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Dermatologie 25. Jänner 2006

Studie zur AD-Schubprophylaxe

Die Abteilungen für Hauterkrankungen und Kinderheilkunde am Landeskrankenhaus Feldkirch haben der Neurodermitis bei Kindern den Kampf angesagt: Ab Mitte November starten sie zusammen mit anderen europäischen Kliniken eine Studie zu einem äußerst wirksamen Präparat, welches kein Cortison enthält. Zur Teilnahme aufgerufen sind betroffene Kinder im Alter zwischen 2 und 17 Jahren. Eltern können die kleinen Patienten unter der Telefonnummer 05522/ 303 1230 am Landeskrankenhaus Feldkirch anmelden. In Österreich sind bis zu 15 Prozent der Bevölkerung von der Hautkrankheit Neurodermitis betroffen. Das entzündliche Ekzem ist durch Anfälle von quälendem Juckreiz gekennzeichnet und verläuft meistens chronisch. Die Krankheit tritt in Schüben auf und manifestiert sich oft bereits im Kindesalter. Gerade jetzt im Herbst, wenn die Zentralheizungen wieder in Betrieb gehen, müssen Betroffene mit einem solchen Schub rechnen. Dem soll nun aber auf effiziente Weise Abhilfe geschafft werden: Wurde früher mit Cortison behandelt, gibt es nun seit 2003 eine neue nebenwirkungsarme Alternative. „Das Medikament Elidel wirkt selektiv und spezifisch auf den Entzündungsmechanismus der Neurodermitis ein. Die positive Folge ist die schnelle Abheilung der Hauterscheinungen. Und bei einer längerfristigen Anwendung der Salbe von drei bis vier Monaten dient Elidel sogar der Schubprophylaxe“, erklärt Prim. Univ.-Doz. Dr. Robert Strohal, Leiter der Dermatologie am LKH Feldkirch.
Nun will Strohal im Rahmen einer Studie feststellen, wie oft die Patienten die Salbe anwenden müssen, um weitere Schübe der heimtückischen Hauterkrankung vermeiden zu können. „Müssen die Kinder die Salbe einmal oder zweimal am Tag auftragen? Das ist die zentrale Frage in einer derzeit europaweit durchgeführten Studie“, so Strohal. „Der Pharmakonzern stellt große Mengen an Elidel-Salben gratis zur Verfügung, um eine Antwort darauf zu finden.“ Gesucht sind typische Patienten zwischen zwei und 17 Jahren, die gerade unter einem Schub leiden. „Die Studie wird zeigen, dass derzeit ein Paradigmenwechsel in der Behandlung von Neurodermitis weg vom Cortison stattfindet“, freut sich Strohal.

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