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Dermatologie 20. Mai 2008

neues aus der dermatologie

Erhöhtes Melanomrisiko

Zusammenhang mit Endometriose

Das Risiko von endometriosekranken Frauen, ein Melanom zu entwickeln, ist um 60 Prozent höher als das von Frauen ohne Endometriose. Eine französische Forschergruppe beobachtete 91.965 Frauen zwischen 40 und 65 Jahren zwölf Jahre lang. Dabei konnte diese Risikohäufung, die schon früher festgestellt worden war, bestätigt werden. Über die Ursachen sind sich die Wissenschaftler noch nicht im Klaren, sie könnten mit bestimmten Tumorsuppressorgenen in Zusammenhang stehen. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Archives of Internal Medicine veröffentlicht (Arch Int Med 167, 2007: 2061).

ET

Gefährliche Glatze

Kahlköpfige Männer erkranken öfter an Arteriosklerose

Haarausfall ist nicht nur ein kosmetisches Problem: „In der Literatur wird für Betroffene ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Übergewicht diskutiert“, betont Dr. Axel Hillmer vom Life&Brain-Zentrum an der Universität Bonn. Auch deshalb ist die Suche nach den genetischen Ursachen so wichtig: Die beteiligten Erbanlagen spielen möglicherweise ebenfalls eine bedeutende Rolle bei der Entstehung gefährlicher Volkskrankheiten. Forschungs-Kooperationspartnern aus Bonn und Düsseldorf ist nun ein wichtiger erster Fahndungserfolg gelungen: Sie haben die Position der möglichen Kandidaten-Gene gewissermaßen eingekreist. „Wir haben 95 Familien untersucht, in denen jeweils mindestens zwei Söhne unter frühzeitigem Haarausfall litten“, erklärt Hillmer. „Dabei konnten wir 14 Regionen identifizieren, in denen möglicherweise Erbanlagen für Haarwachstum und Haarausfall sitzen.“
Jede dieser Regionen enthält jedoch noch mehrere Dutzend Gene – zu viele für eine detaillierte Analyse. Die Forscher konzentrieren sich bei ihren weiteren Untersuchungen denn auch zunächst auf einen Abschnitt auf Chromosom 3, auf dem 34 Erbanlagen liegen. „Keines dieser Gene wird bislang mit der Biologie des Haares in Verbindung gebracht“, sagt Dr. Roland Kruse von der Universitäts-Hautklinik Düsseldorf. „Von einem Gen weiß man aber immerhin, dass es bei Alterungsprozessen eine Rolle spielt. Ein zweites bewirkt möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Übergewicht – ein Merkmal, unter dem Männer mit Haarausfall häufiger leiden als Menschen mit normalem Haarwuchs. Diese beiden Erbanlagen erscheinen uns für weitere Studien daher am aussichtsreichsten.“
Die Forscher wollen nun bei möglichst vielen Männern mit frühzeitigem Haarausfall vor allem diese beiden Gene genauer unter die Lupe nehmen. Stoßen sie dabei auf eine Genvariante, die bei Kahlköpfigen häufiger vorkommt als normal, könnte sie die Ursache für den Haarverlust sein. „Im nächsten Schritt gilt es herauszufinden, welche Funktion die Erbanlage in der Biologie des Haares spielt“, erklärt Hillmer.

idw

Lippenherpes:

