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Dermatologie 17. August 2005

FORSCHUNG: Forschungsarbeiten zur Hautimmunität ausgezeichnet

Unilever-Dermatologenpreise 2003 gingen an zwei Wiener Wissenschaftlerinnen

Der Unilever Dermatologenpreis 2003 wurde Ende November 2003 in Graz an Dr. Gabriele Hinterhuber und Dr. Tamara Kopp, beide von der Wiener Universitätsklinik für Dermatologie, vergeben. Unilever zeichnet damit einerseits eine Arbeit aus, deren Erkenntnisse direkte Anwendung in der dermatologischen Praxis finden werden. Hingegen wird mit der Auszeichnung der zweiten Arbeit die Grundlagenforschung im Bereich Dermatologie gefördert.
Hinterhuber führte mit ihrem Team eine Studie durch, um eine mögliche Rezeptor-mediierte Aufnahme von Retinoiden in die Keratinozyten der menschlichen Oberhaut zu untersuchen. Hinterhuber konnte die Expression von RPE65 in menschlichen Keratinozyten molekularbiologisch und biochemisch nachweisen. Gezeigt werden konnte auch eine Co-Lokalisation von RPE65- und Plasma-Retinol-bindendem Protein. Die Ergebnisse von Hinterhuber sprechen für eine direkte Interaktion von Plasma-Retinol-bindendem Protein und RPE65 in menschlichen Keratinozyten und eine Rezeptor-mediierte Aufnahme von Retinoid komplexiert mit Plasma-Retinol-bindendem Protein. Die Studie ist vor allem für die klinische Praxis bedeutsam, denn Vitamin-A-Derivate sind wichtige Rohstoffe für diverse dermatologische Therapeutika.

Preis für Grundlagenforschung

Die Arbeit von Kopp und ihrem Team ist eher der Grundlagenforschung zuzurechnen und vor allem für die Behandlung von verschiedenen Hautkrankheiten wie der Psoriasis von Bedeutung. Kopp stellte in einer Tierstudie mit Mäusen fest, dass ein wichtiger Signalstoff des Immunsystems, nämlich Interleukin-23, bei Mäusen eine Hautkrankheit hervorruft, die der Psoriasis ähnlich ist. Bei genaueren Untersuchungen zeigte sich, dass Interleukin-23-bedingte Veränderungen von Langerhans Zellen, den wesentlichen antigenpräsentierenden Zellen der Haut, die Qualität von Immunantworten der Haut beeinflussen und diese verstärken. Aus den Ergebnissen dieser Studie lässt sich schließen, dass IL-23 ein interessantes pharmakologisches Zielobjekt darstellt, besonders für die Behandlung von T-Zellvermittelten Erkrankungen wie der Psoriasis.

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