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Dermatologie 21. Juli 2016

Medikamentöse Behandlung chronischer Venenerkrankungen

Zusammenfassung

Chronische Venenerkrankungen (CVE) betreffen zumindest 15–25 % der Allgemeinbevölkerung und sind nicht nur mit hoher Morbidität, sondern auch mit beträchtlichen finanziellen Belastungen verbunden. Die moderne CVE-Behandlung stützt sich vor allem auf endovenöse therapeutische Verfahren und Kompressionstherapie. Je mehr Einblicke wir allmählich in die Pathogenese der CVE gewinnen, desto mehr steigt auch das Interesse an Arzneimitteln, die diesen Prozess beeinflussen können. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die meisten oralen Präparate, die derzeit zur Behandlung von CVE (einschließlich venöser Beingeschwüre) eingesetzt werden. Nach mehreren Jahrzehnten klinischer Verwendung liegen für einige Flavonoidpräparate, in erster Linie für MPFF (mikronisierte gereinigte Flavonoidfraktion), genügend Nachweise vor, um sie als kurzfristige Zusatzbehandlung bei CVE empfehlen zu können. Andere Verbindungen sind jedoch diesbezüglich ebenfalls äußerst vielversprechend. Dennoch benötigen wir mehr umfassendere klinische Studien über einen längeren Zeitraum hinweg, um Wirkung, Kosteneffizienz und vor allem eine mögliche prophylaktische Anwendung dieser Medikamente genauer definieren zu können. Mehr über die Grundlagen von CVE zu erfahren hilft uns bei der Entwicklung neuer Arzneimittel, die auf spezielle Aspekte des Erkrankungsprozesses ausgerichtet sind.

Summary

Chronic venous disease (CVD) affects at least 15–25 % of the general population incurring not only high morbidity but also considerable economical burden. The mainstay of modern treatment of CVD are endovenous therapeutic procedures and compression therapy. As far as the pathogenesis of CVD is being gradually unraveled the interest in drugs able to impact the process is growing. Here we have presented an overview of a majority of oral preparations used so far to treat CVD including venous leg ulcers. After several decades of clinical use a few flavonoid preparations, in the first place micronized purified flavonoid fraction, collected enough evidence to recommend them as a short-term adjunct treatment of CVD. However, other compounds are also promising in this regards. Yet, we need more larger and longer-term clinical trials to more precisely define effects, cost-effectiveness and, above all, capacity for prophylactic application of the drugs. Learning more about basis of CVD will help design new drugs directed at specific aspects of the disease process.

Einleitung

Die medikamentöse Behandlung chronischer Venenerkrankungen (CVE) ist seit Jahrzehnten ein äußerst attraktiver Forschungsbereich der Phlebologie [ 1 ]. Trotz beträchtlicher Erfolge ist angesichts der Tatsache, dass wir von genauen Einblicken in die Pathogenese von CVE, einschließlich ihrer genetischen und pathophysiologischen Grundlagen, immer noch meilenweit entfernt sind, die gezielte Entwicklung von Arzneimitteln relativ schwierig. Dennoch wurde in zahlreichen epidemiologischen und proteomischen Studien an eineiigen Zwillingen und auch in anderen Studien die erbliche Vorbelastung bezüglich CVE eindeutig nachgewiesen, wodurch die Weichen für weitere Forschungsarbeiten gestellt wurden [ 2 , 3 ]. Wie an anderer Stelle in dieser Ausgabe im Einzelnen beschrieben, spielen Entzündungen, extrazelluläres Matrix-Remodeling, Apoptose, Hypoxie, Hämostase, Angiogenese, verschiedene metabolische Pfade sowie die Physiologie der vaskulären glatten Muskelzellen in der Entwicklung von CVE eine wichtige Rolle. Es steht fest, dass viele Arzneimittel eine Wirkung auf diese Aspekte der Pathogenese von CVE haben können. Was macht Arzneimittel besonders attraktiv für die Behandlung von CVE? Die Patienten unterziehen sich in der Regel lieber einer medikamentösen Behandlung als einer Kompressionsbehandlung oder einem chirurgischen Eingriff, falls sie wirkungsvoll und sicher genug ist; außerdem kann sie kosteneffizient sein und möglicherweise sogar eine vorbeugende Wirkung zeigen. Es wurde bereits nachgewiesen, dass die große Vena saphena vor dem Auftreten variköser Veränderungen viel besser auf vasoaktive Substanzen anspricht – daher spielen diese Arzneimittel möglicherweise eine wichtigere prophylaktische Rolle [ 4 ]. Ein großes Problem bei der Beurteilung der klinischen Wirksamkeit von Arzneimitteln ist die Komplexität ihrer Zusammensetzung, die häufig nicht eindeutig bekannten Wirkstoffe und die Tatsache, dass ihre Zusammensetzung keinen strengen Normen unterliegt. Das macht es unmöglich, die Ergebnisse zu interpretieren und erfordert die separate Ermittlung der klinischen Wirksamkeit jedes einzelnen Präparats, mit Ausnahme der synthetischen Arzneimittel [ 5 ]. Zwei kürzlich erschienene Berichte beschäftigten sich eingehend mit dem Stellenwert von Flavonoiden bzw. sämtlichen venenaktiven Arzneimitteln in der Behandlung von CVE [ 1 , 5 ]. Wir werden hier versuchen, die neuesten Informationen wiederzugeben und die vorliegenden Daten zusammenzufassen.

