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Pflege von außen und Nährstoffversorgung von innen sorgen für gesunde Haut ebenso wie Haut und Nägel.
 
Dermatologie 18. August 2015

Oft erstes Mangelzeichen

Haut, Haare und Nägel als Spiegel der Nährstoffversorgung.

Verschiedenste Krankheiten sind mit Veränderungen und Störungen im Haar- und Nagelwachstum und der Hautstruktur verbunden. Eine sorgfältige Befragung im Vorfeld der Empfehlung zeigt auf, ob Probleme bei Haut, Haaren und Nägeln mit Selbstmedikation behandelt werden kann, oder ob ein Arztbesuch anzuraten ist.

Splitternde oder verfärbte Nägel ebenso wie dünne oder spröde Haare oder Haarausfall können Anzeichen von Mangel- oder Fehlernährung des Organismus sein oder auch durch äußere Einwirkungen mechanischer oder chemischer Art entstehen. Nagel- und Haarpflege, aber auch Hautpflege ist also nicht nur aus ästhetischen Gründen wichtig. Wer regelmäßig Haut, Haare und Nägel inspiziert, betreibt Gesundheitsvorsorge und erkennt schneller krankhafte Veränderungen.

Im Blickpunkt: Nägel

So weicht häufiger Kontakt mit scharfen Reinigungsmitteln und organischen Lösungsmitteln, etwa Aceton im Nagellackentferner, das Nagelkeratin auf. Der Zusammenhalt zwischen den Keratinfasern lockert sich. In der Folge splittert die Nagelplatte in horizontale, übereinanderliegende Platten (Onychoschisis). Oder sie reißt vom freien Ende her in Längsrichtung ein (Onycho-rrhexis). Auch ein Mangel an Vitamin A und B, Biotin, Calcium, Eisen oder Folsäure kann Brechen und Splittern begünstigen.

An den Zehen engen Schuhe, allen voran zu kleine Sportschuhe, die Nägel ein, deformieren sie durch mechanischen Druck oder begünstigen ein Abheben der Nagelplatte. Zudem gehen manche innere Krankheiten mit Nagelveränderungen einher. Schilddrüsenstörungen etwa begünstigen eine Onychorrhexis.

Pflegeprogramm

Nach dem Baden oder Duschen sollten die weichen Nägel mit einer scharfen Nagelschere oder –zange gerade und nicht zu kurz abgeschnitten werden. Stark gerundete Nagelränder begünstigen seitliches Einwachsen der Nägel. An der Nagelhaut sollte nicht herumgeschnitten werden, da Verletzungen Entzündungen, Infektionen und Nagelwachstumsstörungen begünstigen.

Regelmäßig nach dem Waschen in das Nagelbett und den umgebenden Nagelfalz einmassierte Nagelsalben, -cremes, -öle oder Handcremes fördern die Durchblutung, schützen vor dem Austrocknen und beugen Nagelbruch vor. Pflege und Schutz bietet zudem wasserlöslicher Lack auf Basis von Hydroxypolychitosan. Siliciumhaltige Nagellacke härten die Nägel und können auch gleich als dekorative Färbung genutzt werden. Reich an Silicium ist auch Bambus Extrakt, der als nutrikosmetische Maßnahme die Gesundheit der Nägel unterstützt.

Haare, Nägel, Haut – von innen stärken

Bei Mangelerscheinungen kann zur Verbesserung des Nagel- und Haarwachstums die Einnahme von Biotin (Vitamin H), Eisen, Folsäure oder Zink sinnvoll sein. Mikronährstoffe spielen auch in der Gesunderhaltung der Haut eine wichtige Rolle, speziell die antioxidativ wirksamen Vitamine A, C, D und E. So fördert Vitamin A die Zellbildung der obersten Hautschicht und Vitamin A-Derivate werden bereits seit langem in Kosmetika gegen vorzeitige Hautalterung eingesetzt. Vitamin C regt als Co-Faktor für die Kollagensynthese die Bildung von Kollagen und Bindegewebe an, Vitamin E trägt zur Hemmung der Lipidperoxidation bei und hat sich in mehreren Studien als Schutzfaktor vor UV-Strahlung erwiesen. Und Vitamin D fördert gemeinsam mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin die Proliferation der Keratinozyten. Auch sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. die zur Gruppe der Flavonoide zählenden Catechine aus Grünem Tee wirken stark antioxidativ.

Die Vertreter der Gruppe der B-Vitamine inklusive Folsäure und Biotin übernehmen wichtige Funktionen für den Stoffwechsel, für die Energiegewinnung und Aufbauprozesse. Die Haarwurzeln, die den Boden für ein gesundes Haarwachstum darstellen, benötigen Nährstoffe wie Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Vitamin B, speziell B3, B5 und B6 sind für die Aktivierung wichtiger Stoffwechselvorgänge nicht nur in der Haarwurzel, sondern auch in den Nägeln und für die Barrierefunktion der Haut von Bedeutung und halten damit Haare, Haut und Nägel gesund. Mineralstoffe, wie Magnesium und Kalzium, Silizium und Schwefel sind für die physiologischen Abläufe und das komplexe Gleichwicht ebenso wichtig wie die essentiellen Spurenelemente Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen und Zink.

Speziell bei den wasserlöslichen Vitaminen ist deren Wirkung oft eng vernetzt bzw. sind sie an den unterschiedlichsten Stellen in den Energiestoffwechsel eingebunden, sie ergänzen sich teilweise und können sich auch kompensieren. Bei den fettlöslichen Vitaminen spielt sich die gemeinsame Aktivität stärker auf zellulärer Ebene und weniger in speziellen Stoffwechselprozessen ab. Manche Mikronährstoffe können gespeichert werden, andere nicht, daher ist die ausgewogene Zufuhr für eine anhaltend ausreichende Versorgung ausschlaggebend. Veränderungen an Haut- Haaren und Nägeln können daher erste Anzeichen für eine Mangel- oder Fehlversorgung sein.

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