit Sitz in New Brunswick, New Jersey, USA, betrieben. Wer sich mit der etwas unübersichtlichen Navigation vertraut gemacht hat, findet hier sehr zahlreiche Infoangebote für Mediziner und andere Gesundheitsprofis, aber auch für Laien. Unter www.china-obgyn.net betreibt medispecialty auch einen entsprechenden Infoservice in chinesischer Schrift.

121 Jahre Tradition online

Die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) kann auf 121 Jahre Tradition zurückblicken. Die Website www.oeggg.at wurde hingegen erst vor Kurzem neu gestaltet. Sie macht in übersichtlicher Form Leitlinien, Links zu Fachjournalen und einen Kongresskalender zugänglich. Unter OEGGG sind Angaben zu den verschiedenen nationalen Arbeitsgemeinschaften zu finden – von jener für „gynäkologische Onkologie“ bis zum „Forum Junge Gynäkologie“. Aktueller Präsident der OEGGG ist Doz. Dr. Walter Neunteufel vom Krankenhaus der Stadt Dornbirn. In dieser Vorarl­berger Stadt wird vom 21. bis 24. Mai heuer die Jahrestagung der OEGGG stattfinden.
Die Österreichische Gesellschaft für Psychosomatik in der Gynäkologie hat es sich laut eigener Darstellung auf der Website www.psygyn.at zur Aufgabe gemacht, „das Zusammenspiel von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren bei der Frau in Normalität und Pathologie… in Forschung, Klinik und Lehre zu vertreten“. Auf der Page finden sich unter anderem Literaturtipps und im Bereich News Letter Vortragsfiles von der 25. Jahrestagung im November des Vorjahres in Linz. Dort befasste sich zum Beispiel Prof. Dr. Peter Husslein mit „Zehn Geboten zur Vermeidung von/und Umgang mit Haftpflichtansprüchen“. Ein weiteres Thema war etwa: „Endometriose – eine psychosomatische Erkrankung?“.

Protokolle für Patientengespräche

www.sggg.ch, die Website der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, ist mit dem HON (Health On the Net)-Gütesiegel für Gesundheitssites ausgezeichnet – über dessen Kriterien unter www.hon.ch Näheres zu erfahren ist. Wie bei den meisten Fachgesellschaften sind auch bei der eidgenössischen Guidelines abrufbar. Zudem finden sich hier Expertenbriefe zu Fragen wie „Nabelschnurblutspende“ oder „Schwangerschaft und HIV“ sowie zahlreiche Protokolle für Aufklärungsgespräche mit Patienten: zu Themen von „Abort bis Kürettage“ und „Amniozentese“ bis zu „Hysterektomie“.
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe macht auf ihrer Website www.dggg.de Leitlinien zu den Bereichen Allgemeine Texte, Allgemeine Gynäkologie und Onkologie, Endokrinologie und Fortpflanzung, Pränatal- und Geburtsmedizin und Medizinrecht zugänglich. Außerdem wird über Weiterbildung und Veranstaltungen informiert. Unter Publikationsorgane werden Links zu den vier Zeitschriften FRAUENARZT, Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Der Gynäkologe und Breast Care aufgelistet.

Menopause weltweit

Von den zahlreichen einzelnen Fachthemen aus dem Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe sei an dieser Stelle die „Menopause“ herausgegriffen. www.menopause-gesellschaft.de, die informative Website der deutschen Menopausegesellschaft, ist klar in einen Bereich für „Ärzte und Spezialisten“ und einen für „Patientinnen und Laien“ getrennt. Die European Menopause and Andropause Society betreibt unter www.emasonline.org ein sehr umfangreiches Infoportal, in dem Healthcare Professionals unter anderem Scientific News und einen Link zu Maturitas, dem offiziellen Journal der EMAS, abrufen können. Nicht zuletzt macht im Web die International Menopause Society auf ihrer Site www.imsociety.org im Bereich Education unter anderem eine Liste mit Links zu Menopausegesellschaften weltweit abrufbar: von der Australasian Menopause Society bis zur Sociedad Chilena de Climaterio. Auf www.imsmadrid2008.com wird im Detail über den 12. Menopause-Weltkongress informiert, der vom 19. bis 23. Mai dieses Jahres in der spanischen Hauptstadt abgehalten werden wird.
Rund um „Schwangerschaft und Geburt“ gibt es sehr viele Websites für Mütter, Väter, Kinder und Familien. Um sich von anderen Infoservices in diesem werbeträchtigen Bereich abzuheben, scheuen manche Betreiber weder Kosten nach Mühen – was letztlich auch zu durchaus originellen Ergebnissen führt.
Zu diesen darf ein Angebot gezählt werden, das das große Gesundheitsportal Netdoktor unter www.netdoktor.at/kinder macht. Hier sollen angehende Eltern bei der Antwort auf die Frage „Wie soll es heißen?“ unterstützt werden. Ein Namenslexikon informiert über Herkunft und Bedeutung weit verbreiteter, aber auch seltener Mädchen- und Jungennamen von Aaron bis Zenobia. Für Entscheidungsschwache wird ein Namensroulette angeboten. Beim Testlauf der Ärzte Woche hat der Zufallsgenerator den Mädchennamen „Anastasia“ und den Jungennamen „Pascal“ angeboten. Klingt doch beides gut, oder?
Selbstverständlich ist nur einer von zahlreichen Inhalten bei NetDoktor. Die Themen reichen hier von Ernährung in der Schwangerschaft über Was darf ich als Schwangere? bis zu Die Geburt. Interessant ist auch die Möglichkeit, unter Wie es sich entwickelt das Datum des ersten Tages der letzten Monatsblutung einzugeben und sich dann mit exakten kalendarischen Angaben über das Wachstum des Embryos und indizierte Untersuchungen informieren zu lassen.

Video-Nachhilfe im Wickeln

Aus dem umfangreichen Angebot an Laien-Websites in diesem Bereich soll hier noch www.babyundfamilie.de herausgegriffen werden. Hinter diesem Service steht der deutsche Wort & Bild Verlag. Auf der erwähnten Page gibt es deshalb ein sehr umfassendes Angebot an Fakten. Kinderwunsch, Spontane Geburt oder Kaiserschnitt oder Hebammensuche sind nur einige wenige der hier behandelten Inhalte. Mithilfe von Videos können Jungeltern bei Bedarf in drei täglich wichtigen Bereichen etwas dazulernen: Badespaß für die Kleinsten, Wohlig schlafen und Sicher gewickelt.
Wer auch noch wissen will, wie neue Erdenbürger in anderen Kulturen willkommen geheißen werden, der surft zu www.babyguide.at. Dort wird unter Geburten rund um den Erdball erklärt, wie Inuit, Indianer oder Nepalesen neue Erdenbürger willkommen heißen. Bei Letzteren soll dieser Website zufolge übrigens die Babymassage besonders wichtig sein und schon ab dem ersten Tag nach der Geburt angewendet werden, „um unter anderem dem Baby den verlorenen Halt und die Berührung der Gebärmutter wieder zu schenken“.

 Fakten

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