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Dermatologie 18. August 2015

Eine äußerst lästige Plage

Läuse haben immer Saison und freuen sich besonders über Kinderköpfe

Wo Kinder ihre Köpfe eng zusammenstecken haben Läuse ein leichtes Spiel sich schnell zu verbreiten, vor allem Kopfläuse sind in Kindergarten und Schule ein gefürchtetes Übel, das Folgewirkungen zeigt. Schnelles Handeln, gute Informationen und die konsequente Durchführung der „Dekontamination“ bringen das unerwünschte Besiedlungsgeschehen rasch unter Kontrolle.

Läuse sind wirtsspezifische Ektoparasiten. Den Menschen befallen drei Arten: die Kopflaus, die Kleiderlaus und die Filzlaus. Eine Übertragung durch Haustiere ist bei Läusen nicht möglich.

Kopflaus. Ein Befall mit Kopfläusen (Pedikulose) zählt zu den häufigsten „Kinderkrankheiten“. Die Diagnose erfolgt anhand der Eier oder Nissen, den Eihüllen. Bevorzugte Aufenthaltsorte von Läusen sind die Bereiche hinter den Ohren und am Nacken. Bei einer Erstinfektion treten die charakteristischen roten, juckenden Papeln an den Einstichstellen erst nach vier bis sechs Wochen auf. Diese Symptome sind bei wiederholter Infektion bereits nach ein bis zwei Tagen zu beobachten.

Obwohl Kopfläuse weit verbreitet sind, gibt es viele wissenschaftlich nicht haltbare Gerüchte über sie. So haben Kopfläuse nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Auch dürfen Kinder unmittelbar im Anschluss an die Erstbehandlung mit Läusemitteln den Kindergarten oder die Schule besuchen. Übertriebene Maßnahmen zur Raumhygiene sind ebenfalls unnötig. Läuse verhungern schon nach etwa 48 Stunden ohne Blut. Wichtig ist vor allem, die Bettwäsche, Kopfbedeckungen und Handtücher bei 60 Grad Celsius zu waschen und die Kuscheltiere für drei Tage in Plastiktüten zu packen.

Prophylaktische Maßnahmen mit Läusemitteln sind dagegen nicht zu empfehlen. Sinnvolle Tipps zum Vorbeugen sind eine schnelle Meldung des Befalls in öffentlichen Einrichtungen, regelmäßige Kontrollen des Haupthaars bei Kindergartenkindern und Grundschülern sowie das Zusammenbinden von langen Haaren.

Wirksam gegen Läuse

Mit Hilfe von antiparasitären Mitteln lassen sich Läuse heutzutage einfach und schnell entfernen. Die dabei verwendeten Wirkstoffe töten die Parasiten ab. Das Silikonöl Dimeticon verklebt ihre Atemöffnungen, sodass sie ersticken. Da Dimeticon brennbar ist, sind während der Behandlung das Föhnen und Zündquellen wie Zigaretten in der Nähe des Körpers tabu. Als sanfte Alternativen werden Mittel mit Kokosöl angeboten. Damit die Behandlung erfolgreich ist, muss unbedingt mit dem Läusekamm nachgekämmt werden. Bei Schwangeren, Kleinkindern unter zwei Jahren und Allergikern empfiehlt es sich, die Läuse nur durch Auskämmen des nassen Haares zu entfernen. Bei der Läusebekämpfung ist eine Zweitbehandlung nach acht bis zehn Tagen obligatorisch. Dadurch können ein erneuter Befall durch nachschlüpfende Jungtiere und Resistenzen gegen antiparasitäre Mittel verhindert werden.

Springer-gup.de

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