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Dermatologie 26. Jänner 2006

Prophylaxe minimiert die Effekte der UV-Bestrahlung

Erst seit ungefähr zehn Jahren findet eine vermehrte Aufklärung der Öffentlichkeit über die Risiken der UV-Exposition statt. Dem Dermatologen obliegt es, neben präventiven Maßnahmen wie Ganzkörperinspektion, seine Patienten über die Notwendigkeit und die Möglichkeiten einer kontinuierlichen Photoprotektion zu informieren (Kasten). Zu hohe Sonnen- und UV-Belastung führt zu akuten und chronischen Prozessen. Akute UV-induzierte Effekte umfassen Entzündung, Pigmentierung, Zellhyperplasie, Immunosuppression und Vitamin-D-Synthese. Chronische UV-induzierte Prozesse beinhalten Hautalterung und Photokarzinogenese.

Vollständiges Karzinogen

Die UV-Strahlung des Sonnenspektrums ist ein vollständiges Karzinogen, das als Tumorinitiator und -promotor wirken kann. Neben der direkten schädigenden Wirkung auf die DNA und der Entstehung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) trägt auch die UV-verursachte lokale bis systemische Immunsuppression zur UV-Karzinogenität bei. Die kausale Rolle zwischen hohen kumulativen UV-Dosen und der Entstehung von Basaliomen und Plattenepithelkarzinomen ist durch zahlreiche epidemiologische Studien eindeutig belegt.
Chronische UV-Exposition ist der wichtigste exogene Beschleunigungsfaktor der natürlichen Hautalterung. Während für die UV-bedingte Tumorentstehung das UVB-Licht von vorrangiger Bedeutung ist, spielt der UVA-Anteil auch eine wichtige Rolle bei der vorzeitigen Hautalterung. Vor allem der Kollagen-Anteil des Bindegewebes wird durch die UVA-induzierte Kollagenase-Aktivität vermindert. Aufbau und Struktur der degenerierten Fasern nimmt zu, die dabei entstehende aktinische Elastose ist bei starker Ausprägung nur sehr aufwendig und oft nur unbefriedigend einer Therapie zuzuführen, so dass die wirksame Prophylaxe durch konsequente Photoprotektion und vernünftigen Umgang mit der Sonne von zentraler Bedeutung ist.

*Prof. Dr. Herbert Hoenigsmann, Abteilung für Spezielle und Umweltdermatologie, Medizinische Universität Wien, http://www.akh-wien.ac.at/special-dermatology

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