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Dermatologie 12. Februar 2016

Österreichischer Dermatologen Preis 2015

In diesem Jahr wurden der Tumorforscher Dr. Igor Vujic von der University of California, San Francisco  und dem Krankenhaus Rudolfstiftung in Wien und Dr. Doris Weiss von der Medizinischen Universität Wien  ausgezeichnet. Der heuer bereits zum 43. Mal verliehene Österreichische Dermatologen Preis wurde am  4. Dezember in Wien, im Rahmen des President’s Dinner anlässlich der 125jährigen Jubiläumsjahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) überreicht. 

Schon zum 43. Mal würdigt der Österreichischen Dermatologen Preis die bedeutendste Forschungsarbeit. Ausgezeichnet wurde heuer Dr. Igor Vujic für eine in Österreich, Italien und den USA durchgeführte Arbeit. Er konnte nachweisen, dass sich mit einer Wirkstoff Kombination zweier Agentien bestimmte Tumorzellen hemmen lassen.  Damit tun sich neue experimentelle Wege in der Grundlagen-Forschung verschiedener Krebsformen auf.  

Hemmen der NRAS-Stoffwechselwege

Das mutierte NRAS-Protein Neuroblastoma Ratten Sarkom Onkogen spielt eine wichtige Rolle bei der Ausprägung verschiedener Krebsformen. Die direkte Hemmung des Onkogen Proteins ist bisher gescheitert. Dr. Vujic applizierte nun eine Agentien Kombination aus Metformin and Trametinib in Melanom, Lungenkrebs und Neuroblas tom Zellen, um die weiteren Stof wechselwege des Tumorproteins in der Zelle zu blockieren. Beide Substanzen  waren einzeln oder in Kombination mit  anderen Agentien bekannt für ihre tumorhemmende Wirkung. Mit der Dual Kombination konnte nun gezeigt  werden, dass die downstream Kaskaden des NRAS in den genannten Tumorzelllinien explizit gehemmt werden. In  einem Transplantationsexperiment mit humanen Tumorzellen konnte auch in  vivo ein Effekt festgestellt werden.  

Diagnose von Pemphigus vulgaris  und P. folicaeus

Dr. Doris Weiss von der Medizinischen Universität Wien konnte mit immun proteinchemischen Methoden Pemphigus  diagnostizieren. Dabei stellte sich heraus, dass in der Pemphigus Diagnose  das Immunoassay Nachweisverfahren  (ELISA) indirekter Immunfluoreszenz  (IIE) deutlich überlegen ist. Die zu den Autoimmunkrankheiten gehörenden Pemphigus Varianten kommen insbesondere bei älteren Patienten vor. Die eher seltene blasenbildende Krankheit ist derzeit Gegenstand  aktueller Forschung. Dr. Doris Weiss untersuchte die Diagnostik von zwei Pemphigus Varianten, Pemphigus vulgaris  und P. folicaeus, um die Diagnostik der  beiden Hautkrankheiten zu verbessern.  Die Wiener Wissenschaftlerin testete  mittels zweier immunchemischer Methoden, dem Immunoassay ELISA und  der indirekten Immunfluorenszenz (IIE) inwieweit beide Methoden für die Diagnostik geeignet sind. Ergebnis: Mit ELISA konnte die Krankheitsaktivität der  beiden Pemphigus Formen am besten abgebildet werden. Mit der indirekten  Immunfluoreszenz IIE konnte die klinische Aktivität weit weniger akkurat diagnostiziert werden.

Ältester Preis der ÖGDV

Der Österreichische Dermatologen  Preis für wissenschaftliche Arbeiten wird seit 1973 von Unilever Austria gestiftet. „Der Preis ist für Arbeiten mit Grundlagen orientierten experimentellen Fragestellungen bestimmt, bei denen erkenntnistheoretische Aspekte im Vordergrund stehen, unabhängig von ihrer unmittelbaren Anwendbarkeit. Die Auszeichnung ist der  älteste von der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie verliehene und von Unilever Austria  gestiftete Preis“, so die Präsidentin der  ÖGDV, Prof. Dr. Angelika Stary. Der mit 5200 Euro dotierte Österreichische Dermatologen Preis wurde am 4. Dezember im Wiener Palais Coburg,  im Rahmen des President’s Dinner anlässlich der 125jährigen Jubiläumsjahrestagung der ÖGDV überreicht. „Wir  freuen uns sehr über die eingereichten, hervorragenden Arbeiten. Beide Preisträger sind würdige Nachfolger  in der Tradition von Dr. Moriz Kaposi,  der 1890 also genau vor 125 Jahren  die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie gründete“, so Prof. Dr. Angelika Stary abschließend. 

Quelle: Presseaussendung BuzzDriver

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