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Dermatologie 26. Jänner 2006

Kontaktallergie tritt bei Neurodermitis häufiger auf

Obwohl Kontaktallergien bei Kleinkindern eher selten sind, kann eine Testung bereits im Säuglingsalter sinnvoll sein – wenn das klinische Bild einen Verdacht auf Kontaktallergie rechtfertigt. Die Inzidenz des allergischen Kontaktekzems im frühen Kindesalter liegt in der Gesamtpopulation bei zirka 1,5 Prozent. Ab dem achten Lebensjahr ist ein stetiger Anstieg zu verzeichnen, bis im Alter von etwa 14 Jahren die gleiche Inzidenz wie bei Erwachsenen erreicht wird – je nach Literaturquelle 13 bis 24 Prozent, betont der Allergologe Dr. M. Freitag, Bochum. Bei Neurodermitispatienten ist die Inzidenz des Kontaktekzems jedoch deutlich höher: Bis zu 43 Prozent aller Betroffenen leiden an mindestens einer Kontaktallergie. Dies rechtfertigt laut Freitag im Verdachtsfall eine Testung. Solch ein Verdacht sei bereits bei besonders hartnäckigen Krankheitsbildern gegeben: Es könnte sich eine Kontaktallergie gegen das angewendete topische Medikament dahinter verbergen. Einzelne Bestandteile der Basispflegemittel, die bei Neurodermitis eingesetzt werden, zählen mit zu den häufigsten Kontaktallergenen (zum Beispiel Salbengrundlagen wie Wollwachsalkohol). Bei Säuglingen und Kleinkindern ist zu beachten, dass eine Kontaktallergie auch gegen Auslöser bestehen kann, mit denen das Kind nicht selbst Direktkontakt hat (zum Beispiel Bestandteile von Kosmetika, Haarspray etc., die die Mutter anwendet). „Schuhdermatitiden“ entstehen leicht bei eng anliegendem Schuhwerk (mögliche Auslöser sind Gerbstoffe, Gummiadditiva, Farbstoffe etc.). Bei Schulkindern treten Kontaktallergien gegen Bestandteile von Klebstoffen und Radiergummi auf. Zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien zählen Metalle (Nickel, Kobalt, Kaliumdichromat), die in Ohrschmuck, Zahnspangen, Piercings oder verchromten Handyhüllen enthalten sind. Kausal stehen Allergenkarenz, das Führen eines Allergiepasses sowie die Information der Eltern im Vordergrund. Symptomatisch können feuchte Umschläge und Bäder mit Adstringenzien weiterhelfen. Ansonsten steht die Gabe von Antihistaminika, Kortikosteroiden und gegebenenfalls Calcineurininhibitoren an erster Stelle.

FAZIT

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kontaktallergene auch im Kindesalter von Bedeutung sind, auch und gerade bei Neurodermitikern. Die Epikutantestung ist auch bei Kleinkindern geeignet und bei klinischer Fragestellung sinnvoll.

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