Tab.  1 zeigt eine Liste jener Arzneimittel (Abb.  1 ), die bisher eine messbare Wirkung auf die verschiedenen Stadien von CVE gezeigt haben.

α-Benzopyrone

Der wichtigste Vertreter dieser Gruppe ist das Cumarin [ 6 ]. Das breite Wirkungsspektrum von Cumarin und seiner zahlreichen Derivate reicht von antioxidativen, entzündungshemmenden, zytotoxischen, anti-apoptotischen, antiangiogenen, tumorhemmenden und antimykotischen Wirkungen bis hin zur Fähigkeit, Lymphödeme und Ödeme im Zusammenhang mit CVE zu vermindern [ 7 – 14 ]. Ihre synthetischen Derivate wie Phenprocoumon und Warfarin sind besser bekannt für ihre gerinnungshemmende Wirkung. Cumarin findet man in zahlreichen essbaren Pflanzen wie Erdbeeren, schwarzen Johannisbeeren, Marillen und Kirschen. Mehrere Studien ergaben eine signifikante Verbesserung von Lymphödemen unterschiedlichen Ursprungs [ 12 , 13 ]. In einem 2004 in der Cochrane Library veröffentlichten Bericht wurde jedoch der Schluss gezogen, dass infolge der schlechten Qualität der Studien keine Meta-Analyse durchgeführt worden war – es war nicht möglich, aus diesen Studien Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit von Benzopyronen (einschließlich Cumarin) hinsichtlich der Verminderung von Extremitätenvolumen, Schmerzen oder Beschwerden in von Lymphödemen befallenenen Extremitäten zu ziehen [ 15 ]. In einer randomisierten Studie wurde ein Kombinationspräparat (90 mg Cumarin und 540 mg Troxerutin pro Tag) oder medizinische Kompressionsstrümpfe plus Placebo untersucht, wobei die Schutzwirkung gegen Ödeme, aber auch die Besserung der Symptome und Erhöhung der Lebensqualität mit der Cumarin/Troxerutin-Kombination bei CVI bestätigt wurde [ 14 ]. Die größten Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Cumarin betreffen dessen vermeintliche Lebertoxizität und, wie bei den meisten Benzopyronen, die hemmende Wirkung auf CYT2A6 und somit die Möglichkeit von Arzneimittelinteraktionen [ 5 , 16 ].