Gute Sexualhygiene ist wichtig

Viren können im Genitalbereich neue Krankheiten auslösen Bei mangelnder Hygiene können Viren von Herpesbläschen am Mund auf den Genitalbereich übertragen werden und dort zu neuen Krankheiten führen. „Die Übertragung des Herpes-simplex-Virus erfolgt dabei durch Schmierinfektion, also beispielsweise durch ungewaschene Hände oder auch oralen Geschlechtsverkehr“, erklärte der Präsident des deutschen Berufsverbandes der Frauenärzte, Dr. Christian Albring, unlängst bei einer Pressekonferenz.
Herpes genitalis gehört nach Angaben des Gynäkologen zu den häufigen durch Viren verursachten Infektionen im Schambereich: „Doch die meisten Menschen wissen nicht, dass sie die Erkrankung auch durch die Lippenbläschen bekommen können.“ Der Erreger sei in der Lage, sich über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in Körperzellen einzunisten und sich dort zu vermehren. Dazu nutze er das menschliche Zellmaterial, was zur Zerstörung der Zelle führe. Dies verursache die charakteristischen Anzeichen der Herpes-Infektion: Bläschen, Juckreiz und Schmerzen. Neben dem Befall der Zellen am Infektionsherd dringe das Virus auch in Nervenfasern ein, erklärt Albring. Dort könne es sich dauerhaft einnisten und immer wieder aktiviert werden. So wie die Lippenbläschen regelmäßig aufträten, breche die Krankheit auch im Genitalbereich im Durchschnitt vier- bis sechs Mal jährlich aus – vor allem, wenn das Immunsystem etwa durch eine Erkältung zusätzlich geschwächt sei.
„Wenn ein Partner an Herpes genitalis leidet, sollte besonders auf die Sexualhygiene geachtet werden“, rät der Frauenarzt. Da Kondome nicht den ganzen Genitalbereich abdeckten, seien sie nur ein bedingter Schutz. Bei akuten Bläschen an den Lippen solle auf jeden Fall auf Oralverkehr verzichtet werden. Bei brennenden Schmerzen, Juckreiz oder Bläschenbildung im Genitalbereich, möglicherweise begleitet von Fieber, Kopfschmerzen und Krankheitsgefühl, müsse unbedingt ein Frauenarzt aufgesucht werden. Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung könnten die akuten Beschwerden schnell gelindert und gleichzeitig das Risiko für ein häufiges Wiederauftreten der Erkrankung verringert werden.

APA

Cutis laxa:

Falten durch Zuckermangel

Defekte Glykoproteinbildung verursacht auffällige genetische Hautveränderungen Verschiedene Störungen können dazu führen, dass bereits Neugeborene Hautfalten aufweisen, wie sie normalerweise erst bei sehr alten Menschen zu finden sind. Wissenschaftler des Berliner Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik haben jetzt gemeinsam mit Kollegen aus Berlin, Köln, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Oman und den USA die genetischen Grundlagen der Cutis laxa aufgeklärt. In Nature Genetics beschreiben sie, dass die Mutation einer sogenannten Protonenpumpe in der Wand des Golgi-Apparates zu extremer Faltenbildung und vorzeitiger Hautalterung bei den Betroffenen führt (Nature Genetics 2008; 40:32–34). Daraus resultiert eine Störung der Glykosylierung (congenital disorders of glycosylation, CDG).
Im Organismus erfüllen Glykoproteine zahlreiche Funktionen, z. B. als Bestandteil von Zellmembranen (Strukturproteine), Blutplasma (Plasmaproteine) oder Immunsystem. Das Anhängen der Zuckerreste an die Proteine (Glykosylierung) erfolgt in mehreren Stufen in bestimmten Regionen (Endoplasmatisches Reticulum und Golgi-Apparat) innerhalb der Zelle. Zahlreiche Enzyme sind für die Fertigstellung eines Glykoproteins erforderlich. Bisher wurden überwiegend Mutationen beschrieben, die die Funktion einzelner Enzyme betreffen. Die jetzt von Prof. Dr. Stefan Mundlos und seinen Mitarbeitern identifizierte Veränderung betrifft jedoch ein Protein in der Wand des Golgi-Apparates. Diese „Protonenpumpe“ ist für den Transport von H+-Ionen (Protonen) verantwortlich und reguliert so den pH-Wert innerhalb des Golgi-Apparates.
Die Wissenschaftler untersuchten eine Reihe von Kindern, die bereits kurz nach der Geburt starke Hautfaltenbildung und hängende Hautaussackungen im Gesicht und am Körper aufwiesen. Sie fanden heraus, dass bei allen Betroffenen die Glykosylierung der Plasmaproteine gestört war. Durch weitergehende Untersuchungen konnten die Forscher nachweisen, dass diese Störung mit der Mutation des Gens ATP6V0A2 einherging, welches für die a2-Untereinheit eines Proteins (ATPase) in der Wand des Golgi-Apparates kodiert. Diese Untereinheit ist direkt verantwortlich für den Transport von Protonen ins Innere des Golgi-Apparates. Die Wissenschaftler vermuten, dass die gestörte pH-Regulation Auswirkungen auf den Transport der Glykoproteine zwischen Endoplasmatischem Retikulum und Golgi-Apparat hat und dadurch indirekt die Glykosylierung beeinträchtigt.
Ob auch die natürliche Hautalterung, die bei allen Menschen stattfindet, auf Defekte der Glykosylierung zurück zuführen ist, und welche Mechanismen im Körper oder Einflüsse von außerhalb diese einleiten, können die Forscher noch nicht sagen. Stellt man sich jedoch Therapiemöglichkeiten gegen Faltenbildung auf molekularer Ebene vor, gilt für die heute verfügbaren Produkte: Alles nur Kosmetik!

