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Dermatologie 17. August 2005

Editorial

Die intensiven Forschungsaktivitäten der letzten Jahrzehnte haben bereits manche Bereiche der dermatologischen Therapie revolutioniert. Das Paradebeispiel der jüngsten Zeit ist wohl die Neurodermitis, wo sich neben der altbewährten, aber nebenwirkungsbehafteten Standardtherapie mit Kortikosteroiden nun topische Immunmodulatoren etabliert haben. Diese Calcineurininhibitoren werden nicht nur zur Symptombehandlung eingesetzt, sondern zunehmend auch zur Schubprophylaxe empfohlen. Ein weiteres Beispiel ist die Behandlung der Psoriasis und der Psoriasisarthritis mit Biologika wie den TNF-alpha-Blockern. Diese zentral in das Entzündungsgeschehen eingreifenden Substanzen sind zwar teuer und daher nicht für jeden Psoriatiker erschwinglich, für schwer und schwerst betroffene Patienten sind sie jedoch die erste realistische Hoffnung auf eine Verbesserung der durch die Krankheit massiv beeinträchtigten Lebensqualität. Wer therapiebegleitende Fotos über den Behandlungserfolg gesehen hat, kann mitempfinden, was diese Optionen für Patienten bedeuten.

Noch in weiter Zukunft befinden sich Therapieansätze, die kürzlich auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie in Graz präsentiert wurden. Unter anderem ging es um die Behandlung der Gendermatosen durch so genannte Genfähren, die in absehbarer Zeit möglicherweise eine erste kausale Therapie darstellen könnten. Ein weiteres innovatives Forschungsgebiet sind neue nukleäre Hormonrezeptoren. Auf dem Gebiet der Dermatologie haben hier Vitamin-D-Rezeptoren und Retinoidrezeptoren in der ersten klinischen Erprobung durchaus positive Ergebnisse erzielt. In Innsbruck wird gegenwärtig vor allem deren Rolle in der epidermalen Differenzierung und Proliferation untersucht. Diese Beispiele zeigen, wie moderne Technologien aus scheinbar abgehobenen Forschungssphären letztendlich nach langer Arbeit in den Praxisalltag Einzug halten und die Therapieusancen revolutionieren können.

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