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Dermatologie 25. Jänner 2006

Stoßwellentherapie heilt „schwierige“ Hautläsionen

Überzeugende Wirkung bei akuten Verbrennungen und chronischen Wunden

Die extracorporale Stoßwellentherapie (ESWT) wird seit knapp 30 Jahren erfolgreich zur Zerstörung von Nierensteinen eingesetzt und hat in den letzten Jahren in Orthopädie und Traumatologie weltweit eine rasche und erfolgreiche Entwicklung genommen. Neueste Studiendaten zeigen nun eindrucksvoll, dass die ESWT auch in der Behandlung frischer und chronischer Wunden sensationelle Ergebnisse erzielen kann.Präsentiert wurden die brandaktuellen Weltneuheiten im Rahmen des 8. Internationalen Stoßwellenkongresses Ende Mai 2005 in Wien. Prof. Dr. Hildegunde Piza, Vorstand der Universitätsklinik für Plastische und Wiederherstellungschirurgie in Innsbruck, berichtete über Untersuchungen von Lappendurchblutungen und Verbrennungsmodellen an Ratten: „Im Tierexperiment hat die Stoßwelle alle bisher angewendeten Verfahren deutlich übertroffen.“ Sie bewirkt eine signifikant bessere Durchblutung der behandelten Körperregion und führt damit zu einer schnelleren Heilung, wobei das entstehende Narbengewebe besonders weich und elastisch ist.

Pilotstudien

Ermutigt durch die Beobachtung, dass die Stoßwellentherapie septischer Pseudoarthrosen neben der knöchernen Konsolidierung oft eine besonders rasche Abheilung von Hautläsionen bewirkt, wurden von September 2004 bis Jänner 2005 im Unfallkrankenhaus Meidling der AUVA, Wien, und im Zentrum für extracorporale Stoßwellentherapie, Berlin, Pilotstudien mit mehr als 100 Patienten durchgeführt. OA Dr. Wolfgang Schaden, AUVA-UKH Meidling: „Über 80 Prozent der Hautläsionen konnten durch die Behandlung mit der Stoßwelle zur vollständigen Abheilung gebracht werden. Bei weiteren elf Prozent der Patienten konnte eine mehr als 50-prozentige Abheilung der Wundoberfläche erzielt werden.“ Es kam bei keinem einzigen Patienten zu einer Verschlechterung. Nebenwirkungen wurden subjektiv und objektiv nicht beobachtet. Sogar bei chronischen Unterschenkelwunden (Ulcus cruris) konnten deutliche Verbesserungen erzielt werden: Innerhalb von vier bis acht Wochen konnten 53 Prozent der Patienten vollständig geheilt werden. Bei weiteren 28 Prozent konnte eine mehr als 50-prozentige Verbesserung beobachtet werden. Derzeit wird die Behandlung im Rahmen von Studien in Österreich im Meidlinger Unfallkrankenhaus, in der Innsbrucker Universitätsklinik für Plastische und Wiederherstellungschirurgie und ab Herbst 2005 im Wiener Wilhelminenspital durchgeführt. Nach diesen Erfolgen werden die Forschungen international fortgesetzt. Piza wird eine Studie für Patienten mit diabetischen Füßen durchführen. Bevor die ESWT bei Hautleiden breit eingesetzt werden kann, werden noch einige Jahre lang klinische Daten gesammelt werden müssen. Wie hoch die Behandlungskosten liegen werden, lässt sich nur ungefähr schätzen. „Für eine Wundheilungstherapie wäre unser Ziel ein Betrag zwischen 200 und 300 Euro, also so viel wie zwei bis drei Verbände“, so Schaden. Allerdings seien die derzeit verfügbaren Geräte Prototypen mit viel Entwicklungspotenzial, sodass die Kosten möglicherweise noch gesenkt werden könnten. Langfristig könnte die ESWT eine effektive Behandlungsoption für viele Indikationen darstellen, die in manchen Bereichen wenigen Spezialzentren vorbehalten bleiben wird. Andere Behandlungen werden jedoch durchaus vorwiegend im niedergelassenen Bereich durchgeführt werden können, wie es derzeit bereits bei der Weichteilstoßwellentherapie der Fall ist.

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