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Dermatologie 25. Jänner 2006

Den Babypopo öfter einmal auslüften lassen!

Prävention und Therapiemanagement der kindlichen Windeldermatitis

Weil die Barrierefunktion der kindlichen Haut erst im späteren Leben voll funktionsfähig ist, sind Hautreizungen im Windelbereich nicht selten. Unbehandelt sind diese schmerzhaft und können nicht selten auch zu chronischen Dermatosen führen. Die Haut von Säuglingen kann ihre Barrierefunktion noch nicht voll entfalten, da sie erst im späteren Leben vollständig ausreift. Dazu kommt, dass die Bedingungen, die in Babywindeln herrschen, allgemein das Risiko für eine Hautreizung im Windelbereich begünstigen. Häufig beginnt eine Windeldermatitis (Kasten 1) mit einer Durchfallerkrankung, die die betroffenen Hautregionen intensiv reizt, weil meist auch die Windeln nicht schnell genug gewechselt werden können. Durch die irritativ-toxische Wirkung von Urin, Kot und Feuchtigkeit wird dann die Barrierefunktion der Haut geschädigt; es kommt erst zur Reizung und bei fortgesetzter Irritation zur Windeldermatitis.

Häufiger Wechsel

Liegt erst mal ein solches Kontaktekzem vor, sollten die Windeln möglichst nach jedem Stuhlgang gewechselt werden. Zur Behandlung der Erkrankung kommen Kortikosteroide zum Einsatz. Ist die Durchfallerkrankung abgeklungen, kann „der Babypopo auch ruhig mal an der Luft getrocknet werden“, erklärte Prof. Dr. Uwe Wollina von der Dermatologischen Klinik am Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt anlässlich der 9. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie, die Mitte März 2005 in Wien abgehalten wurde. „Damit wird Reizungen vorgebeugt und bereits vorhandene Rötungen heilen schneller ab.“

Ekzem vorbeugen

Bei nur mäßig ausgeprägter Windeldermatitis und zur Prävention der Erkrankung sind auch Cremes und Salben gut geeignet. „Wird etwa bereits bei Vorliegen von Rötungen mit einer Salbengrundlage, der Dexpanthenol zugesetzt wird, behandelt, kann die Erkrankung gut gestoppt werden“, erläuterte Prof. Dr. Erhardt Proksch, Dermatologe am Universitäts-Hautklinikum der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Studien haben gezeigt, dass sich dazu etwa die Bepanthen® Wund- und Heilsalbe eignet, weil sie die Abheilung eines Ekzems und die Regeneration der Haut beschleunigt. Die Salbe regeneriert die Barrierefunktion der Haut und zeigt eine gute antientzündliche Wirkung.

A-E-Regel

Um eine Windeldermatitis erst gar nicht entstehen zu lassen, hat eine multidisziplinäre Gruppe, bestehend aus VertreterInnen der Fachgebiete Pädiatrie, Dermatologie, Pharmazie sowie Pflegepersonen aus der Kinderkrankenpflege und Hebammen einfach zu befolgende Ratschläge ausgearbeitet, die unter dem Namen A-E-Regel firmieren (Kasten 2). Nicht empfohlen wird von den Experten die Verwendung stark okkludierender Salben oder Puder, da diese die Haut reizen und die Barrierefunktion nicht unterstützen. Für Wollina ist die Prävention der Windeldermatitis das Um und Auf zur Verhinderung chronischer Dermatosen: „Präventionsstudien auf Neugeborenenstationen haben gezeigt, dass die Einhaltung der A-E-Regel sowie die Anwendung einer dexpanthenolhaltigen Salbe dabei helfen, das Auftreten einer Windeldermatitis signifikant zu verringern und damit das Risiko für eine chronische Dermatose wirksam hintan gehalten werden kann.“

Sabine Fisch, hautnah 2/2005

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