γ-Benzopyrone (Flavonoide)

In einem kürzlich veröffentlichten Bericht wurden die klinischen Vorteile dieser Arzneimittelklasse präsentiert und Empfehlungen zur weiteren Grundlagenforschung und klinischen Forschung bezüglich dieser Wirkstoffe bei der Behandlung von CVE formuliert [ 5 ]. Im Allgemeinen sind Flavonoide (Abb.  1 ) natürlich vorkommende Polyphenolverbindungen, die häufig in verschiedenen Pflanzen zu finden und besonders für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt sind. Einige dieser Verbindungen sind Polymere, andere werden durch Glykosylierung oder Hydroxyethylierung modifiziert, aber die meisten besitzen antioxidative, antimikrobielle, tumorhemmende und die Gefäßdurchlässigkeit vermindernde Eigenschaften [ 17 ]. Obgleich man allgemein davon ausgeht, dass Flavonoide ihre positive Wirkung bei CVE durch Entzündungshemmung und Erhöhung des Venentonus ausüben, konnte in einer kürzlich durchgeführten Ex-vivo-Studie anhand der Vena cava von Ratten die Wirkung von Diosmin auf die Venenkontraktion nicht bestätigt werden [ 18 ]. Weiters veränderten weder Doxycyclin noch MPFF die Aktivierung des HIF-Pfades (Hypoxie-induzierter Faktor) bei Organkulturen nicht-variköser und variköser Venen, die einem Sauerstoffmangel ausgesetzt wurden, was darauf hindeutet, dass die Venenwand-Remodeling-Effekte wahrscheinlich nicht HIF-abhängig sind [ 19 ]. Mit Ausnahme von MPFF und Rutosiden ist die Qualität der klinischen Nachweise für die positive Wirkung anderer Flavonoid-Präparate bei CVE eher schlecht [ 1 , 5 ]. MPFF besteht zu 90 % aus Diosmin und zu 10 % aus anderen Flavonoid-Komponenten (einschließlich Hesperidin). Studien deuten darauf hin, dass diese Kombination möglicherweise wirkungsvoller ist als Diosmin alleine, und durch die Mikronisierung soll sich die Resorption im Darm dadurch verbessern, dass die Größe der Flavonoidpartikel auf etwa 2 μm reduziert wird [ 5 ]. Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend über die Nieren. Derzeit können Flavonoide, insbesondere MPFF und Rutoside, als ergänzende Behandlung einer CVE zur Verminderung der Symptome und der Beinödeme empfohlen werden [ 20 ]. Für andere Aspekte der CVE liegen keine ausreichenden Daten vor; künftige Studien sollten so angelegt werden, dass sie die von Rabe et al. angesprochenen Probleme behandeln [ 5 ]. Obwohl die Ergebnisse für MPFF und Rutoside als Zusatztherapie hinsichtlich der Beschleunigung der Abheilung venöser Beingeschwüre ermutigend sind, vor allem in Kombination mit einer Kompressionstherapie, wurde in einer jüngst durchgeführten Meta-Analyse eine „vorsichtige Interpretation der Ergebnisse [gefordert], da die meisten dieser Studien schlecht dokumentiert sind, weshalb ein unklares Risiko einer mangelnden Objektivität bezüglich Randomisierung, Geheimhaltung der Zuordnung, Verblindung und Methoden für den Umgang mit unvollständigen Ergebnisdaten bestand“ [ 21 ]. Patienten mit postthrombotischem Syndrom wurden ausschließlich mit Kompressionstherapie oder mit Kompressionstherapie in Kombination mit zwei unterschiedlichen Dosierungen von Hydroxyethylrutosid (1 oder 2 g/Tag) behandelt und fünf Jahre lang beobachtet. Durch die Behandlung mit Rutosid blieben die Anzeichen/Symptome und Ödeme bei CVI unter Kontrolle, und das Auftreten besonders schwerwiegender Komplikationen von CVI, darunter Lipodermatosklerose und Venengeschwüre, wurde verhindert [ 22 ]. Obwohl es sich um eine nicht-kontrollierte Studie handelte, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Flavonoide für die langfristige Behandlung von besonders schwierig zu behandelnden CVI-Fällen wie dem postthrombotischen Syndrom von Nutzen sein könnten.

