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Dermatologie 17. August 2005

IMMUNOLOGIE: Kortikosteroide versus Calcineurininhibitoren

Die neue Substanzklasse der Calcineurininhibitoren – zugelassen zur topischen Behandlung der atopischen Dermatitis – stellt eine Alternative zu den lang angewandten Kortikosteroidpräparaten dar. Während beide, Tacrolimus (Protopic®) und Pimecrolimus (Elidel®) ihre Wirkung hauptsächlich entfalten, indem sie die Aktivierung und Proliferation von T-Lymphozyten blockieren sowie die Freisetzung entzündungsfördernder Faktoren aus Mastzellen und Granulozyten reduzieren, ist über deren Effekt beziehungsweise ihre Auswirkung auf andere immunkompetente Zellen in der Haut, wie zum Beispiel Langerhans-Zellen (LZ), wenig bekannt.
In unserer Studie haben wir die Wirkung von Pimecrolimus auf die Immunfunktion von Hautzellen in vivo untersucht und mit jenen von Kortikosteroiden verglichen. Zu diesem Zweck wurden Mäuse topisch mit den klinisch verwendeten Konzentrationen von Pimecrolimus, Hydrocortison oder Clobetasol behandelt. Nach nur zweimaliger Applikation konnten wir apoptotische LZ und Keratinozyten in den Steroidgruppen finden, während Pimecrolimus die Viabilität dieser Zellen nicht beeinflusste.
In Überständen von Einzelzellsuspensionen steroidbehandelter Haut ließ sich eine beachtliche Verminderung von Faktoren feststellen, die für das Überleben und die Ausreifung von LZ essenziell sind, während Pimecrolimus keinen Effekt hatte. Zudem fanden wir, dass Steroide, im Gegensatz zu Pimecrolimus, die Ausreifung von LZ blockierten. In Übereinstimmung mit diesen Daten war die Immunantwort, die durch LZ von Steroid-, nicht aber Pimecrolimus-behandelten Mäusen in vitro hervorgerufen wurde, sowohl in der Qualität als auch Quantität wesentlich beeinträchtigt. Zusammenfassend zeigen unsere Ergebnisse, dass eine topische Applikation von Pimecrolimus keinen Einfluss auf die Viabilität, Ausreifung und Immunfunktion von LZ hat. Daraus lässt sich schließen, dass Pimecrolimus im Gegensatz zu Kortikosteroiden das autochthone Immunsystem der Haut nicht beeinflusst.

Dr. Wolfram Hötzenecker, hautnah 1/2004

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