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Dermatologie 22. Februar 2008

neues aus der dermatologie

Kontaktallergie bei Handys

Nickel in jedem fünften Mobiltelefon

Im Gegensatz zu Schmuck und Brillen gibt es keinen europaweit gültigen Nickel-Grenzwert für Handys. Manche Handys enthalten so viel Nickel, dass sie eine Kontaktallergie auslösen können. Das dänische Allergiezentrum in Gentofte hatte 41 gängige Handymodelle getestet und bei jedem fünften Nickel nachgewiesen – wie etwa in der Tastatur, der Umrandung des Schirms oder im Firmenlogo. Forscher der Brown-Universität in Providence (US-Staat Rhode Island) stießen in 10 von 23 getesteten Handy- und Headset-Modellen auf Nickel, wie sie im Canadian Medical Association Journal (Bd. 178, S. 23) berichten. Lionel Bercovitch und John Luo waren über einen 18-jährigen Patienten mit Hautausschlag im Gesicht auf das Problem aufmerksam geworden. Der Ausschlag verschwand, als der Patient auf ein nickelfreies Mobiltelefon umstieg und kehrte zurück, als er wieder zum gewohnten Handy griff. Fall und Testergebnisse sind im Internet frei zugänglich (www.cmaj.ca/cgi/content/full/178/1/23) veröffentlicht.

APA

Mit Plasma gegen Falten

Neues Gerät aus den USA erstmals auch in Wien

Falten, Altersflecken, Narben oder Pigmentstörungen – ein neues Gerät soll all diese Unschönheiten entfernen können. Mithilfe der Plasmatechnologie wird die Haut innerhalb von zehn Tagen erneuert, versprechen die Hersteller. Das Gerät wird in der Schönheitschirurgie in den USA bereits seit einiger Zeit erfolgreich eingesetzt. Jetzt kann man sich auch in Österreich mit der Plasmatechnologie behandeln lassen, die zwischen 300,– und 3.000,– Euro kostet.
Eine Anwendung mit dem „Portrait PSR3“ dauert zwischen 15 und 25 Minuten für das gesamte Gesicht. Dabei unterscheidet man zwischen Niedrigenergie-, Hochenergie-Single-Pass- und Hochenergie-Double-Pass-Behandlungen. Die Anwendung erfolgt mittels Lokalanästhesie und manchmal auch mit oraler Medikation, erklärt die Schönheitschirurgin Dr. Dagmar Millesi. Je nach Energie dauert der Heilungsprozess zwischen 10 und 30 Tagen. Wesentlich ist dabei, dass das behandelte Areal für 24 Stunden nicht gereinigt wird; danach sollte das Gesicht mit einem leichten Essigwasser abgetupft und mit Regenerationsbalsam gepflegt werden. Vier oder fünf Tage nach der Behandlungsmethode schält sich die Haut.
Herkömmliche Laserbehandlungen oder Peelings bergen einige Nachteile, sagt Millesi. Arbeitet man mit hoher Energie, ist der Heilungsprozess zu lange, bei zu wenig Energie ist das Ergebnis zu wenig effektiv. Auch die Arbeit bei manchen Geräten sei zu ungenau, so die Ärztin. Durch die einheitliche Energieabgabe mit non-contract-gepulstem Plasma wird ein zerreißender Gewebeeffekt vermieden. Auch Verbrennungen und sogenannte Hot Spots, die Vernarbungen verursachen können, wie es bei anderen Technologien der Fall sein kann, werden bei dieser Energieabgabe minimiert. Zusätzlich wird das Wachstum von Kollagen gefördert, das ab dem Zeitpunkt der Behandlung ein Jahr anhält, verspricht Millesi. Beim Einsatz mit dem Gerät kann auf über 500 Studienbehandlungen sowie dreijährige klinische Erfahrung zurückgegriffen werden. Bis heute sind keine Vernarbungen oder Hypopigmentierungen bekannt.