Pycnogenol, das Proanthocyanidine enthält, hat starke antioxidative, entzündungshemmende sowie gefäßerweiternde und antithrombotische Wirkungen und verfügt über kollagenstabilisierende Eigenschaften [ 23 ]. In klinischen Studien hat sich erwiesen, dass sich durch topische Anwendung bzw. orale Verabreichung dieses Wirkstoffs Ödeme in von CVI betroffenen Beinen vermindern, das Auftreten von tiefen Beinvenenthrombosen auf Langstreckenflügen reduzieren und die Abheilung von Venengeschwüren verbessern lassen [ 5 , 23 ]. In einem Bericht in der Cochrane Library wurde dieser Nachweis jedoch als wenig aussagekräftig eingestuft, weshalb Pycnogenol ohne das Vorliegen zusätzlicher, verlässlicherer Studien derzeit nicht für die Behandlung von CVE empfohlen werden kann [ 24 ].

Saponine

Das am weitesten verbreitete unter den Saponin-Glycosiden ist Escin, welches ein Bestandteil von Rosskastaniensamen ist. Escin induziert nachweislich die Kontraktion der Venen bei Rindern und Menschen und hemmt die ADP-induzierte Thrombozytenaggregation beim Menschen [ 4 , 25 ]. Allerdings induziert Escin bei der Vena cava inferior von Ratten die extrazelluläre Ca2+-abhängige Kontraktion, unterbricht jedoch die α‑adrenergen und AT1R-Rezeptor-vermittelten Pfade sowie die depolarisationsinduzierte Kontraktion [ 18 ]. Es scheint, als ob die anfänglichen venentonisierenden Vorteile von Escin möglicherweise durch die Unterbrechung der Venenreaktion auf endogene Venokonstriktoren wieder aufgehoben werden. Extrakte aus dem Wurzelstock des Stechenden Mäusedorns können neben Saponinen auch Flavonoide enthalten [ 26 ].

In klinischen Studien, in denen Rosskastaniensamenextrakt (HCSE) zur Behandlung von CVE eingesetzt wurde, zeigten sich signifikante Verbesserungen hinsichtlich der Schmerzen in den Beinen und einer Verminderung der Beinödeme. HCSE kann, zumindest kurzfristig, ebenso wirkungsvoll sein wie die Behandlung mit Kompressionsstrümpfen. Die unerwünschten Wirkungen waren für gewöhnlich schwach ausgeprägt und selten [ 27 ]. Es sind jedoch größere, definitive randomisierte und kontrollierte Studien erforderlich, um die Wirksamkeit dieser Behandlungsmöglichkeit zu bestätigen.

Sonstige Pflanzenextrakte

Abgesehen von den vorstehend bereits beschriebenen Pflanzenextrakten wurden zur Behandlung von CVE auch viele andere ausprobiert, es fehlen jedoch generell evidenzbasierte Daten. Dazu zählt auch die aus Centella asiatica isolierte gesamte Triterpenfraktion, die nachweislich Ödeme und Veränderungen in der Mikrozirkulation in den unteren Extremitäten auf Langstreckenflügen verhindert [ 28 ]. Dies lässt sich zum Teil durch die Regulierung des Mucopolysaccharidstoffwechsels innerhalb der varikösen Venenwände erklären [ 29 ]. Ein Präparat (Ginkor Fort®), das Ginkgo-Biloba-Extrakt, Troxerutin und Heptaminol enthält, reduziert nachweislich die (bei einer Varizenerkrankung erhöhte) Anzahl der zirkulierenden Endothelzellen und vermindert das Haftvermögen der Leukozyten an die Endothelzellen der Vena saphena [ 30 , 31 ]. Der Extrakt der mexikanischen Pflanze Ageratina pichinchensis beschleunigte bei einer kleinen Gruppe von Patienten nachweislich die Abheilung venöser Beingeschwüre – es ist möglich, dass das Encecalin, eine in diesem Extrakt vorhandene antimykotische Verbindung, infolge seiner den Benzopyronen ähnlichen Struktur die wirksame Substanz ist [ 32 ]. Generell liegen über verschiedene Pflanzenextrakte so wenig Daten vor, dass es nicht möglich ist, irgendwelche gesicherten Schlussfolgerungen zu ziehen. Möglicherweise sind sie jedoch eine gute Quelle für potentiell nützliche Arzneimittel.

