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Dermatologie 17. August 2005

Editorial

Auch in dieser Ausgabe ist der Allergologie ein wesentlicher Bereich gewidmet, und das aus gutem Grund: Wir werden mit immer neuen potenziellen Allergenen konfrontiert, sei es durch gentechnisch hergestellte Lebensmittel, neu gezüchtete Pflanzensorten, innovative Verarbeitungsverfahren oder auch durch die zunehmende Angebotsvielfalt an exotischem Obst und Gemüse in den Kaufhausregalen. Gerade vor der Adventzeit sei auch die Erdnuss erwähnt, wobei aber die Hauptgefahr nicht durch den Verzehr der „Ashanti-Nüsse“ droht, sondern durch die lokale Anwendung von Erdnussöl auf der Haut. Da das Erdnussprotein dem Sojaprotein ähnelt, kann der Konsum beziehungsweise die Anwendung des einen zur Sensibilisierung auf das andere Protein beitragen. Parallel zur Zunahme von Allergien steigt auch das Wissen um mögliche Auslöser und pathogenetische Zusammenhänge. Daraus entwickeln sich wiederum neue Konzepte in der Behandlung entzündlicher und allergischer Hauterkrankungen. Calcineurininhibitoren und Biologicals machen dem nebenwirkungsreichen „Allheilmittel“ Kortison langsam, aber sicher seine zentrale Bedeutung streitig. „Die steroidsparende Ära ist angebrochen“, fasste ein deutscher Allergologe am Wörther See-Symposium im Juni 2004 die aktuelle Entwicklung in einem Satz zusammen. Die innovativen Therapieansätze berechtigen viele Patienten zu der Hoffnung, ihre chronischen oder schubhaften Leiden, von Neurodermitis bis zur Psoriasis, langfristig in den Griff zu bekommen, und dies nicht mehr um den hohen Preis anderer Gesundheitsrisiken.

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