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Dermatologie 11. Dezember 2007

Notfälle in der Dermatologie

Von Dogmen in der Dermatologie sprach der Innsbrucker Universitätsklinik-Vorstand Prof. Dr. Peter Fritsch in seinem Vortrag auf der ÖGDV Anfang Dezember in Wien. Etwa von dem lange Zeit gültigen Dogma, die Haut sei ein passives, vom Gesamtorganismus dirigiertes Organ. Dass diese Ansicht nicht richtig ist, wurde mittlerweile anhand vieler Beispiele gezeigt. „Es gehört zu den Aufgaben der Haut, Bedrohungen abzuwehren“, so Fritsch. Freilich gelingt ihr das nur in einem gewissen Ausmaß. Feuer und kochende Flüssigkeiten sind Bedrohungen, die die Haut nicht selbst abwehren kann. Dr. Josef Koller von den Salzburger Landeskliniken berichtet in dieser „Notfälle“-Ausgabe von hautnah, wie sich die Prognose von Schwerverbrannten durch die moderne Intensivmedizin und die Möglichkeiten der konservativen und chirurgischen Wundbehandlung verbessert hat.
Zu Notfällen können sich auch bakterielle Haut- und Weichteilinfektionen im wahrsten Sinn des Wortes auswachsen. Wie rechtzeitig einzugreifen ist, beschreiben Dr. Nadja Gobara und Doz. Dr. Franz Trautinger vom Landesklinikum St. Pölten. Absolute Ruhe bis hin zu einem Sprechverbot kann bei einem kutanen Abszess notwendig werden; nämlich dann, wenn er im Gesicht sitzt und durch Einbruch des Eiterherdes in das Venensystem eine Sinus-cavernosus-Thrombose droht, warnt Dr. Wilhelm Brenner, Wien.
Rasches ärztliches Handeln erfordern auch phlebologische Notfälle wie Venenthrombosen oder Varizenblutungen, mahnt die Wiener Dermatologin und Phlebologin Prof. Dr. Sanja Schuller-Petrovic. Um einen seltenen dermatologischen Notfall handelt es sich beim Eczema herpeticatum, dessen Hauptkomplikation in einer bakteriellen Superinfektion besteht, wie PD Mag. Dr. Stefan Wöhrl von der Wiener Uniklinik berichtet. Auf den ersten Blick erstaunlich mag es so manchem Leser erscheinen, dass wir in diese Ausgabe auch einen Beitrag zur Altershaut aufgenommen haben. Doch Prof. Dr. Daisy Kopera von der Grazer Universitätsklinik sieht wie viele andere Hautärzte immer häufiger sehr betagte Patientinnen und Patienten „mit schier unglaublich fortgeschrittenem Basaliom, Plattenepithelkarzinom, aber auch malignem Melanom“.
Wie immer finden Sie auch in diesem Heft Neues aus der Pharmaindustrie, Buchempfehlungen und einen Überblick über die nächsten Veranstaltungen.

Elisabeth Tschachler-Roth, hautnah 4/2007

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