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Dermatologie 22. Februar 2008

Allergien: Wenn die Haut sich wehrt

Eine überraschende Entdeckung machte Prof. Dr. Friedrich Horak auf der Suche nach dem Allergen, das einer seiner Patientinnen arge Beschwerden bereitete: Er kam auf die Spur eines Waschbären, dessen Pflege die Patientin übernommen hatte. Dass das Aufspüren der allergieverursachenden Substanz mitunter einer detektivischen Kleinarbeit gleichkommt, berichten Horak – er leitet das Allergie-Zentrum Wien West –, Dr. Thomas Hawranek, Oberarzt an der Salzburger Uniklinik für Dermatologie, und der Leiter der Allergieambulanz im LKH Feldkirch, Dr. Wolfang Elsässer. Eine andere Spurensuche beschreibt die Vöcklabrucker Dermatologin und Ärztin für psychosomatische Medizin Dr. Renate Simma: jene nach den psychischen Komponenten von allergischen Erkrankungen.
Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen haben sich zu einer wahren Epidemie ausgewachsen. Die Beschwerden machen sich in den Atemwegen und auf der Haut bemerkbar, etwa die unerwünschte Wirkung von Arzneimitteln. Prof. Dr. Werner Aberer, Leiter der Klinischen Abteilung für Umweltdermatologie und Venerologie der MedUni Graz, empfiehlt im Interview, bei so gut wie jeder Dermatose diagnostisch auch die Frage abzuklären, ob sie nicht durch ein Arzneimittel ausgelöst wurde. Auch bei der Kontaktallergie besteht die wichtigste therapeutische Maßnahme in der Ausschaltung des verantwortlichen Allergens. Dass das nicht immer einfach ist, schildert Dr. Detlev Pirkhammer von der Dermatologischen Abteilung der Wiener Krankenanstalt Rudolfstiftung. Seit gut zehn Jahren beschäftigt sich Prof. Dr. Reinhart Jarisch, Floridsdorfer Allgergie-Zentrum, Wien, mit der Histamin-Intoleranz. Die neuesten Erkenntnisse darüber verrät er hier. Ebenfalls rezent ist der Nachweis, dass eine Genmutation dafür verantwortlich ist, dass in bis zu 45 Prozent der Fälle von atopischer Dermatitis die Haut ihrer Barrierefunktion nur eingeschränkt nachkommen kann; mitbeteiligt an der Entschlüsselung der Pathogenese dieser häufigen Hautkrankheit war Prof. Dr. Matthias Schmuth von der dermatologischen Universitätsklinik in Innsbruck. Und schließlich gibt Prof. Dr. Torsten Zuberbier von der Berliner Charité einen Überblick über die therapeutischen Möglichkeiten bei Urtikaria.
Um Sie neben der Aufbereitung des Schwerpunktthemas über aktuelle Entwicklungen aus anderen Bereichen der Dermatologie auf dem Laufenden zu halten, beginnen wir mit diesem Heft unsere neue Rubrik „haut neu“, in der wir in Kurzform über neue Erkenntnisse aus Forschung und Praxis berichten.

Elisabeth Tschachler-Roth,
Chefredakteurin von Ärzte Woche – hautnah

Elisabeth Tschachler-Roth, hautnah 1/2008

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