APA

Prüfkriterien für berufliche Hautschutzprodukte

Bewertungsstandards entwickelt

Es trifft Friseure, Bäcker und Köche ebenso wie Beschäftigte im Gesundheitswesen oder der Metallverarbeitung: Wer beruflich häufig mit Chemikalien und Wasser in Berührung kommt, dem drohen Hauterkrankungen, wobei Hände besonders gefährdet sind. Für den Beruf geeignete Hautschutzprodukte gibt es viele auf dem Markt, doch können bislang noch keine definitiven Aussagen über die effektive Schutzwirkung gemacht werden, da es für diese Kosmetika keine einheitlichen Prüfkriterien gibt. Gemeinsam mit den Kollegen der Unis in Osnabrück, Erlangen-Nürnberg und Heidelberg haben die Jenaer Dermatologen ein Forschungsprojekt gestartet. In Zusammenarbeit mit den gewerblichen Berufsgenossenschaften wollen sie einen Bewertungsstandard entwickeln, der die Wirksamkeit von Hautschutzprodukten nach objektiven Kriterien misst. Dabei wird nach einem definierten Protokoll auf einem Hautareal am Unterarm oder Rücken das Schutzprodukt aufgetragen und die Haut anschließend mit verschiedenen Substanzen aus dem beruflichen Umfeld konfrontiert. Anhand der auftretenden Hautreaktionen wie Rötung, Trockenheit und Erholungszeit wird das Irritationspotenzial ermittelt. So kann für die jeweilige berufliche Situation das am besten geeignete Hautschutzmittel gefunden werden. Langfristig gehe es auch darum, ein solches Testverfahren nicht nur in Hautkliniken zu etablieren, sondern auch den Herstellern von Pflegeprodukten zur Verfügung zu stellen.
Parallel zu diesem Projekt soll auch für Reinigungsmittel ein Prüfverfahren entwickelt werden. Dabei wird die Reinigungseffektivität dem Irritationspotenzial gegenübergestellt. Beide Projekte laufen zweieinhalb Jahre.

www.uni-jena.de

Allergisch auf Fisch und Milch

Protein-Verwandtschaft zwischen Mensch und Tier ausschlaggebend

Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien und des Institute of Food Research in Norwich in England haben herausgefunden, warum manche Menschen gegen Milch oder Fisch allergisch reagieren. Der Grad der Verwandtschaft von Proteinen in tierischen Nahrungsmitteln zu menschlichen Proteinen bestimmt, ob Allergiker gegen diese Proteine eine Allergie entwickeln oder nicht. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift The Journal of Allergy and Clinical Immunoloy publiziert.
Die Forschergruppe hat herausgefunden, dass tierische Nahrungsmittelproteine nur allergen wirksam werden können, wenn sie weniger als 54 Prozent Übereinstimmung mit einem entspre-chenden menschlichen Protein aufweisen. So kann auch erklärt werden, warum Menschen mit einer Kuhmilchallergie oft Stutenmilch, aber keine Ziegenmilch vertragen. Proteine in der Stutenmilch sind bis zu 66 Prozent identisch mit Proteinen in der menschlichen Milch. Bekannte Allergene der Kuh- und Ziegenmilch sind alle zu weniger als 53 Prozent identisch mit korrespondierenden menschlichen Proteinen.
Zum ersten Mal fanden die Wissenschafter auch heraus, dass sich die Mehrheit tierischer Nahrungsmittelallergene zu einer von insgesamt drei Proteinfamilien zuordnen ließen. Die wichtigste Familie stellen die Tropomyosine dar. Tropomyosine von Säugetieren, Fischen und Vögeln sind mindestens zu 90 Prozent identisch mit mindestens einem menschlichen Tropomyosin und wurden daher auch nie als Allergene beschrieben. Im Gegensatz dazu stammen alle allergenen Tropomyosine von Wirbellosen wie Insekten, Schalentieren oder Fadenwürmern und weisen eine Identität von höchstens 55 Prozent mit den menschlichen Homologen auf. Deshalb könnten Allergiker besonders stark auf Tropomyosine in Garnelen oder Hummern reagieren, während Tropomyosine in Hühnerfleisch keine Reaktionen verursachen. Die zweitgrößte tierische Allergenfamilie sind die „EF-Hand“- Proteine. Jene von Vögeln und Säugetieren sind nicht allergen, während die von Fischen häufig Allergien auslösen. Die drittgrößte tierische Allergenfamilie, die Kaseine, sind allesamt Proteine aus Säugetiermilch.
Die neuen Erkenntnisse könnten es in Zukunft einfacher machen, potenzielle Allergene zu identifizieren.

