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Dermatologie 17. August 2005

FORSCHUNG: Eingewachsene Nägel: geschient, nicht geschnitten

Effektive Behandlung mit geringer Rückfallquote

Die Methode, bei eingewachsenen Nägeln (Abb. 1 und 2) eine Schiene einzuführen, ist altbekannt, ebenso ihre therapeutische Wirkung. Doch wie steht es um die Effektivität dieser Technik und wann ist der günstigste Zeitpunkt, die Schiene zu entfernen? An einer aktuellen Untersuchung beteiligten sich 57 Patienten mit eingewachsenem Nagel an der großen Zehe. Sie wurden randomisiert auf zwei Gruppen verteilt. Den Patienten der Gruppe 1 (n=28) wurde die Schiene drei Tage nach der Behandlung entfernt, der Gruppe 2 (n=29) erst nach zwei Wochen. Nach einer, zwei und vier Wochen führten die Autoren eine Follow-up-Untersuchung durch, bei der sie den Gewebestatus und das Schmerzbefinden erfassten. Per Telefoninterview wurde nach einem Jahr ermittelt, ob erneut ein eingewachsener Nagel aufgetreten war.
Weder hinsichtlich des Gewebestatus noch bei den Schmerzen konnten die Forscher signifikante Unterschiede zwischen den beiden Gruppen feststellen. Auch die Rückfallquote war mit 7,1 Prozent versus 10,3 Prozent für Gruppe 1 beziehungsweise 2 nicht signifikant verschieden. Nach den Erfahrungen der Autoren ist es nur bei Nägeln mit großen Defekten besser, die Schiene nicht zu entfernen, bis der Nagel nachgewachsen ist.

Fazit: Das Schienen des eingewachsenen Nagels ist eine effektive, nicht-invasive Behandlung mit geringer Rückfallquote. Die Autoren schlagen vor, die Schiene nach drei Tagen zu entfernen, sofern der Nagel intakt ist oder nur geringe Defekte aufweist.

Quelle: Young-Jo K et al., Nail-splinting technique for ingrown nails: the therapeutic effects and the proper removal time of the splint. Dermatol Surg 29 (2003): 745–8; hd 6/2003

Kutanes T-Zell-Lymphom

Verbesserte Ansprechraten durch multimodale Therapie

Eine Langzeitstudie verfolgte den Krankheitsverlauf bei kutanem T-Zell-Lymphom unter einer Kombinationstherapie. Abhängig vom Krankheitsstadium konnten die Ansprechraten und krankheitsfreien Intervalle gesteigert werden, an der Gesamt-Überlebenszeit änderte sich jedoch wenig. Patienten mit kutanem T-Zell-Lymphom einschließlich Mycosis fungoides und Sézary-Syndrom sprechen zwar auf verschiedene Therapien an, haben jedoch nur kurze krankheitsfreie Intervalle. Forscher im texanischen Houston setzten sich zum Ziel, die Behandlungseffizienz bei dieser Krankheit zu verbessern.
Von 1987 bis 2001 wurden insgesamt 95 Patienten mit einem multimodalen Therapiekonzept behandelt: Während der viermonatigen Induktionsphase wurden Interferon-alfa-2b (IFN-alfa2b) und Isotretinoin verabreicht. Bei Patienten mit den frühen Krankheitsstadien Ia bis IIa folgte eine Radiotherapie mit schnellen Elektronen. Betroffene mit Stadium IIb bis IVb erhielten vor der Radiotherapie zudem noch eine Chemotherapie. Es folgte eine Erhaltungstherapie mit IFN-alfa-2b und Mechlorethamin über ein beziehungsweise zwei Jahre. Insgesamt wurde mit diesem multimodalen Therapiekonzept eine Ansprechrate von 85 Prozent erreicht, mit 60 Prozent Komplettremissionen. Die Fünfjahres-Rate für krankheitsfreies Überleben lag bei den Patienten mit Stadium I–IIa bei 50 Prozent, bei jenen im Stadium IIb–IVb bei 27 Prozent. Die Autoren betonten eine günstigere Prognose für jüngere Patienten mit früheren Krankheitsstadien.

Fazit: Unabhängig von den Mängeln der Studie (nicht kontrolliert, nicht randomisiert) unterstützen die Ergebnisse dieses multimodale Therapiekonzept, insbesondere bei Patienten in einem frühen Erkrankungsstadium.

Quelle: Duvic MMD, et al., Analysis of long-term outcomes of combined modality therapy for cutaneous T-cell lymphoma. J Am Acad Dermatol 49 (2003): 35–47; hd 6/2003

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