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Dermatologie 20. Mai 2008

Sonnenschutzmittel jetzt EU-konform

 Sonnenschutz / photos.com
Bei der Auswahl eines qualitativ hochwertigen Sonnenschutzproduktes sind mehrere Faktoren maßgeblich. Diese hat die EU als Richtlinien definiert und sind seit Anfang des Jahres gültig.

Foto: photos.com

Die Entscheidungsgrundlage für die neue Richtlinie boten Empfehlungen der Europäischen Kommission, die bereits im September des vorigen Jahres erfolgten. Marktstudien zeigen, dass der Sonnenschutzfaktor SPF ein wichtiges Kriterium für den Konsumenten bei der Auswahl seines Sonnenschutzmittels darstellt. Aber das richtige Lesen der sehr unterschiedlichen Labels war bisher nicht immer leicht. „Ein wesentliches Anliegen der EU-Richtlinien war es daher, das Labelsystem weltweit zu vereinheitlichen und zu verbessern“, betont dazu der Vorstand der Universitäts-Hautklinik Wien, Prof. Dr. Herbert Hönigsmann. Doch kein Sonnenschutzmittel kann garantieren, dass sämtliche UV-Strahlen gefiltert werden. Selbst sehr wirkungsvolle Produkte können keinen vollständigen Schutz vor Gesundheitsrisiken bieten, heißt es auch im Amtsblatt der Europäischen Union zu den Richtlinien.
Die Wirksamkeit soll entsprechend den neuen Richtlinien auf dem Etikett mit SPF in den Kategorien „leicht“ (6–10) „mittel“ (15–25), „hoch“ (30–50) und „sehr hoch“ (50 +) angegeben werden. Jede dieser Kategorien soll in einem standardisierten Ausmaß vor UVB- und UVA-Licht schützen. Das Problem dabei war bisher, dass der SPF nur den Schutz vor den UVB-Strahlen angab, nicht aber klar ersichtlich auch vor den UVA-Strahlen, die ja bekanntlich bei der Alterung der Haut und der Bildung von Tumoren eine wesentliche Rolle spielen.
Die Kommission hat deshalb 2007 ein standardisiertes Labelling-System für den UVA-Schutz empfohlen, das von gleichen Teststandards ausgeht. „In Bezug auf den Schutz vor UVA bieten die neuen Richtlinien eine Verbesserung sowohl hinsichtlich der Testung der Produkte als auch für die Auswahl durch den Konsumenten“, kommentiert dazu Hönigsmann. Der UVA-Schutzfaktor muss mindestens ein Drittel des SPF von UVB ausmachen, z. B. UVB 15 = UVA 5.
Auch sollten Sonnenschutzmittel Gebrauchsanweisungen enthalten. Wichtig ist, dass schon etwa eine halbe Stunde vor der Sonneneinwirkung der Sonnenschutz aufgetragen wird. Die Menge muss den Testbestimmungen entsprechen, das heißt zwei Milligramm pro Quadratzentimeter, damit der Schutz, der angegeben ist, auch erreicht wird. Diese Menge entspricht etwa sechs Teelöffel voll des Mittels für den Körper eines durchschnittlichen Erwachsenen, und das mehrmals am Tag.

Niebauer, hautnah 2/2008

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