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Dermatologie 16. Februar 2017

Blutplättchen lassen Hautkrebs eskalieren

Chemiker der Universität Wien analysierten Krankheitsmechanismen beim Melanom und identifizierten Blutplättchen als wichtige Akteure. Ihre Erkenntnisse wurden im amerikanischen Fachjournal  Molecular Cellular  Proteomics  [1] publiziert. 

Durch  moderne  Kombinationstherapien  können  selbst  bei  metastasierenden Tumorpatienten komplette  Remissionen erzielt werden. Meist sind  die Erfolge aber nur von kurzer Dauer:  Oft  bilden  sich  Resistenzen  und  eine   Tumorassoziierte Kachexie.  

Das Team um Prof. Mag. Dr. Christopher Gerner vom Institut für Analytische  Chemie der Universität Wien führte Protein- und Lipid-Analysen der Serumproben von Hautkrebspatienten durch. Einige Proteine und Lipide, die im Serum  der Patienten stark erhöht waren, stammen aus aktivierten Blutplättchen.

Gerner:  „Offenbar  kommt  es  durch   ein  komplexes  Zusammenspiel  von   Tumorzellen  und  Leber  zur  Bildung   von  funktionell  hoch  aktiven  Molekülen,  welche  zur  chronischen  Aktivierung  von  Blutplättchen  führen.  Diese   so aktivierten Blutplättchen ‚helfen‘ fatalerweise den Tumorzellen, indem sie  unter  anderem  Wachstumsfaktoren   freisetzen,  und  verursachen  somit  die   Eskalation der Erkrankung. Diese erstmals erkannte und beschriebene Form  der chemischen Tumorwachstumsförderung durch Blutplättchen wird durch moderne Therapieformen, die ganz auf  genetische Eigenschaften von Tumorzellen  zugeschnitten  sind,  nicht  kontrolliert.“

Literatur    

1.  Besnik Muqaku et al (2016) Multi-omics  analysis of serum samples demonstrates reprogramming of organ functions via systemic  calcium mobilization and platelet activation  in metastatic melanoma. Mol Cell Proteom  16:86–99. doi:  10.1074/mcp.M116.063313

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