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Dermatologie 17. August 2005

Gefährliche Haarfarben

Farbstoffe in Kosmetika müssen auf gesundheitliche Risiken geprüft werden. Für Haarfarben, Tattoos und Permanent-Make-up hingegen gibt es bislang europaweit keine derartige Kontrolle. Wie das deutsche Bundesgesundheitsblatt 01/05 berichtet, steht jedoch eine Reihe in diesen Produkten verwendeter Farbstoffe im Verdacht, krebserregend zu sein. Hier besteht daher dringender Handlungsbedarf. Die Europäische Kommission veranlasste bereits erste Maßnahmen zur Durchführung entsprechender toxikologischer Tests.

Erhöhtes Krebsrisiko

Die Besorgnis bezüglich des Gebrauchs von Haarfärbemitteln wurde durch einige amerikanische Publikationen ausgelöst, die ein erhöhtes Blasenkrebsrisiko unter den Benutzern bestimmter Haarfarben festgestellt hatten. Wegen eines möglichen erbgutverändernden Potenzials ist die Haarfarbe Lawson, die auch der farbgebende Bestandteil von Henna ist, in die Kritik geraten. In den vergangenen Jahren häufen sich auch Fälle entzündlicher Hautveränderungen und Ekzeme im Zusammenhang mit den immer beliebter werdenden Henna-Tätowierungen. In Tierversuchen wurden ausgeprägte Blutzellen-schädigende Effekte beobachtet sowie Genmutationen nachgewiesen. Da die Datenlage aber unterschiedlich interpretiert werden kann, gibt es bislang noch keine abschließende Bewertung zu den Risiken von Henna. Weiters lieferten bestimmte Azofarbstoffe, die unter anderem zur Färbung kosmetischer Mittel verwendet werden, Anlass zur Besorgnis. In Experimenten wurde nachgewiesen, dass diese kritischen Farbstoffe durch Hautbakterien in krebserregende Verbindungen gespalten werden. Einige davon sind in der EU zugelassen. Der wissenschaftliche Ausschuss „Kosmetische Mittel und für den Verbraucher bestimmte Non-Food-Erzeugnisse“ hat nun gefordert, dass alle in Europa verwendeten Farbstoffe zur Vermeidung von Risiken ausreichend toxikologisch getestet werden müssen.

Weitere Informationen: www.springer.de/medizin

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