APA

Künstliche Haut aus Haarwurzel

Neue Hoffnung für Patienten mit chronischen Wunden

Die euroderm GmbH und das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig haben die Herstellungserlaubnis, Hautgewebe für Transplantationen auf chronische Wunden zu züchten – wie etwa bei Diabetikern, die an offenen Beinen leiden. Bisher transplantieren die Ärzte bei chronischen Wunden Eigenhaut, die sie dem Patienten meist am Oberschenkel entnehmen. Dabei bleiben sowohl am Oberschenkel als auch an den behandelten Wunden Narben zurück. Wird aber die Eigenhaut stattdessen über das neu zugelassene Verfahren EpiDex® hergestellt, werden gleiche Heilungschancen erhalten, ohne dem Patienten Schmerzen zuzufügen, so Dr. Andreas Emmendörffer, Geschäftsführer der euroderm GmbH. Zudem wächst die künstliche Haut narbenfrei an. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass die Transplantation ambulant erfolgen kann. Bereits ein paar Tage später lässt sich sagen, ob die neue Haut angewachsen ist. Nach 72 Tagen ist sie nicht mehr von gesunder Haut zu unterscheiden.
Bei der Züchtung des neuen Hautgewebes werden dem Patienten am Hinterkopf ein paar Haare ausgezupft, um aus der Haarwurzel adulte Stammzellen zu gewinnen. Diese vermehren sich etwa zwei Wochen lang in einer Zellkultur. Anschließend wird die Nährflüssigkeit so weit reduziert, dass die Oberseiten der Zellen nicht mehr bedeckt sind und mit Luft in Verbindung kommen. Durch den erhöhten Druck, den der Sauerstoff auf die Zelloberflächen ausübt, differenzieren sie sich zu Hautzellen. Die Forscher züchten auf diese Weise viele kleine Hautstücke, die für jeden Patienten individuell hergestellt werden und aneinandergelegt eine Fläche von 10 bis 100 Quadratzentimetern ergeben.
Damit die Sicherheitsbestimmungen jederzeit erfüllt sind, nutzen die Forscher eine neue Reinraumanlage am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, die dem neuesten Stand der Technik für die Herstellung verschiedenster Zelltherapeutika entspricht. Dabei werden kontinuierlich die Partikel im Reinraum gemessen. Schwirren zu viele davon durch die Luft, ertönt ein Alarmsignal. Die Forscher erwarten, im Jahr 2008 monatlich für etwa 10 bis 20 Patienten Häute zu züchten, abhängig davon, wie viele Ärzte diese Therapie verordnen.

Quelle: Fraunhofer IZI

Allergischen Substanzen

auf der Spur

Neues Prüfverfahren von Chemikalien soll Tierversuche stark reduzieren Die Gefahr lauert überall: in Textilien, Kosmetika, Medikamenten, Waschmitteln, Lebensmitteln, Spielzeugen oder gar am Arbeitsplatz – Substanzen, die Allergien auslösen können, sind immer präsent. Angesichts der dramatischen Zuwächse von allergischen Krankheiten wird der Bedarf nach deren Eindämmung grö-ßer. Vor zwei Jahren hat die EU eine neue Verordnung beschlossen. Demnach sollen sämtliche Chemikalien hinsichtlich ihres toxischen bzw. allergischen Risikos neu bewertet werden.
Bisher waren Tierversuche nötig, um diese Frage zu beantworten. Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) in Hannover arbeiten nun innerhalb des EU-Projekts „Sens-it-iv“ an Verfahren, die künftig die Tests an Tieren überflüssig machen sollen. Besonderes Augenmerk wurde auf Substanzen gelegt, die über die Lunge in den Körper gelangen, also vom Menschen inhaliert werden. Um das allergische Risiko einer Substanz bewerten zu können, werden aber keine lebenden Tiere damit behandelt, sondern Lungenschnitte benutzt. Das Lungengewebe stammt vorwiegend von Nagetieren und wird mit einem speziellen Verfahren präzise und fein geschnitten. Die Forscher behandeln diese „Precision-cut Lung Slices“ (PCLS) mit der Substanz und werten die Reaktion des Gewebes mit unterschiedlichen Methoden aus: Unter anderem stellen sie fest, welche Gene im Gewebe möglicherweise aktiviert oder welche Eiweißmoleküle von der Zelle verstärkt produziert werden. Außerdem können sie im Mikroskop mögliche Wechselwirkungen zwischen Zellen des Gewebes und der Immunabwehr sehen. Da es sich bei den PCLS um ganze Gewebeschnitte handelt, beobachten die Forscher darüber hinaus physiologische Vorgänge im natürlichen Zellverband, ähnlich wie es bei einer Immunantwort im Körper der Fall ist.
Noch behandeln die Wissenschaftler die PCLS mit chemischen Substanzen, deren allergenes Potenzial bekannt ist, um das Verfahren zu verbessern. In naher Zukunft wollen sie eine Vielzahl von Substanzen testen, die noch nicht bewertet sind.
Für diese In-vitro-Tests sind dann nur wenige Tiere notwendig, denen man das Lungengewebe entnimmt. Vor allem die Industrie, sei es für Kosmetika, Textilien oder Pharmazeutika, aber auch Behörden wie etwa für Arbeitsschutzbestimmungen werden davon profitieren.

