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Dermatologie 16. November 2005

Mehr Allergien nach Geburt durch Kaiserschnitt

Enkel rauchender Großmütter mütterlicherseits haben nach umfangreichen epidemiologischen Analysen ein höheres Risiko für eine Allergie als Kinder ohne eine solche Rauchbelastung im Stammbaum, betonte Prof. Dr. John Warner vom Kinderkrankenhaus der Universität Southampton auf einer Pressekonferenz zum Welt-Allergie-Kongress in München im vergangenen Juni.
Die Hypothek der rauchenden Großmutter belastet den Enkel selbst dann, wenn er nie Kontakt zur Großmutter gehabt hat und auch sein eigener Haushalt immer rauchfrei war. Daraus könne man ableiten, dass das Rauchverhalten der Großmutter zu einer Modifikation mütterlicher Gene geführt hat, die in der Erbfolge wiederum den Enkel für eine Allergie disponieren, sagte Warner. Auf der Suche nach Faktoren, die das Allergierisiko des Kindes bereits im Mutterleib beeinflussen, ist vor allem die Ernährung der Mutter ins Visier der Forscher geraten. Viel frisches Obst und Gemüse sowie der Konsum von Fischöl scheinen einen präventiven Nutzen zu haben, Rauchen der Mutter erhöht hingegen das Allergierisiko.
Per Kaiserschnitt zur Welt gebrachte Kinder erkranken später häufiger als auf natürlichem Wege Geborene. Die Ursache dafür ist wohl, dass die Sectio eine allergiepräventive frühe initiale Kolonisation des kindlichen Darmtraktes mit physiologischen Darmkeimen der Mutter verhindert. Noch gilt dieser Zusammenhang aber nicht als so sicher, dass man nach einer Kaiserschnittgeburt den Darm des Kindes iatrogen mit mütterlichen Darmkeimen besiedelt.

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