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Dermatologie 17. August 2005

SERVICE: Wie Fehlinterpretationen zu vermeiden sind

Kriterien für die Verwendung ethnischer Daten in Studien

Bei der Auswertung ethnischer Unterschiede in medizinischen Studien sollte man sich über die Schwierigkeiten im Klaren sein. Das Journal of the American Medical Association (JAMA) hat einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema publiziert. Medizinische Daten über ethnische Unterschiede sind oft durch eine große Unsicherheit in der ethnischen Zuordnung geprägt. Besonders bei Menschen hispanischer oder asiatischer Herkunft schwankt die Zuordnung für dieselbe Personengruppe. Kritisch ist auch die leicht erfolgte stereotype Interpretation, die sich aus der Zugehörigkeit zu einer Gruppe ergibt – z.B. in arm/reich oder gesund/krank.
Die Autoren verweisen darauf, dass nahe liegende Fehlinterpretationen nur vermieden werden können, wenn die Kausalität, die sich scheinbar zwischen Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe und dem Auftreten einer Erkrankung ergibt, penibel untersucht wird. Entscheidend ist das Verständnis ethnischer Zugehörigkeit als primär kulturell bedingt. Auf der Ebene der Gene sind zwei Menschen derselben ethnischen Gruppe in der Regel unterschiedlicher als solche aus verschiedenen Gruppen. Ethnische Zugehörigkeit sollte daher nicht als Risiko-Faktor, sondern korrekterweise als Risiko-Marker angesehen werden. Einige Kriterien können dabei helfen, bei der Verwendung ethnischer Daten in medizinischen Studien falsche Rückschlüsse zu vermeiden:

  • Gründe für den Vergleich ethnischer Daten sollten klar dargelegt werden.
  • Verwendete ethnische Kategorien und die Art ihrer Erhebung sind eindeutig zu beschreiben.
  • Neben der ethnischen Zugehörigkeit sollten andere relevante Faktoren wie der sozioökonomische Status berücksichtigt und die Ergebnisse adjustiert werden.

Quelle: Kaplan, Bennett: Use of race and ethnicity in
biomedical publication. JAMA 289 (2003): 2709–16.
hautnah dermatologie 6/2003, Urban & Vogel Verlag.

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