Quelle: Frauenhofer ITEM

Neuer Schimmelpilz-Test

Sieben Proteine entschlüsselt

Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und des Erfurter Instituts für Umweltmedizin gelang erstmals der Nachweis der allergenen Wirkung von einzelnen Proteinen des weit verbreiteten Schimmelpilzes Aspergillus versicolor. Bei etwa 80 Prozent allen Pilzbefalls in feuchten Zimmerecken ist der Pilz Aspergillus versicolor vertreten, doch war bis heute nicht bekannt, welche Proteine des Pilzes die Hauptschuldigen an Atemnot, Dauerschnupfen und anderen allergischen Beschwerden sind.
Mit einer aufwendigen Untersuchungsmethode gelang den Leipziger Biochemikern die Identifizierung der sieben wichtigsten Allergene aus den Sporen von Aspergillus versicolor. Das Messverfahren ist bereits zum Patent angemeldet und kann nun zeigen, ob bei einem ganz bestimmten Men-schen eine Aspergillus-versicolor-Überempfindlichkeit vorliegt, da sein Blutserum in diesem Fall auf die Proteine des Pilzes reagiert. Die Forscher zeigen sich optimistisch, dass sie noch in diesem Jahr einen einfachen Test entwickelt haben werden, der in jedem medizinischen Labor problemlos durchzuführen ist. Das Testergebnis würden weit über die bisher möglichen Aussagen hinausgehen, denn nun könnten die Identitäten der auslösenden Pilzart und des einzelnen Eiweißes bestimmt werden.

Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Mehr Gift für Männer

Mehr Muskelmasse erfordert höhere Dosis Botulinumtoxin

Schönheitseingriffe sind längst nicht mehr nur der Damenwelt vorbehalten – auch unter den Männern zeigt sich zunehmendes Interesse an kosmetischen Verjüngungsmaßnahmen. Wird dabei auf Botulinumtoxin zurückgegriffen, um etwa Falten zu glätten, brauchen Männer eine höhere Dosis als Frauen. Verantwortlich dafür machen die Forscher vom Cary Skin Center in Cary (North Carolina) die größere Muskelmasse bei Männern. Die Studienautoren publizierten ihren Beitrag in der Fachzeitschrift Dermatologic Therapy. Grundsätzlich könnten Männer im Rahmen von kosmetischen Eingriffen genauso behandelt werden wie Frauen, schreiben die Autoren. Männer bräuchten nur mehr Einheiten des lähmenden Nervengifts, das in Muskelteile injiziert wird, um die Haut darüber zu glätten. Es sei eine allgemeine Beobachtung, dass stärkere Männer mehr Einheiten pro Behandlung bräuchten als magere, weniger muskulöse Männer. Die häufigste Ursache für schlechte Ergebnisse bei den männlichen Patienten sei eine Un-terdosierung.

