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Dermatologie 15. Mai 2007

Wüten Humane Papilloma- viren auch im Mundbereich?

HPV können durch Oralverkehr in den Mundraum gelangen und dort Karzinome provozieren. Zumindest wurde bei Betroffenen Virus-DNA im Tumor und im Speichel extrahiert.

Eine rezente Studie von Wissenschaftlern der Bloomberg School of Public Health in Baltimore und der Universität Heidelberg offenbart, dass Hochrisikotypen für Gebärmutterhalskrebs bzw. Analkarzinome vom Schlage der Humanen Papillomaviren (HPV) auch mit Plattenepithelkarzinomen im Mund- und Rachenbereich assoziiert werden. Die Übertragung dürfte, ebenso wie im Beckenbereich, vor allem durch sexuelle Kontakte, in diesem Fall Oralverkehr, aber auch durch Küssen stattfinden. Im Rahmen der Fall-Kontroll-Studie (NEJM 2007; 356: 1944-1956), entdeckte man bei 72 von 100 untersuchten Patienten mit oropharyngealen Karzinomen im Tumor DNA vom Serotyp des hoch kanzerogenen HPV 16. Außerdem fanden sich bei 64 Prozent der Tumorpatienten Antikörper gegen das Virus – bei gesunden Probanden (n=200) lag diese Rate nur bei vier Prozent. Nachvollziehbar auch die Erkenntnis, dass in der Mundspülflüssigkeit bei den Plattenepithelkarzinom-Patienten die Virus-DNA signifikant öfter erhöht war – ein typisches Zeichen für eine aktive Infektion. Die Autoren stellen einen Zusammenhang zwischen der in der USA steigenden Inzidenz von oropharyngealen Karzinomen und veränderten Sexualpraktiken her und erhärten in diesem Zusammenhang die HPV-Impfempfehlung.

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