idw

Nano gegen Allergien

Fullerene stoppen Histaminfreisetzung

Nanotechnologie überall, auch im Kampf gegen Allergien. Wie im Journal of Immunology zu lesen, kommt es zu keiner IgE-abhängigen Mediatorfreisetzung nach Allergenstimulation, wenn Fullerene, das sind sphärische Kohlenstoffmoleküle, in vitro mit Mastzellen und Blut-Basophilen inkubiert werden (J Immunol 2007; 179:665). Im Mausmodell konnte gezeigt werden, dass die Freisetzung von Histamin nach Allergenprovokation gestoppt werden kann, wenn zuvor Fullerene gegeben worden waren. Die Forscher vermuten, dass diese Wirkung mit der Fähigkeit der C60-Moleküle zusammenhängt, freie Radikale zu neutralisieren.

ET

Basispflege ist alles

Symptome von atopischer Dermatitis reduziert

Regelmäßige Hautpflege – wie für gewöhnlich von Hautärzten empfohlen – führt zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome von atopischer Dermatitis. Gleichzeitig verringert sich auch der Kortisonbedarf. Das ist das Ergebnis einer multizentrischen Studie (J Eur Acad Dermatol Venerol 2008; 22:73–82). In die Studie einbezogen waren an die 2.500 Patienten mit atopischer Dermatitis. Sie wurden vier bzw. sechs Wochen lang mit einer Basispflege behandelt. Nach dieser Zeitspanne zeigte sich, dass die Symptome um 58,6 Prozent reduziert waren, wenn die Studienteilnehmer ihre Haut mindestens zweimal täglich behandelt hatten. Der Kortisonverbrauch ging gleichzeitig um 62,1 Prozent zurück, 183 Patienten benötigten überhaupt kein Kortison mehr.

ET

Epidemiologie im Wandel

Impetigo-Therapie sollte sich auf Staphylococcus aureus konzentrieren

Dass das Bakterium Staphylococcus aureus Hautinfektionen auslösen kann, ist bekannt. Französische Wissenschaftler sammelten Bakterienproben von 121 Patienten mit Furunkeln oder Impetigo. Bei 64 der Patienten fanden sie eine Hautbesiedlung mit S. aureus. Die mit Furunkeln assoziierten Panton-Valentine-Leukozidin-Gene (PVL) von S. aureus entdeckten die Wissenschaftler in 13 der Furunkel-Patienten, häufiger in epidemischer Furunkulosis. Das brachte die Studienautoren zu dem Schluss, dass PVL-positive Stämme des Bakteriums besonders ansteckend und virulent sind. Die für eine bullöse Impetigo typischen exfoliativen Toxine fanden sich bei allen Patienten mit bullöser Impetigo und in mehr als 40 Prozent der Fälle mit nichtbullöser Impetigo.
Auffällig für die Autoren war, dass nicht ein einziger Patient eine ausschließliche Streptococcus-pyogenes-Infektion aufwies. Diese Form der Streptokokken-Impetigo galt früher als typisch für die nichtbullöse Impetigo. Offenbar ändert sich die Epidemiologie von Hautkrankheiten, die Autoren empfehlen daher, dass sich die Impetigo-Therapie auf S. aureus konzentriert.

ET

Achtung, Kreuzreaktion

Urtikaria durch Birkenpollenallergie

Laut einer schwedischen Studie (Paediatr Allergy Immunol 2007; 18: 692–695) tritt Urtikaria bei Kindern, die eine Allergie gegen Hunde- und Katzenhaare, Birkenpollen, Hausstaubmilben oder Schimmelpilz haben, häufiger auf als bei Kindern, die nicht sensibilisiert sind. Signifikant war der Zusammenhang allerdings nur zwischen Urtikaria und Birkenpollenallergie.
Ein hoher sIgE-Spiegel auf Birkenpollen war besonders häufig mit Urtikaria assoziiert. Vermutet wird, dass auch Nahrungsmittel mit auf Birkenpollen kreuzreaktiven Allergenen einen Urtikariaschub triggern können.