APA

Blütenpollen fliegen bereits

Stärkere Belastung als 2007

Der Pollenflug hat schon begonnen, und die kommende Saison dürfte heftigere Belastungen bringen als die Blütezeit 2007. Diese Hiobsbotschaft für Pollenallergiker geht aus dem aktuellen Newsletter des Pollenwarndienstes hervor. Vor allem im Westen machen Hasel und Erle empfindlichen Nasen zu schaffen, erläuterte Siegfried Jäger. Aber auch in den Niederungen im Voralpengebiet und im Osten bzw. Südosten nehme das Risiko rasch zu. Sowohl die Erlen als auch die Haselsträucher hätten heuer bedeutend mehr Blüten angesetzt als in der vergangenen Saison, so der Pollenwarndienst-Mitarbeiter. Dafür verantwortlich sei eine übliche Abwei-chung, die es jedes Jahr je nach dem vorangegangenen Früchtebestand geben könne. Im vergangenen Jahr sei die Belastung beispielsweise extrem schwach gewesen.
Abhängig ist der Beginn der Blütezeit vor allem von der Temperatur: Haselsträucher benötigen mindestens fünf Grad, damit sich Knospen entfalten können, Erlen acht Grad. Besonders wohl fühlen sich beide Pflanzen bei 12 bis 15 Grad. Im Gebirge, im Mühl- und Waldviertel können sich Allergiker noch beruhigt zurücklehnen – der Pollenflug lässt hier noch etwas auf sich warten. Im Burgenland, in Niederösterreich und Wien blühen bereits Hasel und Erle. In der Bundeshauptstadt stammen die Pollen derzeit vor allem aus Stuttgart, weil sie der Wind bis nach Österreich getragen hat.
Die nächste Pollenflug-Welle dürfte Allergikern Ende März zu schaffen machen, dann beginnt nämlich der Flug der Birken- und Eschepollen. Erstere hätten wie Erle und Hasel in diesem Jahr besonders viele Blü-ten angesetzt, bei der Esche sei dies noch nicht sichtbar. Man gehe allerdings auch hier von einer Steigerung aus.

APA

Auszeichnung für Österreichs Wissenschaftler

Unilever-Dermatologenpreis 2007

Der mit 5.200 Euro dotierte Unilever-Dermatologenpreis geht dieses Jahr an Dr. Sandrine Dubrac, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie in Innsbruck und an Prof. Dr. Dieter Maurer, Universitätsklinik für Dermatologie in Wien. Die erste prämierte Arbeit von Dr. Dubrac beschäftigt sich mit antiinflammatorischen Pharmaka, die durch Aktivierung des Rezeptors Peroxisome Proliferator-Activated-Receptor-alpha Entzündungen der Haut hemmen. Dabei spielen Langerhanszellen als immunologische Wächterzellen der Haut eine wichtige Rolle. Da Langerhanszellen in entzündlichen Hauterkrankungen wie der atopischen Dermatitis verstärkt aktiv sind, könnte ihre pharmakologische Dämpfung über diese Rezeptoren einen Fortschritt in der Therapie bedeuten.
Die Forschergruppe von Prof. Dr. Maurer untersucht seit vielen Jahren zellluläre und molekulare Schaltstellen der Immunantwort. In dieser prämierten Arbeit führten die Wissenschaftler eine genomweite Katalogisierung all jener Gene durch, die selektiv in Blut- und Lymphgefäßzellen der menschlichen Haut exprimiert werden. Das detaillierte molekulare Verständnis dieser beiden Gefäßsysteme hat eine besondere Bedeutung für immunologische Reaktionen. Daher wurden Genexpressionsdatenbanken nahezu aller in der menschlichen Haut natürlich vorkommenden Zellarten erstellt und deren zelltypspezifische Transkriptome ermittelt. Durch weitere Analysen konnten diese Transkriptome in zelltypspezifische Funktionsprogramme „übersetzt“ und so unter anderem die molekularen Grundlagen der Interaktion von Immunzellen mit Zellen des Gefäßsystems global erforscht werden. – Der Unilever-Dermatologenpreis wird jährlich für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Dermatologie verliehen und ist die bedeutendste österreichische Auszeichnung in diesem Bereich.

Quelle: Österreichische Unilever

Soja für Babys problematisch

Allergierisiko durch Phytoöstrogene

Babys sollten im ersten Lebensjahr keine Säuglingsnahrung auf Sojabasis bekommen. Ausnahmen gelten nur bei der sehr seltenen, angeborenen Milchzucker-Unverträglichkeit und bei Galaktosämie, erklärt der Vorsitzende der Ernährungskommis-sion der Deutschen Gesellschaft für Kin-der- und Jugendmedizin, Prof. Dr. Berthold Koletzko, im Apothekenmagazin Baby und Familie. Phytoöstrogene aus der Sojabohne könnten das empfindliche Hormon-gleichgewicht des kindlichen Organismus stören. Eine Langzeitstudie habe außer-dem gezeigt, dass junge Erwachsene, die als Säuglinge Soja erhalten hatten, doppelt so häufig mit antiallergischen und antiasthmatischen Medikamenten behandelt werden mussten.

APA/OTS

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