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Dermatologie 17. August 2005

Editorial

Magistrale Rezepturen sind allseits beliebt. Bei Ärzten und hier ganz besonders bei den Dermatologen, weil sie mehr therapeutischen Freiraum erlauben, bei Apothekern, weil sie ihr ursprünglichstes und ureigenstes Können einsetzen, und nicht zuletzt bei den Patienten. Diese fühlen sich durch eine Rezeptur besonders individuell betreut.
Magistrale Rezepturen hatten bisher allerdings einiges zu verbergen, zum Beispiel ihre Zusammensetzung. Das soll nun anders werden. Mit Anfang März wurden mit der „Neuen Apothekenbetriebsordnung“ die Vorgaben für die qualitätsgesicherte Herstellung von Zubereitungen modifiziert: Eine für Ärzte und Patienten augenscheinliche Neuerung betrifft die Behältnisaufschrift: Wo bislang mitunter recht spartanisch „Creme“ auf dem Deckel zu lesen war, soll nun detailliert draufstehen, was drin ist!
Die therapeutische Freiheit der Verschreiber birgt auch potenzielle Nachteile, wie deutsche Untersuchungen belegen. Demnach waren zwei Drittel aller magistralen Rezeptvorschläge als nicht sinnhaft einzustufen! Vor allem Inkompatibilitäten und Instabilitäten kommen am häufigsten in Verordnungen von externen Rezepturen von Dermatologen oder anderen Ärzten vor.
Experten sehen Handlungsbedarf: Neben der Erstellung neuer Leitlinien für magistrale Rezepturen sollen die Aus- und Fortbildung der Ärzte und die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pharmazeuten verbessert werden, um die Qualität der Magistraliter zu gewährleisten, so ihr Vorschlag auf der 9. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie Mitte März in Wien.

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