ET

Ekzem-Schutz

Neue Handschuhe für Friseure

Zwischen der Aufdeckung der molekularen Ursachen der Erkrankungen und der buchstäblich handgreiflichen Vermeidung bzw. Behandlung von Allergien: An der MedUni Wien bzw. an den Wiener Universitätskliniken hat sich in den vergangenen Jahren ein international kompetitiver Allergie-Schwerpunkt herauskristallisiert. Schon bald bringt es möglicherweise einen praktischen Nutzen: während der Arbeit wirklich tragbare Handschuhe, welche Friseure vor dem gefürchteten Hautekzem durch die verwendeten Chemikalien schützen sollen.
„Wir beginnen im Mai mit der klinischen Studie. Nickel und Chemikalien, die von Friseurinnen und Friseuren für Dauerwellen eingesetzt werden, dringen durch die herkömmlichen Latex-Handschuhe durch. Wir werden Handschuhe mit einer Goretex-ähnlichen Membran erproben. Die Allergene gehen nicht durch, aber die Haut kann durch die Handschuhe ‚atmen‘. Das könnte sich in der Prophylaxe solcher Kontakt-Allergien einsetzen lassen, aber auch bei Personen, die bereits an solchen Problemen leiden“, sagte Prof. Dr. Tamar Kinaciyan von der Abteilung für Immundermatologie der Universitäts-Hautklinik bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Ergebnisse der Studie mit vorerst 54 Personen könnten in etwa einem Jahr vorliegen. Ein Schwerpunkt ist die genetische Sequenzierung von Allergenen und ihr rekombinanter Nachbau – zum Teil auch in veränderter Form für neue Allergie-Impfstoffe. Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin: „Man kann Allergen-Konstrukte herstellen, die gleichzeitig gegen Gräser- und Birkenpollen oder Hausstaubmilben und Tierhaar- oder Nahrungsmittelallergien wirken.“
Prof. Dr. Barbara Bohle, Leiterin eines der beiden Christian-Doppler-Institute (Allergieforschung): „Mit rekombinant hergestellten Allergenen sind bereits zwei klinische Studien der Phase II durchgeführt worden.“ Bei einer der Untersuchungen wurden Birkenpollenallergiker mit einem gentechnisch in zwei Hälften produzierten Betv-1 immunisiert. Das hat vielversprechende Ergebnisse gebracht und soll Nebenwirkungen der Behandlung verhindern helfen. In einer zweiten Studie – ebenfalls der Phase II – wurde ein herkömmlicher Extrakt-Impfstoff für Birkenpollen-Geplagte mit einem aus rekombinanten Allergenen verglichen.
Prof. Dr. Erika Jensen-Jarolim, Leiterin des Instituts für Pathophysiologie, hat sich auf Nahrungsmittelallergien und in letzter Zeit auch auf die Allergie-Onkologie sowie Umwelt- und Gendereinflüsse auf Allergien spezialisiert. So dürften vermehrte Allergie-Symptome bei menstruierenden Frauen, während der Schwangerschaft oder unter Hormonsubstitution auf dem Einfluss der Östrogene beruhen: Die Mastzellen, jene Immunzellen, welche bei Allergien nämlich den auslösenden Botenstoff Histamin freisetzen, haben an ihrer Oberfläche auch einen Östrogen-Rezeptor.