Synthetische Verbindungen

Das wichtigste unter diesen Arzneimitteln ist Calciumdobesilat. Es besitzt antioxidative Eigenschaften, vermindert die durch Serotonin, Histamin und Bradykinin induzierte Durchlässigkeit der Kapillaren, hemmt die Thrombozyten- und Erythrozytenaggregation, vermindert die Blutviskosität, verstärkt den Lymphfluss, erhöht den Venentonus, vermindert die Angiogenese und die Expression des vaskulären Endothelwachstumsfaktors, reguliert die Apoptose und vermindert Entzündungen [ 33 – 39 ]. Studien, in denen die Wirkung von Calciumdobesilat auf CVE untersucht wurde, lieferten sowohl positive als auch negative Ergebnisse [ 33 ]. Vor kurzem konnten in einer von Martinez-Zapata et al. [ 40 ] durchgeführten randomisierten Doppelblindstudie an 509 Patienten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf die gemessene Lebensqualität, Ödeme und CVE-Symptome nachgewiesen werden. In einer multifaktoriellen Analyse war jedoch in der Calciumdobesilat-Gruppe die Lebensqualität nach 12 Monaten höher, was bedeutet, dass die nach der Behandlung beobachtete nachhaltige Wirkung des Arzneimittels es wert ist, weiter untersucht zu werden. Dennoch zeigten Rabe et al. [ 41 ] in einer weiteren randomisierten, placebo-kontrollierten Studie an 256 Patienten, dass Calciumdobesilat dem Placebo hinsichtlich einer Verminderung des Volumens des unteren Wadenbereichs, und zwar ungeachtet der Kompressionsstrümpfe, und von Symptomen wie Schmerzen, Unbehagen, Beinschwere, Ermüdung der Beine, Kribbeln, Jucken und Krämpfen überlegen war. Anzumerken ist, dass die Patienten in der ersten Studie täglich 1000 mg Calciumdobesilat erhielten, wohingegen jenen in der späteren Studie 1500 mg pro Tag verabreicht wurden. In einer offenen Studie [ 42 ] wiesen die Verfasser nach, dass Calciumdobesilat und Oxerutin (beide in einer Dosierung von 1000 mg dreimal täglich verabreicht) bei gleichzeitiger Gabe eine synergistische Wirkung hinsichtlich der Verminderung der CVE-Symptome entwickelten. Zu den Nebenwirkungen von Calciumdobesilat zählen gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen), aber noch wichtiger ist das Risiko einer Agranulocytose [ 33 ]. In einer Studie über arzneimittelinduzierte Agranulocytose erwies sich Ticlopidinhydrochlorid mit einem Quotenverhältnis (Odds Ratio, OR) von 103,23 (Konfidentintervall [CI] 95 %, 12,73–837,44), als jenes Mittel, bei dem das Risiko einer Agranulocytose am höchsten war, gefolgt von Calciumdobesilat (OR: 77,84 [CI 95 %, 4,50–1346,20]) [ 43 ].

Pentoxifyllin ist ein Xanthinderivat, ein nicht-selektiver Phosphodiesterasehemmer, der für eine Reihe mikrozirkulatorischer und entzündungshemmender Wirkungen bekannt ist, darunter verminderte Thrombozytenaggregation, Leukozytenaktivierung, Hemmung der Synthese und Aktivität des Tumornekrosefaktors (TNF)-α, sowie eine Verminderung profibrogener Zytokine wie Prokollagen I und Transformierender Wachstumsfaktor (TGF) β 1 [ 33 , 44 , 45 ]. Pentoxifyllin wird als Zusatztherapie für Patienten mit venösen Beingeschwüren vorgeschlagen [ 46 ]. Ein diesbezüglicher Bericht in der Cochrane Library wurde 2012 aktualisiert und veröffentlicht [ 47 ]. Nach 2007 kamen jedoch keine weiteren Studien mehr hinzu. Bei der Abheilung von Venengeschwüren ist Pentoxifyllin in Kombination mit Kompressionstherapie wirkungsvoller als Placebo plus Kompressionstherapie (RR 1.56, CI 95 % 1,14 bis 2,13). Es wurden mehr nachteilige Wirkungen bei Patienten beobachtet, die Pentoxifyllin erhielten (RR 1,56, CI 95 % 1,10 bis 2,22), wobei es sich meist um gastrointestinale Beschwerden handelte. Die Verfasser folgerten daraus, dass Pentoxifyllin ein wirkungsvoller Zusatz zu Kompressionsverbänden bei der Behandlung von Venengeschwüren ist und auch ohne Kompressionstherapie wirksam sein kann [ 47 ].

