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Dermatologie 12. September 2007

Grüntee bei Psoriasis

Präklinische Studien zeigen Grüntee-Extrakt als Therapieoption bei Psoriasis. Durchgeführt wurden die Untersuchungen an Labormäusen, welche eine Hautsymptomatik ähnlich der Psoriasis aufwiesen – sogenannten „flaky skin mice“(Exp Dermatol 2007;16:678-684). Verwendung fand ein Grüntee-Extrakt (GTE), welches unter anderem Koffein, Epigallokatechin und Epikatechin enthielt. Dreimal wöchentlich wurden die hautkranken Mäuse gebadet. Als Badewasser diente eine 0,5-prozentige GTE-Lösung. Das Ergebnis: Auch nach elf Wochen entwickelten die genetisch veränderten Mäuse keine der für sie sonst typischen Hautveränderungen. Mäuse mit ähnlichem Erbgut, die nur mit Wasser gebadet worden waren, wiesen nach elf Wochen die vorprogrammierte Hauterkrankung auf. Dies berichtet Studienautor Stephen Hsu vom Medical College of Georgia.
Menschliche Keratinozyten sprechen ebenso auf Grüntee-Inhaltsstoffe an. Mit Epigallokatechin-3-Gallat versetzt, exprimieren die Hautzellen vermehrt Kaspase 14. Ein Vorgang, der durch die Inhibi­tion der Enzyme p38 und mitogenaktivierte Proteinkinase (MAK) gestoppt werden kann. Die Expression von Kaspase 14 scheint also von ungehinderter Funktion der Enzyme p38 und MAK abhängig zu sein. Wie Hsu im Rahmen seiner Veröffentlichung kommentiert: „Die Signaltransduktion über Epigallokatechin-3-Gallat muss durch, weitere Untersuchungen geklärt werden. Über diesen Signalweg wird die Genexpression gesteuert:die Entzündung, die Hyperproliferation und ebenso die mangelnde Differenzierung der Zellen. GTE, als nicht-toxisches Pflanzenextrakt, könnte in der Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen nützlich sein.“

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