APA

HIV-Vermehrung

Stresshormone und Kortison

Deutsche Wissenschaftler haben entdeckt, warum ruhende Blutzellen weniger empfänglich für das Aids-Virus sind als aktive: Eine Art zellulärer Schalter blockiert die Vermehrung des HI-Virus. Doch Stresshormone und Kortison können diese Blockade aufheben und damit einen Vermehrungsschub der Viren auslösen, wie Virology berichtet (Published online, 4.3.2008). Ruhende und nicht ausgereifte Vorläufer-Blutzellen sind weniger empfänglich für HIV als aktivierte und ausgereifte Blutzellen. Warum das so ist, war bisher allerdings nicht geklärt. Beide Zelltypen nehmen das Virus über den HIV-Rezeptor in die Zelle auf. In beiden Zelltypen wird das Erbgut des Virus in einem ersten Schritt so übersetzt, dass es als DNA-Struktur, HI-Provirus genannt, in das Erbgut der Zelle integriert werden könnte. Danach aber laufen in beiden Zelltypen unterschiedliche Programme ab.
In aktivierten Blutzellen wird das HI-Provirus in den Zellkern transportiert und dort in das Zellgenom eingebaut: eine Zeitbombe beginnt zu ticken, denn dieses eingebaute virale Erbgut kann jederzeit zur Bildung von neuen HI-Viren abgerufen werden. In ruhenden Blutzellen haben Wissenschaftler des Heinrich-Pette-Instituts (HPI) in Hamburg jedoch nun eine Blockade entdeckt: Die HI-Proviren bleiben in einem Komplex im Zytoplasma der Zelle, sie wandern nicht in den Zellkern und werden im Gegenteil sogar innerhalb der nächsten Stunden abgebaut. Die Zelle ist also geschützt, sie kann keine neuen HI-Viren produzieren.
„Wir konnten diese frühe Blockade überwinden, indem wir den Glucocorticoidrezeptor (GR) mit Dexamethason aktivierten. Das funktionierte sowohl in ruhenden nicht ausgereiften Blutzellen als auch in Zelllinien, die wir getestet haben“, erklärt Dr. Klaus Wiegers vom Heinrich-Pette-Institut der Universität Hamburg. Der Schalter wird quasi umgelegt. Die Folge: Das HI-Provirus gelangt nun mit dem aktivierten Rezeptor in den Zellkern und das virale Erbgut wird in das Genom der infizierten Blutzelle integriert. So ist eine Vermehrung von HIV-1 auch in ruhenden Blutzellen möglich.
Die Forscher stellten fest, dass hierfür außer dem Glucocorticoidrezeptor auch das virale Protein VPR notwendig ist. „Wir haben erstmals gezeigt, dass Steroide, und das gilt eben auch für Kortison, diese Blockade in ruhenden Blutzellen aufheben können“, erklärt Co-Autor Dr. Wolfgang Bohn, der ebenfalls am Heinrich-Pette-Institut tätig ist. „Das heißt, unter Stress und unter einer Therapie mit Steroiden kann sich die Anzahl der Blutzellen erhöhen, die für eine produktive HIV-Infektion empfänglich sind.“

idw

Herpes zoster und rheumatoide Arthritis

Risiko erhöht

Das Infektionsrisiko ist bei Patienten mit rheumatoider Arthritis höher als bei Gesunden. Zwei Studien aus Großbritannien und den USA sind jetzt der Frage nachgegangen, ob RA-Patienten auch öfter an Herpes zoster erkranken. 160.000 Patienten wurden in die Studie einbezogen. Das Ergebnis: Nicht nur die Krankheit selbst, sondern möglicherweise auch die medikamentöse Therapie ist mit einer Risikoerhöhung verbunden bzw. deren Ursache.

ET

Mehr Plattenepithelkarzinome

Neue Ursachen entdeckt

In den letzten Jahren macht sich eine Zunahme von Fällen von Plattenepithelkarzinomen bemerkbar. Sonnenlicht ist als Risikofaktor schon lange bekannt. Zuletzt wurden auch Immunsuppressiva wie Ciclosporin und Azathioprin als Auslöser diskutiert. Neuerdings werden auch oral applizierte Glukokortikoide als möglicherweise karzinomauslösend unter die Lupe genommen. Besonders hoch dafür ist das Risiko einer Studie zufolge (Patel AS et al. J Invest Dermatol 2007; 127:1868–1870) für Träger einer relativ häufig vorkommenden Variante des Glukokortikoid-Rezeptor-Gens. Diese Genvariante ist unter anderem für eine erhöhte Sensitivität gegenüber Glukokortikoiden verantwortlich.

ET

Botulinumtoxin

Wirkung bei wiederholter Anwendung

Eine erkleckliche Anzahl von Studien zur Behandlung mit Botulinumtoxin wurde auf dem diesjährigen Kongress der American Association of Dermatology im Februar in San Antonio vorgestellt. So konnte in einer japanischen Studie erneut gezeigt werden, dass Botulinumtoxin A zur Behandlung von Glabella-Falten drei bis vier Monate wirksam ist. Die Studie erstreckte sich über 64 Wochen, „die Wirksamkeit ließ auch bei wiederholter Anwendung nicht nach“, so Dr. Makoto Kawashima vom Dermatologie-Department der Tokioter Universität.

ET

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