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Dermatologie 9. März 2006

Unterschätzte UVA-Strahlung

Wer Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwendet, sollte allzu ausgiebige Sonnenbäder trotzdem vermeiden. Dermatologen empfehlen, die auf den Verpackungen angegebenen Sonnenzeiten nicht auszureizen.

Wegen einer möglicherweise zu hohen auf die Haut einwirkenden UVA-Dosis sollten die Zeiten für Sonnenbäder kürzer als von den Herstellern angegeben liegen. So kann langfristigen Schädigungen der Haut bis hin zu Hauttumoren vorgebeugt werden. Kinder unter zwei Jahren sollten am besten gar nicht oder nur bekleidet bzw. mit Kopfbedeckung in die Sonne gehen, empfahl der Dermatologe Prof. Dr. Jean Krutmann vom Institut für Umweltmedizinische Forschung der Uni Düsseldorf bei einer Veranstaltung der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) in Hamburg. Im engen Zusammenhang mit Sonnenbrand, Hautschäden und vorzeitiger Hautalterung steht außer den UVB-Strahlen auch die energieärmere und langwelligere UVA-Strahlung. Sonnenschutzmittel mit breitem Schutzanspruch müssen deshalb nicht nur vor UVB-, sondern auch vor der UVA-Strahlung schützen.

Ausstehende Reglementierung

„Der UVB-Schutz wird mit einer einheitlichen Methode bestimmt und als Lichtschutzfaktor deklariert“, so Dr. Joachim Kresken aus Viersen. „Für die Bestimmung des UVA-Schutzes gibt es bisher noch keine über den Australischen Standard hinausgehende Methode, die allgemein anerkannt ist“, bemängelte der GD-Präsident. Der Australische Standard gilt als erfüllt, wenn das Produkt die Durchlässigkeit der UVA-Strahlen mindestens 90 Prozent reduziert. Oberhalb dessen sei aber keine Differenzierung vorgesehen, so Krutmann. „Das kann bedeuten, dass bei Verwendung eines Sonnenschutzmittels mit hohem Lichtschutzfaktor gegen UVB eine hohe UVA-Dosis auf die Haut einwirken kann, ohne dass der Anwender dies bemerkt.“ Dennoch werde die Norm des Australischen Standards durch das Produkt nicht verletzt. Hier seien weitere Forschungen nötig, besonders zum Verhältnis zwischen UVB- und UVA-Schutz eines Produktes. „Die so genannte UVA-Bilanz bestimmt den Schutzeffekt maßgeblich mit“, so Krutmann. Die Forschungsergebnisse sollen in die Deklarierung von Sonnenschutzmitteln einfließen. Laut DG-Richtlinie soll die Höhe des UVA-Schutzes in einem ausgewogenen Verhältnis zum UVB-Schutz stehen.

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