Benzaron wurde in den frühen 80ern bei CVE eingesetzt, wird aber heutzutage aufgrund von Berichten über schwere Lebertoxizität und aktive Hepatitis nicht mehr verwendet [ 48 , 49 ].

Naftazon wurde erstmals Ende der 70er Jahre zur Behandlung von CVE eingesetzt [ 50 ]. In Experimenten zeigte sich, dass Naftazon den Venendruck der Pfortader vermindert, die Endothelzellenproliferation der Vena saphena beschleunigt und Entzündungen sowie Aggregation und Funktion der Thrombozyten hemmt [ 50 – 55 ]. Weiters hat es eine günstige Wirkung bei Morbus Parkinson und Epiduralhämatomen [ 56 ]. Es liegen jedoch nur wenige Daten hinsichtlich der Behandlung von CVE vor, daher kann es für diese Indikation erst dann empfohlen werden, wenn mehr Daten zur Verfügung stehen.

Aminafton wurde bereits erfolgreich zur Behandlung idiopathischer zyklischer Ödeme, pulmonaler Hypertonie und systemischer Sklerose eingesetzt, wahrscheinlich aufgrund seiner herabregulierenden Wirkung auf das Endothelin-1 [ 57 – 59 ]. Es gibt zwei randomisierte Studien, in denen die günstige Wirkung von Aminafton bei Beinödemen bzw. CVE-Symptomen bestätigt wurde [ 60 , 61 ]. In der jüngeren Studie zeigte sich auch, dass nur MPFF, nicht aber Cumarin in Kombination mit Troxerutin oder Aminaphton das Beinvolumen vermindert [ 61 ].

Schlussfolgerungen

Es sind zahlreiche venenaktive Arzneimittel auf dem Markt erhältlich. Klinische Studien haben eine klare Wirksamkeit bestimmter Flavonoide, wie MPFF (mikronisierte gereinigte Flavonoidfraktion) und Oxerutin, in geringerem Ausmaß auch von einigen Pflanzenextrakten (z. B. Rosskastaniensamenextrakt) sowie synthetischen Verbindungen (z. B. Calciumdobesilat) hinsichtlich der Verbesserung der Symptome von CVE, Beinödemen, und für manche davon auch hinsichtlich der Beschleunigung der Abheilung von Venengeschwüren gezeigt. In Bezug auf die Wirkungen langfristiger Therapien, die prophylaktischen Eigenschaften und die Kosteneffizienz der Arzneimittel sind weitere Studien erforderlich.

