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Dermatologie 21. Mai 2007

Europäische Dermatologie in Wien

Liebe Leserinnen und Leser,

A Schuster is er und a Krätz hat er!“ Mit solchen kategorischen Blitzdiagnosen wurde der Wiener Dermatologe Ferdinand Hebra einst berühmt. Seit Hebra in Wien seine legendären Vorlesungen hielt, die, wie es hieß, so gut waren wie die Komödien im Theater an der Wien, ist ein Weilchen vergangen. Heute behandeln Hautärzte nicht mehr die Körperhülle mit ihren „Hautblüthen“ und die „hässlichen Krankheiten im Ausschlagszimmer“, sondern ein eigenes Organ. Gerade die letzten Jahre waren für die Dermatologie enorm prägend. So wird – da die Forschung auch auf dem Gebiet der Molekularbiologie und Molekulargenetik wesentlich weitergekommen ist – die Pathogenese einzelner Krankheiten heute bedeutend besser verstanden als noch vor kurzem. In der Behandlung verschiedener Erkrankungen wie etwa der Psoriasis gibt es eine völlig neue Medikamentengruppe. Zu den aktuellen Herausforderungen der Dermatologie zählen neben dem immer häufiger auftretenden Hautkrebs immunologische Hautkrankheiten und auch die Hautalterung.
Was sich auf dem Gebiet der Diagnose und Therapie der Hautkrankheiten derzeit europaweit tut, das wird auf der vom 16. bis 20. Mai im Vienna Austria Center stattfindenden Jahrestagung der European Academy of Dermatology and Venerology EADV präsentiert. Einige der heißen Themen dieses EADV-Kongresses, der rund 7.000 Dermatologen nach Wien lockt, haben wir in dieser hautnah-Ausgabe für Sie herausgegriffen. So berichtet Prof. Dr. Michael Binder von der MedUni Wien über die Chancen und Risiken der Dermatoskopie. Doz. Dr. Johann Bauer, Salzburg, erläutert die Gentherapie, die bei einigen der so genannten Schmetterlingskinder – Patienten mit der erblichen blasenbildenden Krankheit Epidermolysis bullosa – bereits erfolgreich angewendet wird. Dass eine Infektion mit dem humanen Papillomvirus HPV nicht nur zu Gebärmutterhalskrebs führen kann, beschreibt Prof. Dr. Andreas Salat von der chirurgischen Universitätsklinik am Wiener AKH. Ein zweiter Nichtdermatologe, der Internist Prof. Dr. Anton Luger, ebenfalls MedUni Wien, zeigt auf, dass Hautveränderungen – vom Hirsutismus bis zum Erythema migrans – Symptome endokriner Störungen sein können. Und der Telemedizin-Spezialist Prof. Dr. Peter Soyer von der MedUni Graz gibt einen Überblick, warum die Dermatologie sich besonders für diese neue Art der Ferndiagnose eignet.
Die gewohnten Rubriken, die über die nächsten Fortbildungsveranstaltungen und Neuigkeiten aus der Industrie informieren, finden Sie in dieser Ausgabe wie in jedem hautnah, und schließlich auch einen kleinen historischen Rückblick: wie es kam, dass die Wiege der Dermatologie im deutschen Sprachraum ausgerechnet in Wien stand.

Ihre
Elisabeth Tschachler-Roth,
Chefredakteurin von ÄRZTE WOCHE – hautnah

Elisabeth Tschachler-Roth, hautnah 2/2007

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