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Dermatologie 22. Februar 2007

Akne: Krankheitsbilder und Therapieoptionen

Genaue Zahlen zur Prävalenz gibt es nicht. Aber das ist auch gar nicht notwendig: So gut wie jeder bekommt mindestens einmal im Leben Akne. Grund genug, eine ganze hautnah-Ausgabe dieser am weitesten verbreiteten Hautkrankheit zu widmen. Mehrere Faktoren müssen zusammenspielen, damit sich die zur Standortflora der menschlichen Haut gehörenden Propionibakterien, deren Stoffwechselprodukte die Entzündung fördern, explosionsartig vermehren. Bei jungen Aknepatienten wurden um bis zu vier Zehnerpotenzen höhere Zahlen an Propionibakterien gefunden als bei nicht befallenen Gleichaltrigen, berichtet Prof. Dr. Klaus Degitz.
Seit 2003 gelten Retinoide als Mittel der ersten Wahl in der Aknetherapie. Was die systemische Isotretinoin­behandlung betrifft, gibt es aufgrund der Teratogenität in den USA Bestrebungen, sogar zwei Kontrazeptiva vorzuschreiben. „Übertrieben“, meint Prof. Dr. Jolanta Schmidt dazu. Obwohl die Akne mit den bestehenden Therapiemöglichkeiten in den allermeisten Fällen gut behandelbar ist, geht die Forschung doch weiter. Was die photodynamische Therapie ausrichten kann, beschreibt Doz. Dr. Sonja Radakovic.
Zwar hält sich die saloppe Bezeichnung „Mallorca-Akne“ hartnäckig, doch um zur Aknefamilie gezählt zu werden, fehlt der vornehmlich im Sommer auftretenden Hautkrankheit Wesentliches: die Komedonen. Über Differentialdiagnosen und Behandlung klärt Dr. Johannes Neuhofer auf. Dass Pusteln im Gesicht auf der Seele Narben hinterlassen können, ist bekannt. Dr. Renate Simma empfiehlt einen biopsychosozialen Ansatz und Steve de Shazers Wunderfrage, um den Jugendlichen über diese vulnerable Lebensspanne zu helfen.
Immer häufiger werden akneiforme Eruptionen bei Krebspatienten beobachtet – als eine unerwünschte Wirkung der modernen Therapeutika. Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer gibt ein Resümee vom derzeitigen Stand des Wissens. Welche die richtige der zahlreichen Möglichkeiten zur Entfernung von Aknenarben ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Zu diesem Schluss kommt Prof. Dr. Sanja Schuller-Petrovic in ihrem Überblick über die Vor- und Nachteile der gängigen Methoden.
Wie immer finden Sie auch in dieser Ausgabe von hautnah Informationen zu Produkten, Neues aus der Forschung und Hinweise auf die nächsten Fortbildungsveranstaltungen.

Elisabeth Tschachler-Roth, hautnah 1/2007

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