Interessenkonflikt

M.D. Pavlović gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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Tab. 1: Phlebotonische oder venenaktive Arzneimittel
ArzneimittelklasseSubstanz(en)HerkunftMutmaßlicher WirkstoffPharmakologische WirkungenKlinische Wirkung
α-Benzopyrone Cumarin und dessen Derivate Pflanzen: Dipteryx odorata, Melilotus officinalis, Galium odoratum, Hierochloe odorata Cumarin Verstärkung der Proteolyse durch Gewebsmakrophagen; antioxidative, zytotoxische, pro-apoptotische, tumorschädigende und antimykotische Wirkung Verminderung von Ödemen (sowohl bei Lymphödemen also auch bei CVE); Besserung der Symptome und Erhöhung der Lebensqualität bei CVE in Kombination mit Troxerutin
γ-Benzopyrone (Flavonoide) Mikronisierte gereinigte Flavonoidfraktion (MPFF) Rutaceae aurantiae Hesperidin und Diosmin Antioxidative, entzündungshemmende, die Gefäßdurchlässigkeit vermindernde, tumorhemmende Eigenschaften; Erhöhung des Venentonus durch Hemmung des Noradrenalinabbaus Besserung der Symptome bei CVE und Erhöhung der Lebensqualität, vermindert Beinödeme, beschleunigt die Abheilung venöser Geschwüre; kann das Auftreten von Komplikationen bei PTS verhindern
β-Hydroxyethylrutosid und Oxerutin Sophora japonica, Eucalyptus spp., Fagopyrum esculentum, Moench β-Hydroxyethylrutosid und Oxerutin
Extrakt aus roten Weinlaubblättern Vitis vinifera Quercetin-Glucosid, Quercetin-Glucuronid, Kaempferol-Glucosid
Pycnogenol Pinus maritima Proanthocyanidine (Flavonoidpolymere) Nicht ausreichend nachgewiesen, jedoch möglicherweise nützlich bei Beinödemen und zur Besserung der Symptome
Saponoside Escin Rosskastaniensamen-extrakt (Aesculus hippocastanum L) Escin Venentonisierend, antioxidativ, verminderte Thrombozytenaggregation Besserung der Symptome bei CVE, Verminderung von Beinödemen
Ruskusextrakt Ruscus aculeatus (Wurzelstock des Stechenden Mäusedorns) Ferula- und Ellagsäure, Quercetin    
Sonstige Pflanzenextrakte Anthozyane Extrakte von Ginkgo, Heptaminol und Troxerutin (Ginkor Fort) Gesamte Triterpenfraktion, Encecalin Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) Ginkgo biloba Centella asiatica, Ageratina pichinchensis Anthocyane, Heptaminol, Troxerutin, Triterpene, Encecalin Regulierung des Mucopolysaccharidstoffwechsels in Varizenwänden; Verminderung der Leukozytenadhäsion an die Endothelzellen, Verminderung der zirkulierenden Endothelzellen Beinödeme auf Langstreckenflügen; Beschleunigung der Abheilung venöser Beingeschwüre
Synthetische Produkte Calciumdobesilat n.z. n.z. Antioxidative Eigenschaften, vermindert die Durchlässigkeit der Kapillaren, hemmt die Thrombozyten- und Erythrozytenaggregation, vermindert die Blutviskosität, verstärkt den Lympthfluss, erhöht den Venentonus, vermindert die Angiogenese und die VEGF-Expression, hemmt Entzündungen, reguliert die Apoptose Symptome von CVE, Beinödeme
Pentoxyfillin n.z. n.z. Nicht-selektiver Phosphodiesterasehemmer, hemmt die Thrombozytenaggregation sowie die Leukozytenaktivierung, Synthese von TNF-α und Prokollagen I Abheilung venöser Beingeschwüre
Benzaron n.z. n.z. Nicht mehr in Verwendung aufgrund von Lebertoxizität
Naftazon n.z. n.z. Hemmt Aggregation und Funktion der Thrombozyten, stimuliert die Proliferation der venösen Endothelzellen, entzündungshemmende Eigenschaften  
Aminafton n.z. n.z. Hemmt die Produktion von Endothelin-1, vermindert die Gefäßdurchlässigkeit, entzündungshemmende Eigenschaften Bessert Symptome, vermindert Beinödeme

CVE chronische Venenerkrankung, PTS postthrombotisches Syndrom, n.z. nicht zutreffend

Abb. 1:  Die chemischen Strukturen der wichtigsten Verbindungen, die als venenaktive Arzneimittel dienen. Bemerkenswert ist, dass alle davon ringförmige Moleküle bilden

Abb. 1: Die chemischen Strukturen der wichtigsten Verbindungen, die als venenaktive Arzneimittel dienen. Bemerkenswert ist, dass alle davon ringförmige Moleküle bilden

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